Die Blutreliquien des Papstes

Montag, 24. Juni 2013

Das Wort vom Sonntag

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass der christliche Glaube in protestantisch geprägten Ländern stärker schwindet als anderswo. In Schweden gelten nur noch 45 Prozent der Bevölkerung als hoch- oder mittelreligiös – nur zehn Prozent mehr als im Osten Deutschlands, in dem einst Luther sein Wirken begann. In Spanien wiederum lässt die Gläubigkeit der Katholiken nach, je jünger sie sind. Ursache, so der neue Bertelsmann-„Religionsmonitor“: „Die sozioökonomische Modernisierung von Gesellschaften“ wirke sich „eher negativ auf die Bedeutung von Religionen aus.“ Der Ökosozialismus hat sich längst zu einer politisch gewollten, von den Medien gehätschelten Konkurrenzreligion entwickelt, die das Christentum aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Luther: „Die rechte, wahre Kirche ist gar ein kleines Häuflein, hat kein oder gar wenig Ansehn, liegt unter dem Kreuze. Aber die falsche Kirche ist prächtig, blühet und hat ein schön groß Ansehen wie Sodom.“

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Lesefrüchte. In Klopstocks "Der Tod Adams" sagt der Sterbende: "Das ist mein Segen, meine Kinder! das ist mein Segen, mit dem ich die Enkel eurer Enkel, mit dem ich das ganze Geschlecht der Menschen segne. - Der Gott eures Vaters, der Staub zum Menschen emporgehoben, und ihm eine unsterbliche Seele eingehaucht hat! dessen Erscheinungen ich gesehen habe! der mich gesegnet, und gerichtet hat! - Er, der große Angebetete, geb euch - viel Schmerz - und viel Freude! und so erinnere er euch oft, daß ihr sterben müßt, wieder unsterblich zu werden. Was nur die Erde gibt, und der Leib des Todes nur empfängt, das nehmt, wie der Wanderer, der sich an der Quelle nicht hinsetzt, sondern eilt. Seid weise, daß euer Herz edel werde! Seid so edel, daß ihr den großen Wert der Trübsale in diesem Leben ganz verstehn lernt. Liebt euch untereinander! Ihr seid Brüder! Menschlichkeit müsse eure Wonne sein! Der sei der größte Mann unter euch, der der menschlichste ist! Es müsse euch an Seths nicht fehlen, die euch an Gott erinnern! Und wenn der Gott eures Vaters und euer Gott den großen Verheißnen, zu dem ich itzt gehe, euch sendet: so hebt euer Haupt auf, und schaut gen Himmel, und dankt, daß ihr geschaffen seid! - Aber auch dann noch seid ihr Erde, und müßt zu Erde werden!"

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Armut und Reichtum sind Erscheinungsformen der sozialen Evolution, der Unterschied ist so gerecht oder ungerecht wie das Leben selbst. Erst wenn der Mensch ihn überwindet, kommt die Welt an ihr Ziel, und die Schöpfung geht im Schöpfer auf.

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Acht Jahre nach dem Tod des seligen Johannes Paul II. ist das ihm gewidmete Heiligtum in Krakau fertiggestellt: Hauptkirche und Museum auf 13.000 Quadratmetern. Das Bauwerk steht dort, wo Karol Wojtyla als junger Mann während des Zweiten Weltkrieges in einer Chemiefabrik arbeiten musste. Die schon 2011 erbaute Unterkirche hütet zwei Blutreliquien des Papstes. Sie stammen von einer medizinischen Untersuchung vor einem Luftröhrenschnitt wenige Wochen vor dem Tod Johannes Paul II. Die Tropfen sind in einem Glasgefäß am marmornen Hauptaltar sichtbar. Der frühere Papstsekretär und jetzige Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz wies 2011 auf die große Tradition christlicher Blutreliquien hin und erklärte, der 2005 verstorbene Papst sei zwar kein Märtyrer, habe aber „doch sein Blut am Petersplatz vergossen“ - beim Attentat von 1981. Der Anwalt des Seligsprechungsverfahrens, Postulator Slawomir Oder, erklärte dazu, Reliquien seien „kein magischer Fetisch“, sondern dazu da, „in unseren Herzen die Dankbarkeit für das Geschenk der Person Johannes Paul II. zu erreichen“. Die christliche Reliquienverehrung ist bereits seit dem 2. Jahrhundert nachweisbar.

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Ricarda Huch: "Wer sich mit Gott zu vereinigen glaubt, indem er sich von den Menschen absondert, befindet sich auf einem Irrweg und versinkt anstatt in Gott nur immer tiefer in sich selbst."

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Msgr. Dr. Alois Jansen, Domprobst emeritus in Hamburg, berichtet in einem Leserbrief an die „Neue Kirchen-Zeitung“: „In den 80er Jahren wollte ein Mitbruder eine geschiedene Frau, die mit einem Partner zusammenlebte, als Leiterin eines neuen Kindergartens einstellen. Er bat mich um meine Meinung. Die Frau war aktives Gemeindemitglied. Ich riet dem Mitbruder: Wenn der Leumund der Frau in der Gemeinde in Ordnung ist, der Kirchenvorstand für die Einstellung votiert, dann stelle sie ein, ohne die Bistumsleitung um Genehmigung zu bitten. So ist es dann geschehen. Die betreffende Frau hat die Kindestagesstätte bis heute vorzüglich geführt. Hätte der Pfarrer damals die bischöfliche Behörde um Genehmigung gebeten, wäre eine ablehnende Haltung gekommen. Dass sich diesbezüglich in der Kirche vor Ort schon einiges geändert hat, kann man – Gott sei Dank – am konkreten Beispiel darlegen.“ 1 Korinther 5, 21: „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet.“

 

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