Der „teutsche Patriotismus“

Mittwoch, 17. April 2013

Goethes "Egmont" als Aufzeichnung einer Aufführung 1967 in Hamburg. Am besten gefallen

die Regentin; "Ich weiß, daß einer ein ehrlicher und verständiger Mann sein kann, wenn er gleich den nächsten besten Weg zum Heil seiner Seele verfehlt hat."

Vansen: "So seid ihr Bürgersleute! Ihr lebt nur so in den Tag hin; und wie ihr euer Gewerb von euern Eltern überkommen habt, so laßt ihr auch das Regiment über euch schalten und walten, wie es kann und mag."

Egmont: "Daß ich fröhlich bin, die Sachen leicht nehme, rasch lebe, das ist mein Glück, und ich vertausch es nicht gegen die Sicherheit eine Totengewölbes." - "Laßt jeden seines Pfades gehen, er mag sich wahren."

Oranien: "Ziemt es sich, uns für Tausende hinzugeben, so ziemt es sich auch, uns für Tausende zu schonen."

Alba: "Was ist des Freiesten Freiheit? Recht zu tun!"

Egmont: "Süßer Schlaf! Du kommst wie ein reines Glücks ungebeten, unerfleht am willigsten. Du lösest die Knoten der strengen Gedanken, vermischest alle Bilder der Freude und des Schmerzes; ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien, und eingehüllt in gefälligen Wahnsinn, versinken wir und hören auf zu sein.“

Goethe nahm sich den niederländischen Freiheitshelden Lamoral Graf von Egmond, Fürst von Gavre (1522-1568) zum Vorbild. Der Statthalter von Flandern und Artois wurde von dem berüchtigten Herzog von Alba als Hochverräter und Rebell zum Tode verurteilt und auf dem Großen Markt in Brüssel enthauptet. Sein Tod führte zu einem 80-jährigen Krieg, in dem die Niederlande gegen die Spanier ihre Freiheit erstritten.

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Wer mit den Bösen feiert, hat Gift im Glas.

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Leo Brouwers Wiegenlied "Canción de cuna" erinnert daran: Wir waren Kinder und wir werden wieder Kinder sein. Das Leben ist nicht Linie, sondern Kreis.

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Wieland, „Über teutschen Patriotismus“: „Niemand kann überzeugter sein, daß Patriotismus die natürliche Frucht einer auf die Gerechtigkeit der Gesetze und die Zuverlässigkeit ihrer Vollziehung gegründeten Zufriedenheit des Volkes mit seinem Zustande ist; unter welcher Regierungsform es auch sei. Nicht eine schimärische, nur unter Wilden, ja unter diesen kaum mögliche Gleichheit, welche allen Unterschied der Stände oder alle Vorzüge eines Standes von dem andern, aufhebt, sondern die Gleichheit aller Glieder des Staats vor dem Gesetz; nicht die Größe, sondern die Sicherheit des Eigentums; - nicht das einem jeden Bürger durch eine demokratische Konstitution zugeteilte Recht, unmittelbar an der höchsten Gewalt im Staate Anteil zu haben, sondern die Gewißheit eines jeden Bürgers, daß er von der höchsten Gewalt kein Unrecht zu erleiden hat; nicht das, was die schwindlichten Franzosen politische Freiheit nennen, sondern die Freiheit von Unterdrückung, von ungerechter Einschränkung des Gebrauchs seiner Kräfte und Talente, die Befreiung von allen unklugen, auf den gegenwärtigen Zustand nicht mehr passenden, und eben darum ungerechten Gesetzen, Gebräuchen und alten Einrichtungen – sind die ersten und notwendigsten Bedingungen, unter welchen es möglich ist, daß ein Volk sich glücklich genug fühle, um das Land, in welchem, und die Regierung, unter welcher es diese Vorteile genießt, mit Anhänglichkeit zu lieben, und, wenn es die Not erfordert, alles für ein solches Vaterland tun, leiden und aufopfern zu können.“

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Hans Leip, “Aber die Liebe”:

  „Wenn wir in unserer ständigen Loge sitzen,

  sagte Madame Smit,

  lassen wir unsere Brillanten glitzen.

  Das verdeckt erstens unsere Bildungsritzen -

  und zweitens glitzen wir ein büschen mit.”


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