Kapitel 81: Das Attentat

Sonntag, 5. Mai 2013
„An dieser ältesten Straße der Stadt“: Am Fleet hinter der Neustädter Fuhlentwiete 1887 © Museum für Hamburgische Geschichte

In dieser Nacht wachte ich an Nells Sarg in der Katharinenkirche. Der Sturm heulte um die dicken Mauern. Onkel Johnny kam nur einmal kurz vorbei, mit Kowalski und den Freunden, und später auch Jack, allein. Keiner von ihnen sagte ein einziges Wort. Es war, als seien auch sie gestorben.

  Nell war nicht so stark, so kühl und unanfechtbar wie die Frau in ihren Liedern. Gar nicht. Sie war eine traurige, verlassene, verzweifelte Seele. Heute glaube ich, dass sie genauso wie ich nie richtig erwachsen geworden ist. Wenn Kinder oder junge Menschen zu früh Leid erfahren, ziehen sie sich oft ganz in sich selbst zurück und bleiben dann seelisch wie eine Puppe. Sie haben nicht mehr den Mut, ein Schmetterling zu werden, weil sie wissen, wie gefährlich das Leben da draußen ist, vor allem für Schmetterlinge. Sie wissen, dass Puppen erst sterben, wenn sie Schmetterlinge geworden sind. Nells Seele war erstarrt, als sie Johnny verlor. Als er zu ihr zurückkehrte, wirklich zurückkehrte, nicht schon zwei Wochen zuvor, sondern erst in der Nacht, in der er wie eine Erscheinung durch mein Zimmer schlich, und Nell ihren Schwur und auch alles andere vergaß, da war es zu spät, da hatte Nells Seele keine Zeit mehr, aufzutauen, denn am nächsten Tag starb Danny. Nells Liebe zu Onkel Johnny musste noch ein drittes Mal aus dem Eis ihres Wesens hervorbrechen, und als das geschah, flog ihr das Messer von hinten ins Herz.

  Ich saß allein in dieser riesigen leeren Kirche und dachte über alles nach, was geschehen war. Ich konnte keinen Sinn darin erkennen außer dem, dass Gott zwar die Menschen prüft, bevor er sie wieder zu sich nach Hause zurückkehren lässt, dabei aber nicht sehen will, ob sie sich an die Gesetze der Menschen halten, sondern ob sie sich an die Gesetze Gottes halten, und dazwischen liegt oft eine ganze Welt. Die Gesetze der Menschen ordnen Gut und Böse nach Paragraphen, das Gesetz der Liebe aber trennt Gut und Böse nach dem Herzen, denn für Gott zählt das Wollen so viel wie das Vollbringen, und er lässt immer wieder einen neuen Anfang zu.

  Ab und zu stand ich auf, trat zu dem Sarg und blickte auf Nells wunderschönes Gesicht. Sie war immer noch so schön und stolz wie eine Dogaressa, es sah aus, als schliefe sie nur, und ich dachte, dass der Tod nicht der Bruder des Schlafes ist, sondern sein Vater und seine Mutter, denn jedes Mal, wenn die Sonne untergeht, sind wir wieder ein Stückchen gestorben, und jedes Mal wenn wir aufwachen, werden wir wieder ein bisschen geboren. Aus dem Schlaf der Nacht weckt uns das Leben, aus dem Schlaf des Todes aber der ewige Morgen, der keine Tränen mehr kennt.

  In dieser Nacht beschloss ich, für immer aus meiner Welt, aus der Welt, in der ich groß geworden war, hinauszugehen. Ich wollte nicht mehr die schöne Helena sein und mit Verbrechern herumlungern. Ich wollte lieber als das ärmste Dienstmädchen auf der ganzen weiten Welt reichen Leuten die alten Pitchpineböden scheuern, aber dafür mein Geld auf ehrliche Weise verdienen.

  Es gibt ein wunderschönes Gedicht von Mörike, das fällt mir immer ein, wenn ich an diese Nacht zurückdenke. Es geht so:

  Und ich sprach zu meinem Herzen:

  Lass uns fest zusammenhalten!

  Denn wir kennen uns einander,

  Wie ihr Nest die Schwalbe kennt,

  Wie die Zither kennt den Sänger,

  Wie sich Schwert und Schild erkennen,

  Schild und Schwert einander lieben.

  Solch ein Paar, wer scheidet es?

  Als ich dieses Wort gesprochen,

  Hüpfte mir das Herz im Busen,

  Das noch erst geweinet hatte.

  Ich hörte nicht gleich auf zu weinen, aber es waren nicht mehr die Tränen der Verzweiflung, denn ich sah plötzlich wieder einen Weg vor mir.

  Auf diesem Weg standen allerdings Onkel Johnny und Jack.

