Bürgerinitiative gegen Flutschutz – Stadt überschwemmt

Sonntag, 9. Juni 2013

VON WOCHE ZU WOCHE: 2.-8.Juni 2013

SONNTAG

In Berlin lädt ein Bürgerforum zur Diskussion über die Suche nach einem Endlager ein. Die Bürgermeisterin von Biblis schimpft über „Protestnomaden“. Die Umweltverbände machen gar nicht erst mit. Von 350 Plätzen in der Erlöserkirche bleiben zwei Drittel leer. Die Atomstromerzeuger weigern sich, zwei Milliarden für die Suche zu bezahlen, solange nicht bewiesen sei, dass Gorleben, wo bisher 1,6 Milliarden Euro verbaut, auch wirklich ungeeignet und nicht nur politisch unerwünscht sei. Lothar Schmidt: „Die Schwäche der heutigen Demokratie liegt darin, daß die Politiker mehr auf das achten, was ankommt, als auf das, worauf es ankommt.“

MONTAG

Nach dem Steuerskandal um Uli Hoeneß schimpft „Linke“-Galionsfigur Gregor Gysi, die Ehrlichen müssten „immer mehr zahlen, weil einige wenige die Steuern hinterziehen“. Jetzt zeigen Fotos, wie sich Gysi im Champions-League-Finale auf der VIP-Tribüne, sichtlich um Publicity bemüht, grinsend an den „Bayern“-Boss heranmacht. Anschließend erklärt der „Linke“-Sprecher Hendrik Thalheim, es sei „die normalste Sache der Welt“, alles Gute zu wünschen, „das ändert aber nichts an unserer Kritik am Steuergebaren von Herrn Hoeneß.“ Deutsches Sprichwort: „Wo Wanzen sind, kriechen Wanzen zu.“

DIENSTAG

Am 2.Mai sagt Altbundeskanzler Helmut Schmidt in der ARD-Sendung „Beckmann“: „Ich bin dagegen, mich einzumischen in die Angelegenheiten Chinas … Ich bin dagegen, dass die westliche Kultur sich zum Fürsprecher macht, und das gilt zum Beispiel für Amnesty International‘, zum Fürsprecher macht für die ganze Menschheit … Immerhin gibt es in China inzwischen viele tausende Rechtsanwälte.“ Jetzt kommt ein Kunstspediteur aus Rendsburg nach einem 127-tägigen Martyrium in einem chinesischen Gefängnis frei. Die Anklage, ein angebliches Zollvergehen, war erfunden. Sein Lager, das modernste in der chinesischen Kunstszene, wurde nach seiner Verhaftung prompt von einem chinesischen Konkurrenten übernommen. Von Schmidt dazu kein Kommentar. Stanislaw Jerzy Lec: „Sogar ein Glasauge sieht seine eigene Blindheit.“

MITTWOCH

Die „FAZ“ interviewt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Auszug: FAZ: „Herr Minister, in der vergangenen Woche ist das Rinderkennzeichnung- und Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz,abgekürzt RflEttÜAÜG, vom Landtag aufgehoben worden. Was stand da eigentlich drin?“ – Backhaus: „Die amtliche Abkürzung lautete ganz genau sogar RkReÜAÜG M-V. Das Gesetz regelte die Übertragung der Überwachungsaufgaben bei der Etikettierung von Rindfleisch und der Kennzeichnung von Rindern auf die Landkreise und kreisfreien Städte.“ Wernher von Braun: „Wir können die Schwerkraft überwinden, aber der Papierkram erdrückt uns.“

DONNERSTAG

Im sächsischen Wilkau-Haßlau planen die Behörden eine 2,6 Kilometer lange Flutschutzmauer. Eine Bürgerinitiative verhindert die Fertigstellung. Jetzt überflutet die Mulde das Städtchen. Wo die Mauer schon stand, bleiben die Häuser verschont – wo sie fehlte, stehen sie unter Wasser. Jean-Claude Riber: „Wenn die Klügeren nachgeben, regieren die Dummköpfe die Welt.“

FREITAG

Der Senat der Leipziger Universität beschließt, in der Verfassung nur noch weibliche Bezeichnungen wie "Professorinnen", "Wissenschaftlerinnen" und "Doktorandinnen zu verwenden. Eine Fußnote soll darauf verweisen, dass mit der weiblichen Form auch Männer gemeint seien. Tolstoi: „Entsetzlich ist nicht der vereinzelte, zusammenhanglose, persönliche oder törichte Wahnsinn, sondern der allgemeine, organisierte, gesellschaftliche und gescheite Wahnsinn unserer Welt.“  

SAMSTAG 

Hamburgs Elbphilharmonie wird mit zuletzt geschätzten 789 Millionen Euro sieben Mal so teuer wie vor sechs Jahren vertraglich vereinbart. Die „elbe werkstätten gmbh“ verzichtet derweil auf einen bereits beschlossenen Neubau, weil zurzeit nicht ganz klar sei, ob später auch wirklich genügend Behinderte dort arbeiten würden. Geschäftsführer Rolf Tretow: „Die derzeitige Situation rechtfertigt einen Zwei-Millionen-Neubau nicht, den wir ja aus Steuergeldern finanzieren würden.“ Helmut Kohl: „Verantwortungsbewusste Persönlichkeiten brauchen mehr als eine fachliche Qualifikation. Sie bedürfen eines geistig-sittlichen Orientierungsrahmens, eines Koordinatensystems von Werten und Normen.“

 

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