Den schnellsten Weg zu Gott weist eine offene Hand

Sonntag, 12. Mai 2013

In GLAUBENSSACHE RETRO zeigen Ausgaben der Kolumne „Glaubenssache“, welche Nachrichten vor zwölf Jahren berichtens- und bedenkenswert waren. Heute: Die Ausgabe vom Sonntag, 12.Mai 2001.

Nach „Christ in der Gegenwart“ brachte der Mullah einer Mannheimer Moschee deutsche Theologiestudenten schon mit der simplen Frage ins Schleudern, wie denn die Dreifaltigkeit Gottes zu verstehen sei: sie „konnten dies und das stottern, waren aber nicht in der Lage, etwas Klares und Überzeugendes und zugleich Einfaches vorzubringen“. Rettung findet sich bei Hans Küng – er pflegt Moslems zu erklären: „Gott ist als Geheimnis über uns; Gott ist in Jesus Christus mit uns; Gott ist im Heiligen Geist in uns.“ Das leuchte jedem Koranjünger ein – ist wohl auch manchem Getauften als Verständnishilfe nicht ganz unwillkommen.

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Vor fünfzehn Jahren studierten in Deutschland 11.000 junge Menschen evangelische Theologie, heute sind es nur noch 3500. Luther: „Wenn es so soll in deutschen Landen gehen, daß keine Furcht noch Scheu vor Gottes Zorn mehr ist, und keine Lust noch Dank dem lieben Heiland für seine saure Marter erzeugt wird und daß man dennoch evangelisch und Christen heißen will, dann ist mir’s leid, daß ich als Deutscher geboren bin und je deutsch geredet und geschrieben habe.“ Was würde er heute reden und schreiben?

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Diesen Freitag feiert die katholische Kirche den Gedenktag des hl. Felix von Cantalice (1515-1587). Der Mönch ohne jede höhere Bildung sammelte 40 Jahre lang in Rom Almosen für sein Kloster. Seine Dankesformel machte ihn als „Bruder Deogratias“ populär, sein schlichtes, tief gläubiges Wesen trug viel zur religiösen Erneuerung der Weltstadt bei. Matthäus 6,20: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen“ – den schnellsten Weg zu Gott weist eine offene Hand.

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Lesefrüchte. Jean Paul in "Selina": "Denn ohne eine Gottheit gibt‘s für den Menschen weder Zweck, noch Ziel, noch Hoffnung, nur eine zitternde Zukunft, ein ewiges Bangen vor jeder Dunkelheit und überall ein feindliches Chaos unter jedem Kunstgarten des Zufalls. Aber mit einer Gottheit ist alles wohltuend geordnet und überall und in allen Abgründen Weisheit.“ Geschrieben 1823-25, begonnen am Todestag des hochbegabten Sohnes, vollendet kurz vor Erblindung und Tod; beim Leichenzug lag das Manuskript auf dem Sarg des Dichters. 

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Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über „König Fußball“. Ein Geistlicher klagt, das Ballspiel habe die Kirche „an Lebensfülle, Freude und Begeisterung längst überholt“. Ein Sportwissenschaftler stellt fest: „Der Fußball spricht nicht; man kann ihn nur sehen oder spielen.“ Ein Journalist vermißt die „Fundamentalkritik“ des Sports und mahnt mehr „gesellschaftliche Verantwortung“ an. Sprüche 8,34: „Wohl dem, der wacht an den Pfosten meiner Tore.“

 

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