„Ohne Gottes Wort ist das Volk dem Verderben preisgegeben“

Donnerstag, 21. März 2013

Das Wort zum Freitag

In Dostojewskis "Die Brüder Karamasoff" sagen

der Staretz: "Und hier hast du mein Vermächtnis: Suche im Leid das Glück."

Hauptmann Ssnegirjóff: "In Rußland sind die Trinker die besten Menschen."

Frau Chochlakóff: "Der Tochter Liebe ist wahrlich der Mutter Tod."

Iwan: "Gott hat in seiner Liebe dem Weib die Hysterie geschickt." – „Je dümmer, umso klarer, Dummheit ist kurz und nicht schlau, Klugheit aber macht Finten und versteckt sich. Klugheit, das heißt der Verstand, ist ein Schuft. Die Dummheit dagegen ist offenherzig und ehrlich." - "Ich glaube, wenn es den Teufel gar nicht gibt und ihn folglich der Mensch nur erdacht hat, so hat er ihn nach seinem eigenen Bilde geschaffen."

Der Staretz: "Ja, selbst aus der schrecklichsten Familie kann man teuerste Erinnerungen bewahren, wenn nur deine Seele selbst fähig ist, das Kostbare herauszufinden." - "Welche Wunder enthält diese Heilige Schrift, und welch eine Kraft ist mit ihr dem Menschen gegeben! Es ist wie ein Herausmeißeln des Urbildes der Welt und des Menschen und der menschlichen Charaktere, und da ist alles mit Namen genannt und gedeutet für alle Zeiten." - "Mein Leben geht zu Ende, ich weiß es und fühle es, doch fühle ich auch mit jedem sich neigenden Tage, wie sich mein irdisches Leben mit einem neuen, unendlichen, unbekannten, aber schon nah herankommenden Leben berührt, in dessen Vorgefühl meine Seele vor Entzücken erzittert, mein Geist leuchtet, und mein Herz vor Freude weint."

"Ohne Gottes Wort ist das Volk dem Verderben preisgegeben, denn seine Seele dürstet nach dem Wort und nach jeder Empfängnis des Schönen."

Außerdem: "Die Welt hat die Freiheit verkündet, besonders in letzter Zeit, aber was sehen wir denn in dieser ihrer Freiheit? Nichts als Sklaverei und Selbstmord! Denn die Welt sagt: 'Du hast Bedürfnisse, also befriedige sie auch, denn du hast ja dieselben Rechte wie die angesehensten und reichsten Leute. Scheu dich nicht, sie zu befriedigen, sondern vermehre sie lieber noch' - das ist die gegenwärtige Lehre der Welt. Eben darin sehen sie die Freiheit. Was aber ergibt sich als Folge aus diesem Recht auf Vermehrung der Bedürfnisse? Bei den Reichen Vereinsamung und geistiger Selbstmord, bei den Armen aber Neid und Totschlag, denn die Rechte hat man zwar gegeben, aber die Mittel zur Befriedigung der Bedürfnisse nicht überwiesen." - "Man lacht zwar über Gehorsam, Fasten und Gebet, dabei aber ist doch nur mit ihnen der Weg zur echten, wirklichen Freiheit möglich: indem ich die überflüssigen und unnötigen Bedürfnisse abstoße, meinen selbstsüchtigen und stolzen Willen durch Gehorsam zähme und geißle, erreiche ich mit Gottes Hilfe eben dadurch die Freiheit des Geistes und mit ihr auch die geistige Heiterkeit."

Gruschenka sagt: "Wenn du viel weißt, wirst du schnell alt." - "Der Eifersüchtige verzeiht von allen am ehesten, und die Frauen wissen das."

Dmitrij: "Viele Menschen sind nur darum ehrlich, weil sie dumm sind."

