Der Kriminalfall Jesus Christus

Montag, 25. März 2013

Christen feiern Ostern als das Fest der Auferstehung, Historiker aber finden immer mehr Beweise dafür, dass die Kreuzigung ein Justizmord war.

Jerusalem, 2. April 30 n.Chr.: Schon eine Woche vor dem Passahfest ist die besetzte Stadt ein Pulverfass. Fromme Juden reisen bis aus Marokko und Indien an, bald drängen sich 300.000 Menschen durch die engen Straßen. Jesus ist 36 und seit einem Jahr als Prediger unterwegs. Jetzt wohnt er bei seinem Freund Lazarus, den er einst von den Toten erweckte, in dem Dorf Bethanien. Als er auf einem Esel durch das Stadttor reitet, rufen ihm Pilger zu: „Hosianna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!“ Es sind vor allem seine Landsleute aus Galiläa, die in der Nähe kampieren. Sie halten ihn für den Messias, der Israel retten soll, und streuen ihm Palmzweige auf den Weg.

Im Tempel warten 18.000 Lämmer auf das Opfermesser. Die Gläubigen dürfen nur mit jüdischen Münzen bezahlen, und die Geldwechsler im Vorhof kassieren teure Gebühren. Am meisten verdienen die Hohepriester. Sie sind wütend, als Jesus die Geschäftemacher mit einer Geißel verjagt, und wollen ihn festnehmen, wissen aber nicht, wohin er nach der revolutionären Aktion untergetaucht ist.

Am Montag beginnt Jesus, im Tempel seine Lehre zu verkünden. Die Hohepriester wollen ihn jetzt verhaften, bekommen aber Angst vor den vielen Anhängern. Abends wäscht ihm Maria Magdalena in Bethanien die Füße und trocknet sie mit ihrem Haar.

Am Dienstag fordert der Hohepriester Kaiphas vor dem Rat der Stadt den Mord an Jesus: „Es ist besser, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht.“ Er tut so, als würde Jesus die Menschen gegen Rom aufwiegeln. In Wirklichkeit sorgen sich die reichen Religionsfunktionäre um ihre Macht und die fetten Einkünfte.

Der Statthalter Pilatus ist bereits mit 600 Legionären aus der nahen Garnison einmarschiert. Es sind Söldner, meist Griechen, Ägypter und Araber – und sie hassen die Juden.

Anders als Jesus will der Fanatiker Judas unbedingt den Aufstand gegen Rom. Er hofft, einen gefangenen „Messias“ würden die frommen Juden mit Gewalt befreien - auch aus den Händen der Römer. Deshalb bietet der Apostel am Mittwoch den Hohepriestern an, Jesus auszuliefern – für 30 Silberlinge.

Am Donnerstag beim traditionellen Passahmahl sagt Jesus den Aposteln den Mord voraus und setzt die Eucharistie ein: Brot und Wein seien Sinnbilder für Leib und Blut, die er für sie und die ganze Menschheit hingebe. Danach bereitet er sich in einem Garten unter Ölbäumen mit Gebeten auf seine Leiden vor.

Judas führt die Tempelwächter zu dem Versteck und identifiziert Jesus mit einem Kuss.

Bis zum Freitagmorgen wird der Verhaftete abwechselnd von Kaiphas, seinem Vorgänger Ananias, Pilatus und König Herodes verhört. Vor dem Hohen Rat lassen die Ankläger schließlich sogar falsche Zeugen auftreten. Pilatus durchschaut die Lügen und will Jesus mit einer blutigen Geißelung davonkommen lassen. Doch als der aufgeputschte Pöbel „Kreuziget ihn!“ brüllt, gibt der Römer ängstlich nach und wäscht sich dabei symbolisch die Hände, so als ob er an dem Justizmord unschuldig sei.

Die Legionäre führen Jesus 1650 Meter durch die Stadt zum Hinrichtungsfelsen Golgotha. Um 9 Uhr wird er zwischen zwei Raubmördern gekreuzigt. Maria, Maria Magdalena und andere Frauen halten bei dem Sterbenden aus, die Apostel sind, bis auf Johannes, geflohen.

Um 15 Uhr stirbt Jesus. Ein Erdbeben erschüttert die Stadt, und im Tempel reißt der große Vorhang entzwei. Der jüdische Ratsherr Joseph von Arimathäa holt sich bei Pilatus die Erlaubnis, Jesus bestatten zu dürfen, und bettet den Leichnam in sein eigenes Grab.

Am Samstag stellen die Hohepriester eine Wache davor: Noch nach dem Tod ihres Gegners fürchten sie dessen Lehren von Freiheit und Gerechtigkeit. Sie vermuten, die Apostel würden den Leichnam stehlen und dann behaupten, der Tote sei wieder auferstanden.  

In der Nacht zum Sonntag rollt ein zweites Erdbeben den Türstein zur Seite. Die erschrockenen Wächter bekommen es mit der Angst zu tun und laufen davon. Aus dem Kriminalfall wird ein Wunder: Im Morgengrauen finden Mara Magdalena und nach ihr Petrus und Johannes das Grab leer. Ihnen und später auch anderen, einmal mehr als 500 Menschen zugleich, erscheint der auferstandene Gottessohn. Das Christentum ist geboren, mit Ostern als seinem höchsten und heiligsten Fest. 

 

 

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