Seine Mutter starb durch Hitlers „Euthanasie“-Verbrechen

Dienstag, 4. Juni 2013

Kalidasa, "Urvasi". Am besten gefallen

im 1.Aufzug König Pururavas: „Die Macht

  Des großen Indra gibt sich dadurch kund,

  Daß seine Freunde über seine Feinde

  Den Sieg gewinnen. Schon der Wiederhall

  der Löwenstimme, welcher durch die Höhlen

  Der Berge schüttert, tötet Elefanten."

Im 2.Aufzug Viduschaka: "Wenn man beim Diebe das gestohlne Gut

  Entdeckt, so hilft ihm Lügen nicht."

Der König: "Willfährigkeit, die ein Geliebter zeigt,

  Wenn auch in süßen Worten ausgedrückt,

  Läßt, wenn sie nicht aus wahrer Liebe stammt,

  Das Herz der Frauen kalt, wie einen Kenner

  Ein Edelstein, der künstlich ward gefärbt,

  Weil ihm ja doch das recht Feuer fehlt."

Im 3.Aufzug der Kämmerer Latavya:

  "Ach, Weiberhut ist doch ein hartes Amt!"

Die Fee Tschitralekha: "Gar höflich ist ein Mann

  Von Welt, wenn eine andre Frau er liebt."

Im 4.Aufzug der liebeskranke König:

  "Mit welkem Gesicht, weil vom Weibchen getrennt,

  Mit Augen, von Tränen getrübt - ihn brennt

  Der unerträgliche Seelenschmerz,

  Sein Gang ist wankend, erschüttert sein Herz:

  So schweift durch den Wald, nach der Höhle gewandt,

  In Jammer der mächtige Eelefant." -

Im 5.Aufzug der König:

  "Bezwingt nicht ein Duftelefant

  Schon als Kalb die anderen Elefanten?"

Zum Schluß sagt er:

  "Doch möge dies der Gott aus Gnaden geben,

  Daß Glück und Wissen, die sich widerstreben

  Und sich nur selten beieinander finden,

  Zum Heil der Guten sich verbinden.

  Mag jeder, was ihn drückt, bezwingen,

  Mag jedem, was er wünscht, gelingen,

  Mag jeder Glück und Heil erreichen,

  Und mag die Freude keinem je entweichen!"

Der große indische Dichter und Dramatiker lebt im 2. Jahrhundert n.Chr. Nach der Legende wächst er ohne Bildung auf. Eine Prinzessin verliebt sich in seine Schönheit, schämt sich aber seiner Dummheit. Daraufhin bittet er die Göttin Kali um Verstand, und sie gewährt die Gabe überreich. „Urvasi“ ist eine himmlische Nymphe, in die sich König Pururavas verliebt. Erst nach vielen Verwicklungen wird das Paar glücklich. Der Humor des mystischen Dramas erinnert zuweilen an Shakespeares „Sommernachtstraum“.

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Es gibt immer noch einen Klügeren, aber nur der Kluge erkennt ihn sofort, wenn er ihm begegnet.

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Stockhausens „Klavierstück IX“ hört interplanetarische Stimmen, gehorsame Diener der Gleichberechtigung von Ton und Stille. Ionenfeuer aus ewigen Explosionen treibt eine Reise durch Raum und Traum, durch Sternendunst im Tele- und Atomstaub unter dem Mikroskop. Die Korrespondenz mit dem großen Komponisten zählt zu meinen größten Schätzen. "Der Kosmos ist eine große Gesamtkomposition, und jedes zu diesem Kosmos gehörige Element enthält die Grundprinzipien des gesamten Kosmos. Darin stimmen mir sicher all jene zu, die die Zellen von Organismen, von Menschen, Tieren oder Pflanzen untersuchen oder sich mit dem beschäftigen, war wir als unbelebte Materie bezeichnen. Das ist übrigens eine Illusion: Alles ist belebt, in Schwingung. In der Musik spiegelt sich dieser neue Geist wieder." Stockhausens depressive Mutter wurde Opfer der verbrecherischen "Euthanasie" Hitlers, sein Bruder starb früh, sein Vater fiel an der Ostfront. Stockhausen selbst kämpfte als halbes Kind im Weltkrieg und schlug sich danach als Waise durch, verdingte sich als Knecht und Kuhhirte und verdiente sich später als Nacht- und Parkwächter oder Fabrikarbeiter das Geld für die Kölner Musikhochschule.

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Glassbrenner in "Bilder-Schilder oder Schilder-Bilder": "Noch heutigen Tages, trotz der großen Ereignisse, die uns hätten kräftigen können, gehorchen wir in unserer Kleidung den Bulletins Pariser Schneider, überzuckern deutsche Speisen mit französischen Namen, wagen es nicht, deutsche Fabrikate deutsch zu bezeichnen, gebrauchen das affectirte 'Demoiselle' statt des zarten 'Fräulein', das dicke Wort 'Madame' statt des süßen Ausdrucks 'Frau', geben deutschen Ämtern fremde Titel, lassen durch italienische Musik und französische Schauspiele die Werke unsrer Ton- und Wortdichter verdrängen, setzen verfaulte griechische Tragödien in Scene, kaufen die erbärmlichsten Geistesprodukte der Ausländer und lassen unsere Talente an Verehrung und Verzehrung darben, und so weiter. Die einzige Beruhigung für den Vaterlandsfreund, der uns so gern einen Nationalstolz geben möchte, ist die, daß wir noch echt deutsch schimpfen."

 

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Petrarca, erste Sestine:

  "Jedwedem Tier, Anwohner dieser Erde,

  soferne keins, das Scheu hat vor der Sonne,

  steht Plagezeit und Arbeit an am Tage..."

 

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