Unsere kleinen regierungslustigen Mitkreaturen…

Dienstag, 14. Mai 2013

Aischylos, "Der gefesselte Prometheus". Am tiefsten beeindrucken:

Hephaistos:

  "Das sind die Früchte deiner Menschlichkeit:

  Ein Gott hat keiner Götter Zorn gescheut,

  Hat Menschen über alles Maß geehrt!" -

  "...denn das Herz des Zeus bleibt hart

  Wie alle Herzen aller neuen Herrn." -

Der Zwang:

  "Nur Götterfürsten leben ohne Leid

  Und keiner kennt die Freiheit außer Zeus."

Prometheus:

  "Sowohl die Rede wie das Schweigen weckt

  Den Schmerz - ich kann ihm nirgendhin entfliehn." -

  "Denn dieses Übel ist Tyrannenart,

  Daß man den eignen Freunden nicht vertraut." -

  "Wer seinen Fuß nicht in der Schlinge hat,

  Kann leicht vermahnen, die das Unheil traf." -

Okeanos:

  "Du hast schon viele zur Vernunft gebracht,

  Nur nicht dich selber, und die Tat bezeugt

  Es mehr als Worte..." -

  "So glaubst du wirklich nicht, daß gutes Wort

  Der rechte Arzt für wunde Seelen ist?"

Io:

  "Und spare falschen Trost; es gibt für mich

  Kein schlimmres Gift als wohlgestelltes Wort."

Die Chorführerin:

  "O tu es kund! Dem Kranken bringt es Trost,

  Wenn er sein Leiden klar vor Augen sieht." -

  "Der Weise kniet vor der Notwendigkeit." -

  "Das Ziel verfehlen ist des Weisen Schmach."

Das Nachwort zeigt den Weg der Trilogie vom gestürzten Zeusfeind zum dauernden Zeusfreund, "vom Unbelehrten zum Leidbelehrten", wie ihn dann die Orestie im ersten Chorlied verkündige:

  "Zeus führt uns der Weisheit Pfad:

  Leid ist Lehre,

  Ewig steht dies Wort."

Carl Orff vertonte den „Prometheus“-Text im Original. Seine Oper, in altgriechischer Sprache gesungen, wurde am 24. März 1968 im Staatstheater Stuttgart uraufgeführt. Wer würde so ein Experiment heute noch wagen?

*

Das Leben ist durch nichts zu ersetzen. Genau daran scheitert alle Menschenmacht.

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Händels Orgelkonzert mit Orchester op.4 Nr.13 in F-Dur "Der Kuckuck und die Nachtigall" schildert schäumende, sprudelnde Fröhlichkeit zwischen den Deichen der Selbstbeherrschung: Alle Klugheit ist auch Ringen um das rechte Maß.

*

Storm, "Eine Halligfahrt": "Mit Recht sagte jene Halligbewohnerin, die von ihrem kleinen Eiland zum erstenmal hieher kam: 'Mein Gott, was is de Welt doch grot, un et gifft ok noch en Holland!'" - "Sie müssen dorthin blicken, wo nach Senekas Ausspruch alle Erdendinge am sichersten verwahrt sind. In der Vergangenheit." - "Sie wissen, der Sperling gleicht dem Menschen, an sich ist er ohne Wert, aber er trägt die Möglichkeit zu allem Großen in sich." - Der Einsiedler auf sturmumtoster Hallig: "Sie glauben nicht, Frau Cousine, wie erquicklich es ist, sich einmal in einer anderen Gewalt zu fühlen als in der unserer kleinen regierungslustigen Mitkreaturen!"- Martje Flor zu den schwedischen Offizieren: "Dat et uns wull ga up unse ole Dage!" - "Es gibt Tage, die den Rosen gleichen; sie duften und leuchten, und alles ist vorüber; es folgt ihnen keine Frucht, aber auch keine Enttäuschung; keine von Tag zu Tag mitschreitende Sorge." - "Nur bis zu einer gewissen Grenze des Lebens fließt um unsere Nerven jener elektrischer Strom, der uns über uns selbst hinausträgt und auch andere unwiderstehlich mit sich reißt." - "Ist doch Musik die Kunst, in der sich alle Menschen als Kinder eines Sterns erkennen sollen!"

*

Hans Leip, “Aber die Liebe”:

  “Und zu Hamburg, da stehn

  schon die Mädchen an der Pier

  und was bringst du mir nach Haus

  und was schenkst du mir

  Eine Perle aus Samoa

  eine Muschel aus Balboa

  Gruß und Kuß von allerwärts

  und dazu mein Herz…”

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