„Der Umgang mit dem Klugen macht sogar den Dummen klug“

Montag, 6. Mai 2013

Kalidasa, "Malavika und Agnimitra". Am besten gefallen

im Vorspiel:

  "Nicht jede Dichtung ist schon darum schön,

  Weil alt sie ist, nicht jede Dichtung auch.

  Weil neu sie ist, schon darum tadelnswert;

  Die Weisen prüfen und entscheiden sich

  Für eines oder für das andre dann;

  Des Toren Meinung hängt nur vom Vertrauen,

  Die er auf andere gesetzt hat, ab."

Im Zwischenspiel der Tanzlehrer Ganadasa:

  "Zu höherer Vollendung wächst die Kunst

  Des Meisters, der sie gute Schüler lehrt;

  Zur Perle wird ein Regentropfen ja,

  Wenn er in eine Meeresmuschel fällt."

Im 1.Aufzug der Minister Barhataka:

  "Ein Feind, der kürzlich erst den Thron bestieg.

  Noch nicht beim Volke eingewurzelt ist,

  Wird leicht beseitigt, einem Baume gleich,

  Der, frisch verpflanzt, nicht fest im Boden steht."

Der Viduschaka zu Königin Dharini:

  "Wenn von zwei kampfeslust'gen Elefanten,

  Die Wut erfüllt, nicht einer unterliegt,

  So kommt ja doch ein Friede nicht zustande."

Im 2.Aufzug Ganadasa:

  "Der Umgang mit dem Klugen macht sogar

  Den Dummen klug; wird trübes Wasser doch

  Geklärt, wenn man die Wände des Behälters

  Mit Frucht vom Baume Kataka bestreicht."

Im 3.Aufzug König Agnimitra zum Viduschaka:

  "Klug sind die Frauen von Natur, mein Freund." -

  Die Dienerin Bakulavalika:

  "Wer unterläßt's aus Furcht vor Bienen wohl,

  Den jungen Mangozweig ans Ohr zu stecken!"

Der Viduschaka:

  "Wenn man den Dieb bei einem Mauerbruch

  Auf frischer Tat ertappt, so soll er sagen:

  Ich will ja bloß das Mauerbrechen lernen."

Im 4.Aufzug der König:

  "Nicht nur durch große Klugheit sehen wir,

  Was unsern Freunden zum Gewinn gereicht;

  Der feine Pfad, der zum Gelingen führt,

  Auch von der Liebe wird er aufgefunden."

Der Viduschaka:

  "Ja, Diebe und Verliebte scheu'n den Mond."

Im 5.Aufzug die Nonne Kausiki:

  "Sind Frauen ihrem Gatten treu und hold,

  So führen sie sogar, um ihm zu dienen,

  Ihm neue Frauen zu, den Strömen gleich,

  Die Sorge tragen, daß zum Ozean

  Das Wasser anderer Flüsse auch gelangt."

Kalidasa lebte und dichtete Ende des 4.Jahrhunderts, zur Zeit des Guptareichs, und wird als einer der neun „Juwelen“ am Hof von Vikramaditya beschrieben.

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Bei zu viel Sonne spielt das Leben sich oft nur noch im Seichten, an der Oberfläche ab.

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Liszt, "Tanz in der Dorfschänke" (Mephisto-Walzer Nr.1): Es ist ein derbes Volk, das sich hier amüsiert. Die Lebensfreude steckt an, doch durchweht die Musik auch ein Hauch Melancholie.

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Gracián: "Nicht zu einem Ungeheuer von Narrheit werden. Dergleichen sind alle Eitle, Anmaßliche, Eigensinnige, Kapriziöse, von ihrer Meinung nicht Abzubringende, Überspannte, Gesichterschneider, Possenreißer, Neuigkeitskrämer, Paradoxisten, Sektierer und verschrobene Köpfe jeder Art; sie sind alle Ungeheuer von Ungebührlichkeit. Aber jede Mißgestalt des Geistes ist häßlicher als die des Leibes, weil sie einer höheren Gattung von Schönheit widerstreitet."

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Eine Inschrift auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf meldet: HIC IACET PULVIS FINIS ET NIHIL – „Hier liegen Staub, Asche und Nichts.“

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