Was ist ein Einbruch gegen eine Bank?

Freitag, 7. Juni 2013

Eichendorff, "Dichter und ihre Gesellen": "Schöne, stille Zeit, du liebste Heimatgegend mit deinen frischen Morgen und mittagschwülen Tälern, und ihr rüstigen, nun nach allen Weltgegenden hin zerstreuten Jugendgesellen, die damals von den Bergen so ernst und fröhlich mit mir in das Leben hinausgesehen - ich grüß' euch alle aus Herzensgrund!" - "Er hat droben kuriose Bücher, da ist kein christlicher Buchstabe drin..." - "Wir Maler sind überall an Ort und irdisches Material gebunden. Da sind die andern Künstler besser dran, zumal der Dichter. Die ganze schöne Welt ist sein Revier, und wo er singt, ist der Himmel." - "Er blickte fröhlich umher und fand, daß die Welt trotz aller Narren so schön und lustig blieb, wie sie war." - Lothario zu Fortunat: "Ich begreif's nicht, wie ihr Dichter es vor Langeweile aushaltet, so einunddreißig bis fünfzig Jahr auf der ästhetischen Bärenhaut rücklings über zu liegen und Kriegstrubel, Philosophie, wilde Jäger und singende Engel wie ein Wolkenspiel über euch hinziehen zu lassen, um daraus ganz gemächlich ein paar dicke Romane zusammenzuschreiben, die am Ende niemand liest." - "Die Seele des Dichters ist wie eine Nachtigall, je tiefer man ihren Käfig verhängt, desto schöner schlägt sie." Wieder Lothario: "Ein großer, starker Kerl, der plötzlich herausstürzt und rezitativisch schreit: Ich fürcht' mich vor dem Tode nicht! ein Posaunenstoß oder ein paar Striche über die große Baßgeige dazu - das ist ein Held. Ein zimperlich Ding, etwas verliebt und etwas tugendhaft und sehr geschnürt, das in Jamben spricht und mit den Logen kokettiert - das ist eine Jungfrau. Ein Korb voll Kaldaunen, der nach Tisch zur Verdauung Poesie treibt und in Romeo und Julia eines gemalten Pomeranzenbaums bedarf, um sich nach Italien zu versetzen, das ist das Publikum." - "Das Publikum ist so dumm gerade nicht, wie es aussieht." - "Wollt Ihr ein Dichter werden, so müßt Ihr Euch ein für allemal daran gewöhnen, für die Handvoll Gescheiter im Land zu dichten und nach den anderen nicht zu fragen." - "Wer ehrlich will, was er soll, der kann auch, was er will!“ – „Es kann ein Mensch lange Zeit in den besten Grundsätzen wie ein Schneemann eingefroren sitzen, aber die lustigen Frühlingsbäche unterwaschen schon heimlich plaudernd und neckend den Sitz unter ihm - ein Laut, der leise Flug eines Vogels; und er stürzt kopfüber und verschüttet alle guten Vorsätze wieder." - Guido: "Wem sein Himmel über dem Haupte zusammenbrach, dem kommt's auf ein paar Scherben mehr oder weniger nicht an." - Fortunat: "Es ist ein wunderbares Lied in dem Waldesrauschen unserer heimatlichen Berge; wo du auch seist, es findet dich doch einmal wieder, und wär's durchs offene Fenster im Traum, keinen Dichter noch ließ seine Heimat los."

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Vor Gott sind wir alle gleich alt.

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Leoncavallos "Bajazzo" in Franco Zeffirellis Film mit Placido Domingo und Teresa Stratas. Besonders gefallen

im Prolog: "Heute gilt nicht wie sonst der Satz: Bühnentränen sind falsch, sind Täuschung, ebenso wie alle Seufzer und Schmerzen..." - Bajazzo: "Nichts gegen Scherze, aber verschont das Gefühl des Mannes, das tief verborgen, unsichtbar, aber leicht verwundbar ist." - "Dort oben bin ich Bajazzo. Ihr lacht und lobt mich, findet er seine Frau in den Armen eines anderen ... Anders wär's im Leben... in ihr Blut würde ich die Hände tauchen!"

Nedda: "Noch lacht die Sonne auf mich herab...In vollen Zügen genieße ich die Sehnsucht und verzehre mich vor heißer Liebe..." - Zu Silvio: "Mit dir vereint versinkt die Welt in seinem Meer voll Liebe."

Tonio: "Ich hoffe, ich kann dir noch mehr schaden." - "Deine Flüche sind Musik in meinen Ohren."

Bajazzo: "Jetzt spielen, wo ich fast wahnsinnig bin? Wo ich kaum sprechen kann? Es muss sein. Es ist unser Schicksal. Bist du denn ein Mann? Bist nur Bajazzo! Verkleide dich und schmink dir das Gesicht. Man hat ja bezahlt, will lachen fürs Geld. Und wenn dir Harlekin Colombine raubt, dann heißt es: lache, Bajazzo! und alles klatscht. Die vielen Tränen, die wir im Spiel verbergen, zerbrochene Herzen, ein todwundes Herz - Lach doch, Bajazzo! Schneide lustige Grimassen! Du kennst kein Gefühl, Bajazzo, du kennst keinen Schmerz!"

Schließlich Bajazzo: "Leichtsinnig spielst du mit den tiefsten Gefühlen ... Du verdienst meinen Schmerz nicht."

Den Text verfaßte Leoncavallo selbst, nach einer Begebenheit, die er als siebenjähriger Junge während einer Theaterveranstaltung erlebt hatte.

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Camus, "Der Fremde". Meersault: "So erfuhr ich, daß ein Mensch, der nur einen einzigen Tag erlebt hat, mühelos hundert Jahre im Gefängnis leben könnte. Er hätte genug Erinnerungen, um sich nicht zu langweilen." - "Im Grunde wußte ich genau, daß es einerlei ist, ob  man mit dreißig oder mit siebzig Jahren stirbt, denn in beiden Fällen werden andere Männer und andere Frauen leben, und zwar Tausende von Jahren hindurch." - Ein erschütterndes Buch voller deprimierender Ansichten; dieser Existentialismus ist die Hölle auf Erden.

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Zu den Überschwemmungen im Osten und Süden Tröstliches von Liliencron, „Vun de erschröckliche Springflot. Christnach 1717“:

  „Und in einer Morgenröte

  Kommt geschwommen eine Wiege

  Und ein Kind im Wogenkriege

  Liegt drin selig, ohne Nöte,

  Spielt mit seinem Puppenvater,

  Neben ihm ein schwarzer Kater.“

 

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