  Der Mord an Lando wurde nie aufgeklärt, denn die dänische Dinne hat bei der Polizei kein Sterbenswörtchen von dem Besuch der unbekannten jungen Chinesin verlauten lassen, und auch Martha schwieg eisern, wie sich das in ihren Kreisen gehörte. Über das Motiv wurde lange gerätselt. Die es kannten, behielten es für sich, und die anderen kamen niemals dahinter. Dabei ging es ganz einfach um das uralte Gesetz der Steppe. Als die Horden Dschingis Khans anno 1240 die Kumanen aus der Ukraine verjagten, flohen die Geschlagenen westwärts nach Ungarn, das damals ein großes und mächtiges Reich war. Daraufhin schrieb Batu einen Brief, in dem ungefähr stand, er habe erfahren, dass der Ungarnkönig seine entlaufenen Sklaven aufgenommen habe, und befehle ihm nunmehr, sie nicht weiter zu behalten, sondern sie zurückzuschicken, damit er nicht zum Feind der Mongolen werde. Als der König nicht gehorchte, griffen die Mongolen an und verwüsteten das Land von einem Ende zum anderen. Ich glaube, solche Besitzansprüche haben die grausame Yüan Yüan geleitet, Nells Tod an Lando zu rächen. Sie hatte Nell zur Sklavin und damit zu ihrem Eigentum erklärt. Auch wenn nicht einmal Nell selbst davon ahnte, durfte niemand sie anrühren.

  Es ist auch völlig klar, dass Lando den armen Constabler Flint ermordet hat, und auch, dass er jetzt Jack und nicht Onkel Johnny aus dem Weg räumen wollte, denn Jack war viel gefährlicher für ihn. Auf Onkel Johnny konnte Lando jederzeit die Polizei hetzen, aber sobald es Jack gelang, alle anderen Banden hinter sich zu bringen, waren Landos Tage endgültig gezählt.

  Hamburg schläft immer spät, aber in dieser Nacht kam die Stadt überhaupt nicht zur Ruhe. In den teuren Restaurants auf dem Steilufer über der Elbe sorgten die Reichen sich bei Austern und Champagner über die Unruhen bei den Armen, in den billigen Kneipen der Gängeviertel redeten Arbeiter bei Bier und Buletten über die Revolution. In Jacks Büro besprachen die Anführer der deutschen Banden, im Haus des Henkers die Anführer der ausländischen Banden die große Schlacht auf dem Brook. Mit der Nässe kroch ein Dunst von Hass und Gewalt aus den Straßen und verdichtete sich zu einer psychischen Gewitterwolke, bereit, sich in Blitz und Feuer zu entladen.

  Auch über den Sturm wurde gesprochen. An der Wetterrah der Seewarte gloste weiter das rote Licht, und der Sturm polterte jede Stunde heftiger.

  Jack versprach, nach der Schlacht werde ein für alle Mal mit dem Gesindel Schluss sein, sowohl mit den „verfluchten Kommunisten“ wie mit den „verdammten Ausländern“.

  Kalfater-Kalli wollte wissen, was Jack gegen die Constabler mit ihren Schießprügel zu tun gedenke. Die alten Zeiten seien vorbei, in der Männer noch Auge in Auge kämpften, so ein Stück Blei haue den Stärksten um.

  Sie wüssten ja, erwiderte Jack, dass die Brookboys inzwischen ebenfalls Gewehre hätten und auch damit umgehen könnten.

  Der Herzog von Boizenburg war noch nicht zufrieden. Und wenn die Armee angreife?

  Jack antwortete, sie sollten sich keine Sorgen machen, die Brücken würden so verbarrikadiert, dass niemand von der Stadt auf den Brook kommen könne.

  Wer denn die Barrikaden sichern solle, erkundigte sich der Berliner Bulle.

  Daraufhin schilderte Wandrahm-Willy die Wirkung der Gatling Gun mit dem neuen Bruce-Ladesystem. 400 Schuss pro Minute. Das werde genügen. „Sollt mal sehen, wie die Muschkoten die Köpfe einziehen.

  Und Kehrwieder-Johnny, fragte der Prophet Samuel, wäre es nicht besser, in noch vor der Schlacht zu erledigen? Er mache sich erbötig, die Angelegenheit in diesem Sinne zu regeln.

  Das lehnte Jack entschieden ab. Johnny gehöre ihm, und er wünsche auf keinen Fall, dass ihm irgendjemand in die Quere komme.

  In der „Ruhigen Hand“ erläuterte mein Onkel den Verbündeten seine Pläne. Er schlug vor, das ganze Gebiet um die Holländische Reihe und den Holländischen Brook zu verbarrikadieren. Dort sollten sie sich verteidigen und auf keinen Fall herauslocken lassen. Wenn es gelänge, Jacks Leute ein oder zwei Stunden aufzuhalten, würde die Unruhe in der Stadt so groß werden, dass die Polizei gar nicht mehr umhin könne, einzugreifen.

