Ostern - Was viele noch nicht wussten

Samstag, 30. März 2013

Fast zwei Milliarden Christen feiern Ostern als Fest der Auferstehung, aber was geschah wirklich vor 1982 Jahren in Jerusalem? Bibelforscher und Archäologen entdecken immer mehr Unterschiede zwischen Bibel, Legende und historischer Wirklichkeit.

„Blut schwitzen“ ist eine fromme Übertreibung

In der Bibel steht über die Angst Jesu in den letzten Stunden vor der Verhaftung: „Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.“ Mediziner sprechen von „Hämhidrose“ („Blutschweiß“), wenn Adern besonders schwache und verletzliche Wände haben. Bei großer Angst etwa nach Todesdrohungen oder bei Vergewaltigungen können feine Äderchen in der Haut platzen, und dann treten aus dem Poren Schweiß und Blut aus.

In Jerusalem krähte am Morgen dreimal ein Hahn

Irrtum! In der ganzen Stadt gibt es keinen einzigen Hahn: Hühner sind streng verboten, weil sie „unreines Gewürm“ aus der Erde scharren. Der Hahn, den Petrus nach der Verhaftung Jesu im Palast des Hohepriesters hört, kräht auf einem Hügel weit jenseits der Stadtmauer. Sein Schrei ist aber über das Tal deutlich zu hören, weil der Palast hoch auf dem Hang liegt.

Jesus hat das Recht auf eine irdische Königskrone

Im Verhör fragt Pontius Pilatus ihn: „Bist du der Juden König?“ Denn Jesus zählt zu den Nachfahren König Davids. Damit ist er für den römischen Statthalter ein möglicher Thronanwärter und eine große Gefahr für den Frieden in der aufrührerischen Provinz. Aus diesem Grund lassen die Römer noch Jahrzehnte später Nachfahren Davids, darunter auch Verwandte von Jesus, hinrichten!       

Das Kreuz besteht aus zwei Balken

Irrtum! Der senkrechte Teil ist kein eckiger Balken, sondern ein runder Pfahl. Er ist 2,5 Meter hoch und steckt in einem Steinring von elf Zentimeter Durchmesser. Der griechische Archäologe Theo Mitropoulos entdeckt die Halterung bei der Restaurierung einer Kapelle auf dem Berg Golgatha. Nur das Querholz ist ein Balken.

Jesus muss das Kreuz tragen

Irrtum! Es wiegt mehrere Zentner, viel zu viel für einen einzelnen Menschen. Jesus trägt aber den schweren Querbalken.

Ein Bauer hilft ihm dabei

Irrtum: Der Mann, den die Legionäre zwingen, Jesus zu helfen, ist ein Pilger aus Cyrene. In der Bibel heißt er Simon und kommt „vom Felde“. Damit ist aber nicht etwa ein Acker gemeint, sondern das „Feld“ ist eine große Zeltstadt im Westen Jerusalems: Die Stadt zählt 70.000 Einwohner, muss aber 400.000 Pilger aufnehmen. Die meisten kampieren vor den Toren.

Die „Via dolorosa“ folgt den Spuren Jesu

Irrtum! Erst seit dem 16. Jahrhundert gehen Gläubige den „schmerzhafter Weg“ nach Golgatha. Zur Zeit Jesu liegt das Pflaster bis zu vier Meter tiefer, und die Straße verläuft heute ganz anders: Sie ist eine Verbindung traditioneller Gedenkstätten und nicht der wirkliche Kreuzweg.

Die Legionäre nehmen den kürzesten Weg

Irrtum! „Wenn wir Kriminelle kreuzigen, wählen wir die belebtesten Straßen, damit es möglichst viele Menschen sehen und von Furcht erfüllt werden“, schreibt der Römer Quintilian. Der wahre Kreuzweg war viel länger als die nur 700 Meter lange „Via Dolorosa“.

Die Nägel werden durch die Hand getrieben

Irrtum! Die Handteller könnten das Gewicht des Gekreuzigten niemals tragen. Deshalb schlagen die Henker die Nägel durch den Karpaltunnel im Handgelenk. Durch diesen Spalt verläuft der Medianerv. Deshalb verursacht der Nagel schier unerträgliche Schmerzen. Bei vielen Kreuzigungen verlieren die Opfer deshalb sofort das Bewusstsein.

Jesus wird mit dem Kreuz aufgerichtet

Irrtum! Die Szene wird zwar in vielen Filmen gezeigt, aber in Wirklichkeit steht der Kreuzespfahl auf Dauer fest in seinem Steinring. Jesus wird an den Querbalken geschlagen und dann mit ihm in die Höhe gezogen. Dass sich die Opfer dabei unter rasenden Schmerzen krümmen, lässt die Römer spöttisch vom „Tanz der Gekreuzigten“ sprechen. Erst wenn der Querbalken mit Seilen ganz oben befestigt ist, werden auch die Füße an den Pfahl genagelt.

Jesus bekommt Essig zum Hohn

Irrtum! Bei den Römern ist es Vorschrift, dass jede Abteilung zu Aufträgen außerhalb der Kaserne eine große Gemeinschaftsfeldflasche mit „Posca“ mitnimmt. Diese Mischung aus Wasser und Essig ist billig und löscht den Durst besonders gut. In manchen Gegenden Italiens ist sie bis heute sehr beliebt. Als Verschluss dient ein Schwamm. Einer der Legionäre steckt ihn auf einen Stock und hält ihn Jesus vor den Mund – aus Menschlichkeit und nicht zum Spott.

Es gab eine Sonnenfinsternis

Irrtum! In der Bibel steht nur, dass während der Kreuzigung für drei Stunden eine Finsternis über das Land kommt. Ursache ist der Wüstenwind Chamsin oder „schwarzer Südost“, der besonders häufig im April auftritt – in Palästina, aber auch am Nil, wo er 1200 Jahre zuvor die „ägyptische Finsternis“ verursacht.

Jesus feiert das Passah-Fest wie alle Juden

Irrtum! Er wählt für sein Letztes Abendmahl sogar einen neuen Termin. Nach dem Mondkalender der Priesterschaft fällt das höchste Fest immer auf den ersten Vollmond im Frühling, im Jahr 30 also auf Samstag, den 8. April. Nach dem Sonnenkalender der besonders frommen Essener jedoch, einer Sekte, der auch Jesus nahesteht, findet es immer an einem Mittwoch statt. Am Abend vor dem Fest treffen sich die Juden zum feierlichen Sedermahl. Jesus aber begeht sein Abschiedsfest weder am Dienstag- noch am Freitag-, sondern schon am Donnerstagabend: Er weiß, dass er den Freitagabend nicht mehr erleben wird.

Frauen dürfen das Sedermahl nicht mitfeiern

Irrtum! Die jüdischen Frauen sind bei diesem Fest selbstverständlich immer dabei – nicht aber beim Letzten Abendmahl. Denn Jesus hat dafür das Gästehaus der Essener in Jerusalem gewählt, und die Mitglieder dieser Sekte leben zölibatär, so wie heute die katholischen Priester. Frauen sind bei ihnen nicht erwünscht, und Jesus akzeptiert die strenge Regel.

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