Der Ökologismus ist eine ganz neue Form von „Naturreligion“

Donnerstag, 9. Mai 2013

Das Wort zum Freitag

Eduard Meyer, „Urgeschichte des Christentums“: „Zu der Höhe der Ethik Hiobs und Platos, daß das äußere Schicksal gegenüber dem sittlichen Bewußtsein ganz gleichgültig ist und der Schwerpunkt ausschließlich im eigenen Gewissen liegt, und zu der willigen Fügung in den Willen der allmächtigen und daher über jede menschliche Verantwortung erhabenen Gottheit, wie sie Hiob verlangt, vermögen sich zu allen Zeiten nur ganz wenige auserlesene Geister zu erheben.“ - „In Henoch c.42 nimmt sie [die Weisheit] ihre Wohnung im Himmel, weil sie bei den Menschen keine Wohnung findet, die dagegen die Ungerechtigkeit (die mit Torheit identisch ist) bereitwillig aufnehmen. Das erinnert an das berühmte Wort Hesiods, daß in der gegenwärtigen verderbten Generation, dem eisernen Geschlecht, Scham und gerechte Vergeltung die Menschen sich selbst überlassen und auf den Olymp zu den Göttern hinaufgehen.“ - Über den Aberglauben: „Es ist die Entwicklung, die alle fortgeschrittenen Religionen durchgemacht haben, die ägyptische in stets anwachsendem Maß seit dem Scheitern der monotheistischen Reformation Echnatons, aber ebenso die babylonische unter der Herrschaft der Astrologie, die persische der Magier, die indischen Religionen und in Griechenland die Mysterienreligion (im Ansatz schon bei Hesiod) und die Orphik und dann, seit der beginnenden Reaktion gegen die Aufklärung, der Neupythagoreismus und der philosophische Eklektizismus. Überall geht mit der ethischen Vertiefung der Rückfall in die primitivsten Formen der Religion, die schon überwinden schienen, Hand in Hand … Das ist der schwere Kaufpreis, den die Menschheit für die Ethisierung der Religion hat zahlen müssen.“

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Der Ökologismus ist eine ganz neue Form von „Naturreligion“.

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Pierre de Consarde (+ 1751): „Man muss die Vergangenheit der großen Barmherzigkeit überlassen, die Zukunft der Vorsehung; die Gegenwart aber müsst ihr ganz der Liebe Gottes anheimgeben.“

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Wieder "Salome" von Richard Strauß. Diesmal gefallen am besten

der Page: "Sieh die Mondscheibe, wie sie seltsam aussieht. Wie eine Frau, die aufsteigt aus dem Grab."

Narraboth: "Wie blaß die Prinzessin ist. Niemals habe ich sie so blaß gesehen. Sie ist wie der Schatten einer weißen Rose in einem silbernen Spiegel."

Salome: "Seine Augen sind von allem das Schrecklichste. Sie sind wie die schwarzen Höhlen, wo die Drachen hausen."

Jochanaan: "Durch das Weib kam das Übel in die Welt!"

Herodes: "Es wäre schrecklich, wenn die Toten wiederkämen."

Schließlich Salome: "Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes."

Das Begleitheft zitiert Joris Karl Huysmans („Tief unten“): "Im Grunde ... ist niemand so obszön wie keusche Menschen. In der Tat weiß jedermann, daß Enthaltsamkeit höchst ausschweifende Gedanken hervorbringt, daß der nichtchristliche und infolgedessen unfreiwillig reine Mensch sich besonders in der Einsamkeit erhitzt, schwärmt und seine Phantasie ausschweifen läßt." - Außerdem E.M.Cioran: "Eine gemästete Menschheit produziert Skeptiker, aber niemals Heilige." - Und Oscar Wilde: "In dieser Welt sind nur zwei Tragödien: die eine ist, das nicht zu bekommen, was man will, die andere, es bekommen - und diese letzte ist die schrecklichere, die wirkliche Tragödie."

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Der Samen des Mammutbaums braucht das Feuer das Waldbrands, um zu keimen. Die Liebe braucht das Feuer der Welt, um fruchtbar zu sein.

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Aus einem Hymnus Jochen Kleppers:

  „Gott ist Hilfe, Rat, Trost und Schild.

  Er bleibt, der er war. Du sollst hoffen,

  Ward dir auch der härteste Kampf auferlegt,

  traf dich auch Leid, wie noch keiner es trägt,

  und Jammer, den noch niemand gestillt –

  Gott hält die Arme offen.

  Gott heilt, die er schlägt.“

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Hesse, „Kinderseele“: „Manchmal handeln wir, gehen aus und ein, tun dies und das, und es ist alles leicht, unbeschwert und gleichsam unverbindlich, es könnte scheinbar auch alles anders sein. Und manchmal, zu anderen Stunden, könnte nichts anders sein, ist nichts unverbindlich und leicht, und jeder Atemzug, den wir tun, ist von Gewalten bestimmt und schwer von Schicksal. Die Taten unseres Lebens, die wir die guten nennen und von denen zu erzählen uns leicht fällt, sind fast alle von jener ersten ‚leichten’ Art, und wir vergessen sie leicht. Andere Taten, von denen zu sprechen uns Mühe macht, vergessen wir nie mehr, sie sind gewissermaßen mehr unser als andere, und ihre Schatten fallen lang über alle Tage unseres Lebens.“

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Johannes XXIII.: "Für die Zukunft wird die Vorsehung helfen. Ich gehe am liebsten Arm in Arm mit der Vorsehung und nicht ihr voraus."

 

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