  „Das gilt dann aber auch für dich, Johnny“, sagte der Bäcker. „Du bist unser Anführer. Kein neuer Zweikampf mit Jack! Lass ihn schimpfen und fluchen.“

  Das versprach Onkel Johnny. Er sagte den Freunden auch, sie wüssten, es sei nicht ohne, sie können alle draufgehen.

  Wohl, bestätigte der Bäcker für die anderen, sie wüssten das.

  Die Kriegskonvention der Hamburger Unterwelt kannte nur drei Paragraphen: Verwundete oder Wehrlose wurden nicht mehr angegriffen, Flüchtende nicht verfolgt, und wenn Polizei kam, wurden Gegner automatisch Verbündete, denn die Verachtung der bürgerlichen Ordnung war stärker als der Hass.

  Am Vormittag kämpfte sich Lida mit meiner Mutter und dem Veermaster durch Sturm und Regen in die „Ruhige Hand“, um Onkel Johnny zu sagen, dass alles arrangiert sei. Der Kronprinz habe versprochen, dafür zu sorgen, dass Onkel Johnny mit einem Diplomatenpass an Bord gehen könne. Sein persönlicher Adjutant werde ihn am Abend abholen und zum Dampferanlegeplatz bringen. Die „Midas“ laufe um neun Uhr aus.

  Onkel Johnny fragte weder nach Nell noch nach mir, sondern sagte, es gelte jetzt nur noch Jack oder er. So lange Jack lebe, werde der Brook niemals frei sein. Wenn er, Johnny,  gewinne, werde er dafür sorgen, dass der Brook wieder ein anständiges Viertel werde. Verliere er aber, so brauche er auch keinen Pass mehr.

  „Du willst es also wirklich ausfechten?“ fragte Ridder.

  „Ja“, sagte Onkel Johnny.

  „Und mich willst du nicht dabei haben?“

  „Nein. Mir ist lieber, wenn du dich um Emma und Helena kümmerst.“

  „Dann kann ich wohl nur noch hinterher die Trümmer zusammenklauben.“

  „Kümmere dich um Emma und um Helena“, sagte mein Onkel.

  „Um Emma musst du dir keine Sorgen machen“ sagte der Veermaster. „Die Helena will aber unbedingt hierbleiben.“

  „Mumpitz mit Soße, die soll mitfahren!“

  Meine Mutter sah ihn bittend an. „Sie wird nur mitkommen, wenn du es ihr sagst, Johnny. Sie denkt sonst, sie lässt dich im Stich.“

  „Sag ihr, dass sie gefälligst auf den verflixten Dampfer klettern soll“, sagte Onkel Johnny barsch. „Du bist ihre Mutter, nicht wahr? Sag ihr, du haust ihr sonst den Hosenboden voll.“

  „O Johnny“, seufzte meine Mutter. „Auf mich hört sie ja schon lange nicht mehr.“

  Mein Onkel wurde ungeduldig. „Sag ihr einen schönen Gruß, und sie soll machen, was ihr die Erwachsenen sagen, sonst gibt’s von mir was hinter die Löffel. Was glaubt die Deern denn eigentlich, denkt sie, sie ist eine Prinzessin?“

  „Sie wird es von dir selbst hören wollen“, sagte der Veermaster.

  „Ja, schau mal, Ridder“, sagte Onkel Johnny, „ich habe jetzt nicht die Zeit für Kindererziehung, verstehst du? In zwei Stunden kommt Jack, und wenn wir nicht aufpassen, haut er uns den Brook kurz und klein. Da kann ich mich ja jetzt nicht darum kümmern, dass ’n Mädel rechtzeitig die Sachen packt, oder? Darum kümmert euch mal schön selber.“

  Als er ihre Enttäuschung sah, fügte er hinzu: „Wenn ich hier fertig bin, bring’ ich sie persönlich an Bord.“

  Damit mussten sie sich bescheiden. Lida bekam bei Kowalski auch keine andere Antwort: „Amerika, gut – aber erst Johnny.“

  Sie fuhren dann auch zu mir, Kowalski kam sogar mit, und meine Mutter bat mich noch einmal, mit ihr zu kommen. Ich blieb aber ebenfalls stur und sagte, ich würde auf keinen Fall fortgehen, schon gar nicht, bevor ich wüsste, wie die Sache ausgegangen sei.

  Meine Mutter fragte betroffen, ich wolle doch nicht etwa zuschauen, wenn die Männer kämpften, aber ich beruhigte sie und versprach ihr hoch und heilig, im Hotel zu bleiben, bis alles vorüber wäre. Ich sagte Kowalski, hier könne Onkel Johnny mich finden. Er solle ihm
sagen, dass ich dann tun würde, was er sage. Meinetwegen auch mit nach New York gehen, ganz egal.

