Dieter Nuhr über den intoleranten Islam

Montag, 15. April 2013

Das Wort vom Sonntag

Sein Name sollte ihn dem Apollo weihen, doch er wurde Christ, folgte Petrus als Jünger von Antiochia nach Rom und erlitt in Ravenna ein noch grausameres Martyrium als der Apostel selbst: Der hl. Apollinaris zählt zu den ersten und wichtigsten Bekennern des christlichen Glaubens. „Ihm ist eine der schönsten, schlichtesten und frömmsten Kirchen geweiht, die sich aus der Zeit des frühen Christentums erhalten haben, die bekannte Basilika Sant’Appolinare in Classe“, schreiben Erna und Hans Melchers in ihrem „Großen Buch der Heiligen“. „Sie wurde über dem Grab des heroischen Gottesdieners errichtet, der nach der Legende um das Jahr 75 den Martertod erlitt. Die „Legenda aurea“ schildert das Glaubensopfer in erschütternden Einzelheiten. Apollinaris, von Petrus als Bischof nach Ravenna geschickt, heilt dort die Ehefrau eines römischen Tribunen und tauft sie mit ihrer ganzen Familie. Als die heidnischen Priester davon hören, wollen sie den Heiligen zwingen, in ihrem Jupitertempel zu opfern. Apollinarus aber erklärt, es wäre besser, das Gold und Silber, aus dem die Götzen gegossen seien, den Armen zu geben. Die zornigen Priester schlagen ihn mit Knüppeln halb tot, doch seine Jünger pflegen ihn im Haus einer frommen Witwe wieder gesund. Kaum genesen, geht er nach Classe zu einem Edelmann, der stumm ist. Auf dem Weg begegnet er eine vom Teufel besessenen Jungfrau und zwingt den Satan, sie zu verlassen. Danach heilt er den Edelmann und bekehrt dadurch 500 Heiden. Daraufhin fallen die Jupiterpriester erneut über ihn her und schlagen auf ihn ein. Er aber beginnt zu predigen und hört auch dann nicht auf, als sie ihn mit nackten Füßen auf glühende Kohlen stellen. Als die Heiden sehen, dass sie ihm nichts anhaben können, stoßen sie ihn aus der Stadt hinaus. Später erweckt Apollinaris die Tochter eines Patriziers von den Toten. Nun erfährt auch der Kaiser von dem wundertätigen Mann. Er befiehlt, ihn entweder zum Heidentum zu bekehren oder in die Verbannung zu schicken. Der Statthalter lässt Apollinaris besonders grausam foltern und dann auch noch kochendes Wasser in die Wunden gießen. Dann führen die Schergen den Heiligen in Ketten ins Exil ab. Als Apollinaris trotzdem wiederkommt, wird er erneut vor ein Götzenbild geführt. Wieder verweigert er das geforderte Opfer und wird vor Gericht gestellt. Und wieder überzeugt ein Wunder seine Verfolger: Der Heilige gibt dem Sohn des Richters das Augenlicht wieder und wird von dem dankbaren Vater nicht nur freigelassen, sondern vier Jahre lang auf einem Landgut versteckt. Aber die Christenverfolgung mildert sich nicht, eines Tages wird Apollinaris verraten und der kaiserliche Urteilsspruch erneut auf ihn angewendet. Ein Hauptmann, der heimlich Christ geworden ist, rettet ihn, und der Heilige verbirgt sich im Viertel der Aussätzigen. Fanatische Heiden verfolgen ihn aber auch dorthin und schlagen ihn mit Keulen, bis er tot scheint. Er lebt aber noch sieben Tage und ermahnt seine Gläubigen, standhaft zu bleiben. Der hl. Ambrosius bringt das Haupt des damals hochverehrten Heiligen später nach Mailand. Von dort kommt es im Mittelalter mit den Reliquien der hl. Drei Könige nach Deutschland. Es wird heute in einem Reliquiar der Apollinariskirche in Remagen aufbewahrt.

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Jede Lebensform auf Erden besitzt ihre eigene Zeit, dem Kolibri vergeht sie schneller als der Schildkröte. Aber aucb jeder Mensch hat seine eigene Zeit. Das Rätsel der Ewigkeit fasziniert nur bei irdischer Betrachtung: Es reizt den vom Zeitsinn gesteuerten Verstand, nicht aber den zeitlosen Glauben.

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Brahms, 2.Symphonie D-Dur op.73. Im 1.Satz beugt sich ein freundlicher Gott über die Welt, und alle Furcht endet. Gnade wärmt das Blut, in der Melodie pocht der Herzschlag der Erde. Im 2.Satz erhebt sich der Mensch aus dem Staub und wendet sein Gesicht dem Himmel zu, wo er seine Heimat sieht, doch zwingen die Stürme des Wollens und Begehrens die Seele zum Kampf. Der 3.Satz findet den Menschen auf seiner Wanderung über die lebende Hülle des Planeten. Nicht Neugier, Ruhmsucht oder Beutelust treiben den Eroberer, sondern Hunger und Angst. Der 4.Satz hört die Stürme der Geschichte. Krieg und Tyrannei entsetzen die Menschen, bis der Bund zwischen dem Ewigen und seinen Raumzeitgeschöpfen endlich am Ziel ist.

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Martin Buber: „Altsein ist eine herrliche Sache, wenn man nicht verlernt hat, was Anfangen heißt.“ Über das Gebet: „Das Lob muss immer den Vorrang haben, auch wenn sich das Herz nicht frei von Schuld weiß.“ Die Psalmen Davids sind „Herztöne der Menschheit“. Dazu auch ein Gedicht von Nelly Sachs über David:

  „Aber im Mannesjahr

  maß er, ein Vater der Dichter,

  in Verzweiflung

  die Entfernung zu Gott aus,

  und baute der Palmen Nachtherbergen

  für die Wegwunden.“

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Johannes Bosco: „Tun wir, was wir können. Gott fügt das Fehlende schon hinzu.“

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In „Satire-Gipfel“ (ARD) sagt Kabarettist Dieter Nuhr (Auszüge): „Übrigens, das ist mir auch noch wichtig zu sagen: Wir haben zahlreiche Witzchen gemacht über unsere Kirche und ihre Würdenträger in den schönen Kleidchen – aber was ich wirklich schön finde: Im Einflussbereich unserer Kirche kann ich solche Witze machen, ohne dass sich jemand vor meiner Haustür in die Luft sprengt. Das einzige Thema, über das man bei uns keine Witze machen darf, wenn man nicht seine Gesundheit aufs Spiel setzen möchte, das ist der Islam. Die Mullahs rufen ‚Tod, Tod Amerika‘, predigen den Hass auf die Freiheit. Insofern steht der Islam, was Mittelalterlichkeit, Rückschrittlichkeit und Intoleranz angeht, immer noch unangefochten an erster Stelle. Das darf in einem Nebensatz auch mal festgehalten werden.“

Gern auch in einem Hauptsatz…

 

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