Die hl.Waltraud und die Sprühfünkchen der Verleumder

Montag, 8. April 2013

Das Wort vom Montag

Ihr Name bedeutet „die waltende Göttliche“ oder „die Starke“: Die hl. Waltraud entstammt einer Familie von Heiligen. Ihre Eltern sind der fränkische Graf Walbert und die hl. Bertila. Ihre Schwester ist die hl. Adelgundis. Zu großer Frömmigkeit erzogen, heiratet sie Graf Vinzenz Magelgardius, einen Hofbeamten König Dagoberts des Guten, und schenkt ihm drei Kinder. Ehemann, Sohn und Töchter werden später ebenfalls unter die Heiligen gezählt: Landricus wird Abt der von seinem Vater gegründeten Klöster zu Soignies und Hautmont in Nordfrankreich und später Missionsbischof in der Gegend im Brüssel. Adeltrud wird Nachfolgerin ihrer Tante Adelgundis als Äbtissin von Maubeuge, Madelberta dort wiederum Nachfolgerin ihrer Schwester. Um das Jahr 656 nimmt auch Waltraud den Schleier: Sie gründet und leitet das belgische Nonnenkloster Mons. Nach der Legende wird sie zuvor von großer Gewissensangst befallen: Sie fürchtet, die Weltentsagung könne ihr als Unrecht vorgeworfen werden. „Da aber hatte sie die Erscheinung eines Engels, der ihr Mut und Trost zusprach“, schreiben Erna und Hans Melchers in ihrem „Großen Buch der Heiligen“. Sie solle, so sagte er, die Sprühfünkchen der Verleumder nicht fürchten, welche schnell entzündet, aber mit Leichtigkeit gelöscht würden. Daraufhin wandelte sie den Weg zum ewigen Leben mit solcher Treue und Standhaftigkeit, daß der Ruf ihrer Heiligkeit sich allenthalben verbreitete. Gott verlieh ihr die Gabe der Wunder, die sie besonders an kranken Kindern erprobte, sowie auch an den Armen, bei deren Unterstützung sich oftmals die Gaben unter ihren Händen vermehrten.“ Sie stirbt am 9.April wohl des Jahres 688, morgen ist ihr Gedenktag.

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Gottfried Keller, "Das verlorene Lachen". Über Jukundus: "Er … entdeckte die hamletartige Szene im Johannesevangelium, wo Jesus nachdenklich mit dem Finger etwas auf den Boden schreibt, ehe er sagt, wer ohne Sünde sei, solle den ersten Stein auf die Sünderin werfen, wo er dann wieder schreibt und, als er aufsieht, alle Ankläger hinweg gegangen sind und das Weib einsam vor ihm steht im still gewordenen Tempel." - Über Justine: "Sie selbst hing der unbestimmten Zeitreligion an und war darin umso eifriger, je gestaltloser ihre Vorstellungen waren." - Jukundus: "Ja, die stärksten Glaubenseiferer und Fanatiker haben gewöhnlich gar keine Gottesfurcht, sonst würden sie nicht so leben und handeln, wie sie wirklich tun." Geschrieben 1874. Jukundus und Justine sind Eheleute, denen über einer Krise das Lachen vergeht. Als sie sich wiederfinden, gewinnen sie auch das Lachen wieder zurück.

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Jede große Lebenskrise lehrt: Gott gehört nicht uns, sondern wir gehören Gott.

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Teresa von Avila: „Wie freundschaftlich würden alle Menschen miteinander verkehren, wenn sie frei wären von Ehr- und Geldsucht. Ich glaube, allem wäre damit geholfen.“

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Bruckners 4.Symphonie ist majestätische Musik aus dem Vorhof der Seligkeit, eine heilige Empfindung in irdischer Dramaturgie, die nur durch ihre Zeitlichkeit von der Musik der Engel getrennt bleibt. Ein warmer Sturzbach wundersamer Melodien löst Angst und Qual der Seele in himmlische Harmonie. Jeder Klang, auch der dramatische, lenkt den Sinn auf Gottes Frieden. Im zweiten Satz suchen seelische Fluten den Strand des Glaubens: Nur an Gottes Gestade finden das Werden und Sein der Lebenswellen Sinn.

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Johannes Maria Vianney, der hl. Pfarrer von Ars: "Die Seele, die wenig betet, gleicht jenen Vögeln, die, obwohl mit großen Flügeln bedacht, sich ihrer nicht zu bedienen versteht oder sich nur sehr wenig erheben, während die Seele, die mit Inbrunst und Ausdauer betet, einer Schwalbe ähnlich wird, die sich mit Leichtigkeit hoch in die Lüfte erhebt."

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Aus Klopstocks „Dem Erlöser“:

  „Der Seraph stammelt, und die Unendlichkeit

  Bebt durch den Umkreis ihrer Gefilde nach

  Dein hohes Lob, o Sohn! wer bin ich,

  Daß ich mich auch in die Jubel dränge?

 

  Vom Staube Staub! Doch wohnt ein Unsterblicher

  Von hoher Abkunft in den Verwesungen

  Und denkt Gedanken, daß Entzückung

  Durch die erschütterte Nerve schauert.

 

  Auch du wirst einmal mehr wie Verwesung sein,

  Der Seele Schatten, Hüte, von Erd’ erbaut,

  Und andrer Schauer Trunkenheiten

  Werden dich dort, wo du schlummerst, wecken...“

 

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