  Meine Mutter war trotzdem sehr traurig, aber Lida tröstete sie  und sagte, es werde schon alles gut gehen, höchstwahrscheinlich werde es gar nicht zum Kampf kommen, die Polizei wisse ja, was bevorstehe, und werde gewiss rechtzeitig eingreifen.

  Sie fuhren wieder in den „Hamburger Hof“ zurück, Kowalski aber wollte die paar Meter zur „Ruhigen Hand“ zu Fuß gehen, ihm schwirrte wohl der Kopf. Auf der Steinstraße, wo schon Constabler zur Sicherung der hoheitlichen Sielfahrt bereitstanden, hielten ihn zwei aufgeregte Jungs auf, die er als die beiden hoffnungsvollen Fassadenkletterer Tom und Richard erkannte, und sagten, sie hätten den Kerl gesehen, der sie um ihren Diebeslohn betrogen hätte. Ob er ihnen nicht helfen könne, ihm das Geld abzunehmen, oder ihn wenigstens kräftig zu zwacken?

  Kowalski wunderte sich. Wofür sie denn Geld von dem Kerl bekämen?

  Ja, das sei so, sie hätten für ihn Dynamit aus dem Teerhof geklaut, mindestens zwölf Stangen.

  Kowalski kulpte sie an wie ein Ochse. „Verfluchte Peronje, ein vermaletrackter Kerl mit Dynamit schleicht hier herum?“

  Ja, er sei gerade in das Haus dort drüben gegangen.

  Mit Dynamit?

  Nein, das hätten sie nicht gesehen, aber vielleicht habe er es ja dort versteckt. Sie würden ja gern einmal nachschauen, aber allein trauten sie sich nicht.

  Ihr bleibt hier, sagte Kowalski, ich sehe mir die Sache mal an.

  Der Kronprinz und die Kronprinzessin hatten an diesem Morgen ein Hamburger Senatsfrühstück eingenommen: Hühnerkraftbrühe, Morcheln mit Rührei und grünem Spargel, ausgeblasene Möwen- und Kiebitzeier mit Kaviar gefüllt, in einem leuchtend weißen Salzberg, garniert mit kleinen Radieschen; dann Rheinlachs, Hamburger Stubenküken mit Romainsalat und neuen Kartoffeln, Taubenpastete in altbewährter Schichtung mit Champignons und Butterteig, Kalbsrücken, Erdbeeren mit Maraschinosahne und einem kräftigen Camembert nebst acht Sorten Wein.

  Der Sturmwind heulte in den Sandsteinfugen der Fassade, aber der Regen hatte doch einmal fast aufgehört, und damit entfiel auch das Argument, im Siel könne das Wasser bedrohlich steigen.

  Kowalski hörte Hurrageschrei. Die Galakutsche mit dem Kronprinzenpaar rollte auf der Rathausstraße durch ein dichtes Spalier winkender Zuschauer. Rasch ging der Ex-Husar auf das große Steinhaus zu, in dem der Unbekannte verschwunden war, öffnete die grüne Tür und schlüpfte hinein.

  Der Schacht, durch den die allerhöchsten Herrschaften in die Unterwelt hinabsteigen sollten, lag am höchsten Punkt der Stadt auf der Steinstraße gleich hinter St. Jacobi. Vier Ratsdiener in Amtstracht standen mit Fackeln bereit. Die Soldaten des Leibregiments hielten den Janhagel auf Abstand, der sich überall begierig aus den verwinkelten Gassen des Gängeviertels herandrängte. An dieser ältesten Straße der Stadt, auf der schon die baltischen Bernsteinhändler der Antike nach Rom ritten, standen noch die baufälligen Fachwerkhäuser der Barockzeit, mit morschen Balken und mürben Backsteinen, und Wänden so schief und wacklig, dass sie über den engen Gassen fast zusammenschlugen. Die Kinder aus den Hinterhöfen waren so bleich und mager, dass es hieß, sie würfen keine Schatten.

  Die Ratsdiener mit den Fackeln bildeten die Vorhut einer vielköpfigen romantischen Statisterie, die auf und unter der Erde schon fast zwei Stunden lang auf die hohen Gäste wartete. An jedem Gully, jedem Auslass präsentierten Soldaten das Gewehr. An jeder Biegung des Abwassertunnels und sämtlichen Einmündungen der kleineren Kanäle standen Sielwärter in Ölzeug und Südwester, viele von ihnen verkleidete Leibgardisten, und ließen Grubenlampen leuchten. Eilends angebrachte Transparente wünschten wie in einem Bergwerk „Glück auf“.