Ein Nachwort zitiert Aljoscha: "Hier ringen Gott und der Teufel, und der Kampfplatz ist des Menschen Herz" und schreibt: "Schon in den Dämonen zeigt Dostojewski an der Figur des Selbstmörders Kirillow, wie eng für ihn das Problem des Glaubens mit jenem von Atheismus und Nihilismus verknüpft ist. Atheismus und Glaube sind komplementäre Erscheinungsformen ein und derselben Sehnsucht nach der Transzendierung des eigenen Ich, nach einer höheren Sinngebung des Lebens." – „Aljoscha versucht die Schuld der Karamasows zu sühnen, indem er die Generation der Nachkommen dazu anhält, sich auf den Wert der Familie zu besinnen: Meine lieben Kinder, wisst, es gibt nichts, das höher, stärker, gesünder und nützlicher für das Leben wäre als eine gute Erinnerung aus der Kindheit, aus dem Elternhause ... Wenn der Mensch viele solcher Erinnerungen ins Leben mitnimmt, so ist er fürs ganze Leben gerettet." -Dostojewski in einem Brief: "Ist doch das Leben voll Komik und nur in seinem inneren Sinne majestätisch."

Oswald Spengler: "Dostojewski lebt schon in der Wirklichkeit einer unmittelbar bevorstehenden religiösen Schöpfung. Sein Aljoscha ist dem Verständnis aller literarischen Kritik, auch der russischen, entzogen; sein Christus, den er immer wieder schreiben wollte, wäre ein echtes Evangelium geworden wie jene des Urchristentums, die gänzlich außerhalb aller antiken und jüdischen Literaturformen stehen." - "Demgegenüber hat Hermann Hesse die Brüder Karamasow als ein Buch des Zerfalls und der Krise gedeutet, als den Ausdruck eines 'uralten asiatisch-okkulten Ideals', das bereits beginne, 'den Geist Europas aufzufressen'."

Pflichtlektüre!  

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Glück ist, sich an den Schönheiten der Schöpfung zu erfreuen, ohne dabei die egoistischen Begehrlichkeiten des Teufels zu empfinden.

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Edward Elgars „Sursum Corda“ op.11 führt auf neuen Pfaden zu alten Höhen der Seelenstimmung. Seine Kunst wechselt den Weg, nicht das Ziel: Seine Musik führt ins Reich von Glaube, Hoffnung, Liebe.

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Aus Hermann Hesses der „Glasperlen“-Geschichte „Der Beichtvater“: „Wir wissen ja, dass den Weltflüchtigen und Büßern der Teufel eine ganz besondere Sorgfalt widmet.“ – „Damit der Mensch der Erlösung und des erlösenden Glaubens bedürftig werde, damit er die Freude an der Weisheit und Harmonie seiner Gedanken verliere und das große Wagnis des Glaubens an das Wunder der Erlösung auf sich nehme, muss es ihm erst schlecht gehen, sehr schlecht, er muss Leid und Enttäuschung, er muss Bitternis und Verzweiflung erlebt haben, die Wasser müssen ihm bis an den Hals gegangen sein.“

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Rabanus Maurus: „Wer den Gipfel der Weisheit erreichen will, muss zum Gipfel der Liebe gelangen. Denn niemand ist vollkommen im Wissen, der nicht vollkommen ist in der Liebe.“

 

Übermorgen feiert die katholische Kirche den Gedenktag des hl. Turibius von Mongrovejo. Geboren 1538 in der Diözese Oviedo, studierte er in Valladolid, Salamanca und Coimbra, wurde 1575 Inqusitor von Granada und 1579 Erzbischof von Lima. Aus „Magnificat“: "Er arbeitete unermüdlich an der Reorganisation seiner ausgedehnten Diözese und an der religiös-sittlichen Hebung von Klerus und Volk ... Er hatte große Schwierigkeiten wegen der Opposition des Klerus und der Orden (Privilegienstreit) und durch Einmischung der Kolonialregierung zu überwinden." Er starb am 23.März 1606.

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Aus einer dem hl.Franziskus zugeschriebenen Oration:

  "Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

  dass ich liebe, wo man hasst;

  dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

  dass ich verbinde, wo Streit ist;

  dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

  dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

  dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung droht;

  dass ich Licht bringe, wo Finsternis regiert;

  dass ich Freude bringe, wo Kummer wohnt.

  Herr, lass mich trachten,

  nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

  nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

  nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

  Denn wer sich hingibt, der empfängt;

  wer sich selbst vergisst, der findet;

  und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben."

Der neue Papst: Nach Märtyrer und Professor jetzt ein Pfarrer. Die katholische Kirche wird die größte Pfarrgemeinde der Welt.


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