Warum in der Kirche die Bayern-Hymne gesungen wird

Montag, 15. Juli 2013

Das Wort vom Sonntag

Weil sich die Kritik am EKD-Familienpapier nicht besänftigen lassen will, schieben die Verteidiger immer gewagtere Interpretationen der Heiligen Schrift nach. Jetzt deuten einige sogar Davids Worte an Jonathan „Deine Liebe war mit köstlicher als Frauenliebe“ (2 Samuel 1,26) als homosexuelle Äußerung. Deutsches Sprichwort: „Was der Teufel in der Bibel sucht, das findet er.“

*

Lesefrüchte aus Richard Gutzwillers "Die Gleichnisse des Herrn". Zu Markus 2,22 "Niemand gießt neuen Wein in alte Schläuche" schreibt der Schweizer Bibeltheologe: „Das Christentum war etwas Neues. Nicht mehr ein auserwähltes Volk, sondern Botschaft an die ganze Menschheit. Nicht mehr Furcht, sondern Liebe. Nicht mehr Erwartung eines künftigen Messias, sondern Gott mitten unter uns. Dieses Kommen Gottes...war etwas so Gewaltiges, Urmächtiges, daß man es wahrhaft nicht bloß wie einen Flicken auf ein altes Kleid nähen konnte. Er sprengte alle bisherigen Formen, war gärender, schäumender Wein, den man nicht in alte, brüchig gewordene Schläuche füllen konnte...Das Christentum ist gottgeboren, ist Göttliches in der Menschheit, darum nie alt. Immer neu, immer gärender, schäumender, feuriger Wein...Wo darum Formen wirklich veraltet, wirklich brüchig sind, zerschlagt sie ruhig!"

*

Religionen sind Vornamen Gottes.

*

Liszt, 1.Klavierkonzert Es-Dur. Die Virtuosität zeigt, wie viel seelische Kraft das Gefühl erzeugen kann.

*

Paul Wilhelm von Keppler in „Wanderfahrten im Pharaonenland“, über den Jenseitsglauben der alten Ägypter: „Lache nicht! Wie hoch steht dieses Geschlecht, das im sterblichen Leben nie des unsterblichen vergisst, das sichern, klaren Auges über die engen Grenzen des Erdenwandelns, über Tod und Leben hinüberschaut, so sehr auch drüben sein Blick sich im Nebel verliert! Wie hoch steht es über einem großen Teile der heutigen Menschheit, über den feigen Generationen unseres Jahrhunderts, welche ängstlich jedem Gedanken an den Tod ausweichen, welche, wo er ihnen nahe kommt, das Beispiel des Vogels Strauß nachahmen, welche ihr ganzes Sinnen und Trachten hermetisch einschließen in den engen Raum des Erdendaseins, welche auch den Gedanken an Gott fliehen, hauptsächlich deswegen, weil ‚dieses Wort einen fürchterlichen Nachbarn aufweckt, dessen Name Richter heißt’!“ Paul Wilhelm Keppler (1852-1926) war der sechste Bischof von Rottenburg.

*

Wilhelm Raabe, „Die schwarze Galeere“:

  „Vor Gott will ich bekennen

  und seiner ganzen Macht,

  Daß ich zu seinen Zeiten

  Den König hab veracht’t,

  Weil dass ich Gott dem Herrn,

  Der höchsten Majestät,

  Hab müssen obedieren

  In der Gerechtigkeit.“

Raabe nennt es „das Lied von fünfzehnhundertachtundsechzig“; damals begann der Unabhängigkeitskrieg der Niederlande gegen die spanische Krone. Mut vor Fürstenthronen ist auch Treue gegen den Schöpfer.

*

Henry Miller in „Mademoiselle Claude“: „Es war viel besser, in die Kirche zu gehen, um die Messe zu hören, als Architektur und den ganzen Kram zu studieren.“

*

Das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising teilt mit, dass die Landeshymne „Gott mit dir, du Land der Bayern“ auf besonderen Wunsch des Erzbischofs Reinhard Kardinal Marx im nächsten Gesangbuch stehen wird. Psalm 92,5: „Du lässt mich fröhlich singen von deinen Werken.“ 

 

Dieser Artikel ist in folgenden Kategorien


Schreiben Sie einen Kommentar


:


:


:


:


*:
Bitte achten Sie auf weitere Anweisungen im nächsten Schritt