  Der Kronprinz und die Kronprinzessin kletterten mit ihrem schneidigen Sohn, zwei Hofdamen, zwei Leibgardisten, Senator Hartestraat als Gastgeber und Bulldog in die Tiefe und setzten sich in eine flache Schute, die von zwei erfahrenen Wasserbauingenieuren gesteuert wurde. Kapuzen und Umhänge aus Leinen schützten Uniformen und Kleider, Tücher die Nasen der hohen Gäste. Der Direktor der Hamburger Abwasserkunst hockte im Festanzug mit Zylinder im Bug und gab technische Erläuterungen.

  In einem weiteren Boot ließ ein Männeroktett ein Potpourri fröhlicher Seemannslieder über den Fäkalienstrom hallen: „Wildes, schäumendes, brausendes Meer, rollende Wogen, von wo kommt ihr her?“

  Kowalski hatte fast eine Viertelstunde damit verbracht, vorsichtig durch die Keller unter den Häusern zu schleichen. Als die Sangesbrüder gerade loslegten, entdeckte er den Schein einer Diebslaterne. Neben ihr hockte eine schwarze Gestalt und machte Anstalten, mit einem Bündel Dynamitstangen in ein Loch zu steigen.

  „Wiegt mich, ihr Wogen, und singt mir ein Lied!“ klang es. „Stolz unser Schiff in die Ferne zieht.“

  Da Kowalski nicht wusste, ob Persikoff eine Schusswaffe besaß, konnte er sich nicht einfach auf ihn stürzen. Die anschwellende Lautstärke der Sänger verriet, dass die fröhliche Sielfahrt schon nahte, also auch nicht mehr Zeit war, Hilfe zu holen. Um die Gesellschaft zu warnen, musste Kowalski erst an dem Attentäter vorbei. Kurz entschlossen kletterte er ebenfalls in den schwarzen Schacht und lauschte.

  „Michel, horch, der Seewind pfeift, horch und spitz die Ohren!“ schmetterten die Sangesbrüder. „Wer nicht jetzt ins Ruder greift, hat das Spiel verloren.“

  Unten sah Kowalski Fackelschein durch eine Mauerlücke blinken. Das Oktett sang inzwischen: „Ein Seemann muss in Ängsten schweben, wenn andre Leute zur Ruhe gehen.“ Der Attentäter war nicht zu sehen. Kowalski watete durch das stinkende Wasser zum Hauptsiel. Kurz vor der Mauerlücke spürte er plötzlich eine Hand am Hals und einen rasenden Schmerz in der rechten Schulter. Er fuhr herum und packte mit beiden Händen den Arm mit dem Messer, bevor Persikoff ein zweites Mal zustechen konnte.

  „Sterbe, Büttel!“ keuchte der Anarchist und versuchte mit aller Kraft, sich aus dem Griff des Polen zu winden, doch Kowalski hielt die Messerhand eisern fest und stieß dem Gegner die freie Faust ins Gesicht. Persikoff taumelte zurück und verschwand. Kowalski suchte ihn, konnte ihn aber in der Dunkelheit nicht finden. Da rannte er zu der Mauerlücke, kletterte in den Hauptsiel, als gerade die Schute des Kronprinzen herbeischwamm, und schrie aus Leibeskräften: „Attentat! Dynamit!“

  Die Leibgardisten sprangen auf, packten das prinzliche Paar und zerrten es aus der Schute auf den steinernen Rand des Kanals. „Hier hinauf!“ schrie der Direktor, der den Siel wie seine Westentasche kannte. „Hier ist der nächste Schacht!“ Er kletterte als erster nach oben und stieß den Deckel auf. Die Leibhusaren schoben das hohe Paar, dann auch Hofdamen, Adjutanten und Ingenieure, als letzte den Senator und den Polizeiherrn auf der Eisenleiter hinauf. Die Sielwärter und verkleideten Offiziere, die in der Nähe postiert waren, folgten als letzte. Sie standen kaum auf der Straße, als sie eine gewaltige Explosion von den Füßen riss. Das Pflaster wellte sich wie eine Meereswoge, und Steine flogen nach allen Seiten.

  Der Knall war bis nach Blankenese zu hören.

  Als die Geretteten wieder zu sich kamen, sahen sie mitten in der Steinstraße einen Krater, so groß wie ein Haus.

  „Wo ist der brave Mann!“ rief der Kronprinz und schaute sich nach allen Seiten um, während Adjutanten mit großen Musspritzen herbeistürzten. „Wir danken ihm unser Leben!“ Er ließ sich von den Leibgardisten nicht daran hindern, dicht an den Rand des Kraters zu treten.

  „He hett et man woll nich mehr schafft“, murmelte einer der Sielwärter.

