Neue Namen für den Berliner Flughafen

Sonntag, 28. April 2013

VON WOCHE ZU WOCHE: 21.-27.April 2013

SONNTAG

Sozialdemokraten und Grüne werfen der Bundesregierung wahlkämpferisch Komplizenschaft mit Steuerbetrügern wie Uli Hoeneß vor. Der Bundesfinanzminister erinnert seine Kritiker, dass unter der rotgrünen Bundesregierung einst ein Amnestiegesetz Schwarzgeld aus der Schweiz legalisieren sollte. John Morley: „Das richtige Gedächtnis für einen Politiker ist eines, das ihm sagt, woran er sich zu erinnern und was er zu vergessen hat.“

MONTAG

Nächstes Jahr werden 3000 Helgoländer Hummer im Windpark Riffgat vor der Insel Borkum ausgesetzt. Sie sollen sich auf den Steinschüttungen um die Fundamente der Luftmühlen ansiedeln und Kritikern des Offshore-Milliardenspiels auf schmackhafte Weise den Mund stopfen. Tschechow: „Die Natur ist ein sehr gutes Beruhigungsmittel.“

DIENSTAG  

Hamburgs Hafenwirtschaft fordert seit langem eine tiefere Fahrrinne in der Elbe, denn ohne sie droht international das Aus. BUND, Nabu und WWF, Kläger gegen die Elbvertiefung, stellen jetzt ein neues Gutachten vor: Der Strom könne durch die Bagger ökologisch umkippen und biologisch sterben. Autor der Studie ist ein Professor aus den Niederlanden, Nutznießer wäre Hamburgs Hauptkonkurrent Rotterdam. Deutsches Sprichwort: „Liebe deinen Nachbarn, aber reiß den Zaun nicht ein.“

MITTWOCH

Nach der Hitliste der Gesellschaft für deutsche Sprache“ sind Sophie und Luca die beliebtesten Namen für Neugeborene 2012. Eher ungewöhnliche Eintragungen sind Fallion, Katte, Kirono und Meus. Standesamtlich abgelehnt wurden die Namenswünsche Bommel, Kater, Loriot und Motte. Weiter im Aufwind sind die Vornamen der Großväter-Generation wie Anton, Emil, Karl. Deutsches Sprichwort: „Ein guter Name ist ein reiches Erbteil.“    

DONNERSTAG

Die von den Grünen dominierte Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Berliner Stadtteils Kreuzberg setzt erneut einen Beschluss um, nach dem Straßen und Plätze so lange ausschließlich nach Frauen benannt werden sollen, bis die Gleichzahl mit Männernamen erreicht sei. Allerdings fallen den grünen Abgeordneten offenbar nicht genügende Frauen ein. Deshalb gab es schon zwei Ausnahmen: eine Straße nach dem Studentenführer Rudi Dutschke, eine andere nach dem Hausbesetzer Silvio Meier. Um den Platz vor der Akademie des Jüdischen Museums nach dem großen Aufklärer Moses Mendelssohn nennen zu können, ohne die selbstverordnete Gender-Gerechtigkeit ein weiteres Mal zu verletzen, fiel der BVV-Mehrheit jetzt die Lösung „Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz“ ein. Fromet Mendelssohn war eine tüchtige Hausfrau und Mutter von zehn Kindern. Vielen Dank für diese verspätete Aufwertung eine von den Grünen bisher nicht sonderlich geförderte Frauenrolle! Der Historiker Götz Aly ahnt jetzt als neuen Namen für den BER „Ruth-und-Brigitte-Seebacher-und-Willy-Brandt-Flughafen-Berlin-Brandenburg“ voraus. Sebastian Brant, „Das Narrenschiff“: „Zu Scherz und Ernst und allem Spiel / Trifft man hier Narren, wie man will.“

FREITAG

Im Hamburger Hafen legt eine „Arche Noah“ an: 70 Meter lang, 25 biblische Szenen auf vier Stockwerken. Der holländische TV-Entertainer Aad Peters will damit "Geschichten erfahrbar, erlebbar machen: mit dem Kopf, aber auch mit dem Herzen und mit dem Gefühl.“ Ein Lesermailschreiber beschwert sich: „Mit Rücksicht auf unsere muslimischen Mitbürger sollten wir solche Provokationen unterlassen.“ Er weiß offenbar nicht, dass Noah im Islam als Prophet gilt und der Koran ihm die Sure 71 widmet. Stanislaw Jerzy Lec: „Dummheit kennt keine Grenzen: Überall, wo sie auftritt, ist ihr Territorium.“  

SAMSTAG

Nach dem Pferdefleisch-Skandal ist der Absatz von Tiefkühl-Lasagne um 15 Prozent gesunken, von Tiefkühlfisch aber um 100 Prozent gestiegen. Erst die Aktion, dann die gesunde Reaktion. Ausnahme, so Robert Koch: „Wenn ein Arzt hinter dem Sarg seines Patienten geht, so folgt manchmal tatsächlich die Ursache der Wirkung.“

 

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