Warum Emil Jannings schnell noch katholisch wurde

Donnerstag, 18. April 2013

Das Wort zum Freitag

„Emma“ zählt zu den beliebtesten Vornamen, aber kaum jemand kennt die Patronin: Die hl. Emma von Lessum stammt aus dem Geschlecht des großen Sachsenherzogs Widukind und ist die Schwester des hl. Meinwerk von Paderborn. Ihre überaus lebenslustige Mutter Adela ist der Tochter kein Vorbild, doch führt Graf Ludger das Mädchen schon früh als seine Gemahlin aus dem Elternhaus fort. Sie schenkt ihm Sohn Imat, wird aber bald Witwe. Nun widmet sie sich ganz der Erziehung ihres Kindes. Sie darf noch miterleben, wie er Nachfolger ihres Bruders wird. Die „Imat-Madonna“ im Paderborner Domschatz erinnert bis heute an ihn. Das alles ist tausend Jahre her. „Sicherlich ist die reiche Frau oftmals verlockt worden, sich wiederum zu verheiraten und dem weltlichen Leben zuzuwenden“, schreiben Erna und Hans Melchers in ihrem „Großen Buch der Heiligen“. „Aber Emma blieb bis zu ihrem Tode in ihrem Witwenstande. Ihren Reichtum gab sie freigebig hin, um Bedürftigen zu helfen. Auch an Kirchen und Klöster machte sie großzügige Stiftungen.“ Ihr Todestag ist der 19.April 1040. Ihr Grab findet sich in Bremen, eine Reliquie wird Jahrhunderte lang im Kloster Werden aufbewahrt, geht aber dann in Kriegswirren verloren. Als Fromme ihr Grab öffnen, ist ihr Leib zu Staub zerfallen, doch die rechte Hand unversehrt, nach dem Bibelwort über die Wohltätigkeit, dass die Linke hat nicht wissen soll, was die Rechte tut.“

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Vor zehn Jahren sprach der katholische Religionsphilosoph und Anthropologe Prof. Jörg Splett in der Hamburger Kirchengemeinde St. Antonius über "'Der Wahrheit die Ehre geben' der 'Fünf gerade sein lassen' - 'Jedem seine Wahrheit?'" Am tiefsten prägen sich ein: "Es gibt kein Da-sein außer dem Da-sein für jemand anderen." - "Es gibt keine Wahrheit außer der Wahrheit für jemand anderen. Das ist die Wahrheit Gottes." - "Keiner darf einen anderen zu einem Christen zweiter Klasse erklären." - "Ich muss nicht meinen, dass ich anständig sein muss, damit Gott mich gern hat." - "Lieben heißt: Es soll dich geben! Ich will, dass du seiest." - "Der einzige Weg zur Wahrheit ist, dass wir sie wirklich wollen." - "Das Besondere an der Familie ist, dass man vieles nicht sagen muss." In der Diskussion mit der Gemeinde zitiert Pfarrer Johannes Pricker aus der ersten Vorlesung seines alten Lehrers: "Der Mensch ist die Frage nach sich selbst."

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Gott ist die Liebe, und Liebe will Liebe. Das ist der tiefste Grund für unsere Freiheit: Liebe ist nur freiwillig Liebe, sie entsteht, blüht und wächst nur aus der freien Entscheidung freier Menschen.

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Bruckners 4.Symphonie, die "Romantische", rollt wie eine religiöse Flutwelle durch die Wüste des Unglaubens. Die ungeheure Kraft kommt aus der Reinheit des absolut Guten. Der reiche Zauber der Reizungen ist ein Geschenk an die Sinne. Die Wahrheit hat viele Gewänder, aber nur eine Gestalt; Bruckner schenkt ihr eine Stimme. Die Wahrheit spricht nur durch Musik, Poesie oder den Glauben.

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Aus einem Kommentar des hl.Augustinus zum Johannesevangelium: "Das Wunder unseres Herrn Jesus Christus, wodurch er Wasser in Wein verwandelte, ist für die nicht sonderbar, die wissen, dass Gott es gewirkt hat. Er selbst hat das Wasser in den sechs Krügen, die er mit Wasser zu füllen befahl, an jenem Hochzeitstag zu Wein gemacht, er, der dasselbe jedes Jahr in den Weintrauben tut."

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Hans Leip, “Aber die Liebe”: “Als Emil Jannings, der saftige Mime, trotz aller Beschwichtigungen seiner Ärzte und seiner lieben Auguste merkte, daß die Stunde des endgültigen Abtretens nicht fern sei, überlegte er, welch magere Vorstellung er als Protestant am Wolfgangsee mit seiner Beerdigung bieten würde, und wurde darum noch schnell katholisch. Und es wurde ein rechtes Gepränge. Sogar der Bischof oder gar Erzbischof aus Salzburg war dabei.”

 

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