  „Er hat sich für uns geopfert!“ sagte der Kronprinz bewegt. „Das ist Treue! Das ist mein treues Hamburg!“

  Kowalski war, von der Explosion betäubt, durch die Keller zurückgewankt. Als er blinzelnd aus dem Haus kam, torkelte er gegen Bulldog, der gerade auf Oberinspektor Franck einredete. 

  „He!“ sagte der Polizeiherr verdutzt. „Wo kommen Sie denn her?“

  „Aus dem Siel“, sagte Kowalski, noch gar nicht wieder recht bei Sinnen. „Da war ein vermaletrackter Kerl mit Dynamit, der hat mich gestochen.“

  „Sie bluten ja!“ rief Bulldog.

  Zwei Sanitäter kamen angerannt und begannen Kowalski zu verbinden, indem sie neue Verbände über die alten wickelten.

  Der Kronprinz eilte herbei, Gattin und Sohn im Schlepptau. „Ist das der Mann, der uns gerettet hat, Herr Erster Polizeiherr?“

  „Das ist er“, sagte Bulldog.

  Oberst von Illies schob seinen Schmerbauch heran. „Ich kenne den Kerl“, sagte er laut. „Das ist ein Deserteur!“

  Der Kronprinz sah ihn ungläubig an. „Ein Deserteur riskiert sein Leben für uns?“

  „Unsinn“ sagte Bulldog. „Ich kenne den Mann ebenfalls. Er wurde ordnungsgemäß entlassen und ist nur aufgrund eines Irrtums angeschuldigt worden.“

  „Lüge!“ rief von Illies empört. „Wir haben ihn ja selber verurteilt!“

  Kowalski stand stocksteif, während die Lazarettdragoner mit ihrem Mull an ihm herumbastelten. 

  „Sie?“ fragte der Kronprinz, dem prompt einiges von dem einfiel, was ihm Lida ihm erzählt hatte.

  „Jawohl“, sagte der Oberst, unter dem strengen Blick aus den preußischblauen Augen des Kronprinzen nun allerdings etwas weniger forsch. „Selbstverständlich nach geflissentlichster Prüfung sämtlicher in Erwägung zu ziehender Tatsachen, Kaiserliche Hoheit.“

  „Quatsch“ sagte Bulldog grob. „Sie wollten einfach ein Exempel statuieren, genauso wie bei diesem angeblichen Polizistenmörder, den Sie aufhängen ließen.“

  „Ich?“ wehrte sich von Illies. „Da war die Idee Seiner Exzellenz des Herrn Generalleutnants.“

  Der Kronprinz hatte genug gehört. „Schweigen Sie, Oberst!“

  „Jawoll!“ Der Schmerbauch nahm Haltung an, so gut es ihm möglich war. Sein fettglänzendes Gesicht färbte sich puterrot.

  „Vielleicht fragen wir unseren Retter einmal selbst?“ ließ sich die Kronprinzessin vernehmen, die als Engländerin praktischen Sinnes war.

  Kowalski stand stramm wie noch nie in seinem Leben, was einiges besagt. Die beiden Karbolklempner zippelten und zuppelten weiter um ihn herum und an ihm herum, um ihn endlich abzudichten.

  „Sind Sie ein Deserteur?“ fragte der Kronprinz in der Hoffnung, ein klares Nein werde die Situation soweit entspannen, dass er endlich seine allerhöchste Dankbarkeit zum Ausdruck bringen konnte.

  „Jawoll!“ antwortete Kowalski wie aus der Pistole geschossen.

  Der Kronprinz glotzte ihn an.

  „Der Mann ist ja noch gar nicht richtig bei Sinnen“, sagte Bulldog rasch. „Erzählen Sie uns lieber erst mal, was sich da unten ereignet hat.“

  Kowalski gehorchte.

  „Was ist denn das?“ fragte die Kronprinzessin und zeigte auf etwas zu Kowalskis Füßen, dass aussah wie ein Stück Wurst mit einer Banderole.

  Der Direktor der Abwasserkunst nahm sein Kavalierstuch aus der Einstecktasche, hob den Fund auf und starrte ungläubig auf einen behaarten Finger mit einem goldenen Ring. Das Siegel zeigte einen roten Stern.

  „Persikoff“, sagte Franck.

  Angewidert reichte der Direktor ihm den gruseligen Fund. „Es handelt sich offenbar um Beweismaterial, Herr Oberinspektor.

  „Danke“, sagte Franck. „Das Tuch sende ich Ihnen zurück.“

  „Behalten Sie es bitte!“ sagte der Direktor und trat ein paar Schritte zur Seite, um seine Ingenieure anzutreiben.

  Der Kronprinz reichte Kowalski die Hand. „Wir sind Ihnen sehr verpflichtet. Ihr Name?“

  „Kowalski.“

  „Es ist sehr schade, dass unsere kaiserliche Armee künftig auf einen solchen Mann verzichten soll“, sagte der Kronprinz. „Sie sind ein Held, Herr Kowalski. Wollen Sie nicht wieder eintreten?“

  Kowalski schielte hilfesuchend umher, da gerieten die beiden Jungs in sein Blickfeld, die grinsend vor der Menge standen. Sofort winkte er sie zu sich und erklärte: „Ich war’s nicht allein, Kaiserliche Hoheit. Die beiden Jungens da haben den bösen Mann erkannt und mich gerufen.“

  Tom und Richard zeigten ihm einen Vogel und versuchten abzuhauen, da hatten die Leibgardisten sie aber schon am Schlafittchen gepackt und schleppten die Zappelnden vor ihren Herrn. „Wollt ihr wohl, ihr Kröten!“ fluchte einer, der einen Tritt gegen das Schienbein kassiert hatte.

  Der Kronprinz begriff, dass hier mehr zu erfahren war, als die Öffentlichkeit wissen sollte. Er befahl, Kowalski und die beiden Jungs zur nächsten Polizeiwache zu bringen, und fuhr mit der Kronprinzessin, Prinz Wilhelm, Hartestraat, Bulldog und dem Kommandeur der Leibgarde hinterher. Als sie an der Raboisenwache hielt, stand Godfroy wie eine Eins vor der Tür und geleitete sie in sein Dienstzimmer, wo sich alle niederließen.

  „Und jetzt bitte ohne Umschweife die Wahrheit“, sagte der Kronprinz.

  Das ließ sich Kowalski nicht zweimal sagen. Er erzählte alles ohne Rücksicht auf Verluste, obwohl ihm die beiden Jungs immer wieder verzweifelt Zeichen machten und Tom einmal sogar sagte, er solle doch endlich das Maul halten, er werde sie alle ins Kittchen bringen.

  Als er fertig war und sich die Spannung löste, fing die Kronprinzessin an zu lachen und sagte, dieses Hamburg erinnere sie doch sehr an ihr heimatliches London, wo die Unterwelt keine Untat verabscheue außer der, nicht auf das Wohl der Queen mitzutrinken.

  Die Unerschrockenheit und Geistesgegenwart des Kronprinzen wurzelte in einer tiefen Frömmigkeit. „Welch heilige Fügung des Schicksals!“ sagte er nun. „Schade, dass wir über diese Helden schweigen müssen.“ Er überlegte und fügte hinzu: „Wir werden uns sowieso allerhand einfallen lassen müssen, wenn der Ruf meiner lieben republikanischen Hamburger nicht Schaden nehmen soll.“

  Danach erklärte er die ganze Geschichte kurzerhand zur geheimen Staatsaktion und schärfte allen Beteiligten unter Androhung einer Anklage wegen Hochverrats an, zu niemandem je ein Sterbenswörtchen zu sagen. Krach und Zerstörung sollten mit einer Explosion der Gasleitung erklärt werden. Bulldog erhielt den Auftrag, den Bürgermeister entsprechend zu unterrichten, der Presse aber die Hucke vollzulügen.

  „Möchtest du noch etwas hinzufügen, my dear?“ fragte der Kronprinz die Kronprinzessin galant.    

  Yes indeed, kam schnurgerade die Antwort, ob denn die unterbrochene Sielfahrt nun endlich fortgesetzt werden könne?

  Und sie wurde fortgesetzt, wenn auch unter leichter Abänderung der Strecke. Die Schuten fuhren leer unter die Lombardsbrücke. Dort stiegen die hohen Herrschaften wieder zu und reisten durch das Geeststammsiel nach Westen, unter der Esplanade und dem Heiligengeistfeld bis zum Ausguss am Vorsetzen.

  „Wir wollen trinken ein gutes Glas Wein, und lasset uns segeln in die Elb hinein“, trällerten die wackeren, wenn auch noch etwas bleichen Sänger in treulich gewahrter Abfolge des vorbereiteten Programms, „Juchheissarassassa, Matrosen sind da.“

  Während das alles geschah, saß ich ein paar hundert Meter weiter im „Tritonia“ und dachte bei dem Knall, die Sturmflutkanone auf dem Stintfang habe geschossen, das geschah aber erst später. Ich trug mein Kaviarkleid, denn ich meinte, wenn die Männer auf Leben und Tod kämpfen mussten, sollten die Frauen wenigstens anständig angezogen sein. Plötzlich ging die Tür auf. Onkel Johnny und die Freunde kamen herein, ließen sich an meinem Tisch nieder und bestellten Kaffee.

  Ob ich wisse, wo Kowalski abgeblieben sei, wollte mein Onkel wissen.

  Ich zuckte die Achseln.

  Sie wussten schon von Landos schrecklichem Ende und wer ihn umgebracht hatte. Sie wussten, dass Eddie von Constabler Möller als Verräter erschossen worden war, und Constabler Möller von Constabler Godfroy in Notwehr. Sie wussten sogar von dem Attentat auf den Kronprinzen. Mir war das alles schrecklich gleichgültig.

  Onkel Johnny sagte zu mir, er gehe jetzt, und wenn er nicht wiederkäme, solle ich so schnell wie möglich verschwinden, und zwar mit meiner Mutter und Ridder nach New York, und nie wieder zurückkommen. Er gab mir alles Geld, das er noch besaß. Es war eine hübsche Summe. Dann stand er auf und hielt mir die Hand hin. Es war das erste Mal, dass er das tat.

  „Machs gut, mien Deern.“

  Nun gaben mir auch die anderen der Reihe nach die Hand und sagten dazu Sprüchlein wie „Holl di stief“ (der Gecko) oder „Immer schon aufessen, damit du groß und stark wirst“ (Harry) oder „Ade, o du Feinsliebchen mein, s-teck mir Vergissmeinnicht aufs Grab, und auch so manches Näglein rot“ (natürlich Walter) oder „Schühs“ (der tiefe Brunnen).

  Erst da fiel mir ein, dass ich meinem Onkel noch etwas zu sagen hatte. Die anderen gingen höflich schon mal raus, und ich berichtete, was Jack mir erzählt hatte, über Landos Drohung gegen Nell, und wie es damals dazu gekommen war, dass Jack Johnny verriet. Onkel Johnny war gar nicht überrascht, sondern sagte, so ungefähr habe er es sich auch schon gedacht, endlich sei Jack mit der Wahrheit herausgerückt, aber nun sei es zu spät.

  Ich ging mit ihm hinaus. Obwohl es weiter wie aus Kübeln groß und auch heftig stürmte, war die Straße voller alter Männer, Frauen und Kinder. Sie standen wie ein Wald und ließen nur die Mitte frei. Mein Onkel und die anderen gingen durch diese Gasse zum Kannengießerort. Sie schauten nicht links und schauten nicht rechts, und niemand sagte ein Wort, nicht einmal die kleinen Kinder. Die alten Männer fluchten stumm, die Frauen beteten stumm, und die Kinder fürchteten sich stumm.

  Als Jack eine halbe Stunde später an der Spitze der Brookboys den gleichen Weg gezogen kam, war die Straße leer. Nur ich stand noch immer vor Nells kleinem Hotel. Er sah mich, ließ seine Leute anhalten und kam auf mich zu.

  „Mein Testament liegt bei Hauptpastor Mars“, sagte er, den pitschnassen Hut auf dem Kopf, einen pitschnassen Mantel über den Schultern, aber die Virginia genauso unter Dampf wie der ganze Mann. „Wenn ich tot bin, gehört alles dir.“

  „Ist gut“, sagte ich. „Ich geb’s dann denen zurück, denen du es weggenommen hast.“

  „Denen nu mal gleich gar nicht“, sagte er entschieden, „das sind auch alles genau solche Schurken wie ich.“

  „Ich meine, den Kaufleuten, und den Reedern, und den Werftbesitzern.“

  „Denen erst recht nicht, das sind noch viel schlimmere Schufte, da könnt ihr mal euren Freund Bebel fragen.“

  Darauf wusste ich nichts zu erwidern.

  „Und noch was“, sagte Jack. „Ein guter Rat fürs Leben. Wenn dir jemand quer kommt, nicht lange schnacken, gleich die Stiefel in die Fresse.“

  Er sah meinen Gesichtsausdruck und fügte hinzu: „Wenn du jetzt nicht mehr die Nerven hast, dann such dir einen Mann, der sich für dich schlägt. Aber nicht deinen Onkel. Der gehört mir.“

  Er nickte mir noch einmal zu und machte sich auf den Weg, zu siegen oder zu sterben. Er sah aber nicht mehr so aus, als ob das für ihn noch einen großen Unterschied machte – Hauptsache, er konnte kämpfen, und Johnny ging dabei drauf.

  Professor Minkus hat, wie schon gesagt, die Schlacht auf dem Brook mit dem Trojanischen Krieg verglichen, obwohl dieser bekanntlich zehn Jahre dauerte, und die blutige Massenschlägerei unserer Unterweltler nicht einmal halb so viele Stunden. Wenn man überhaupt Ähnlichkeiten nennen kann, dann höchstens, dass es auch auf dem Brook um eine Burg ging, die erbittert verteidigt wurde, um Tore, an denen die Stärksten kämpften, und – nun ja, auch eine Helena spielte dabei eine gewisse Rolle, ich kann’s nun leider nicht länger verschweigen.

  Damit aber keiner glaubt, ich wolle mich in dieser Erinnerung sonnen, möchte ich gleich klarmachen, dass meine Rolle, genauso wie die der Helena aus der Sage, eine ziemlich passive war.

 

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