Die reichen Heiligen von Hamburg

Montag, 12. August 2013

Das Wort vom Sonntag

Die Bibel ist jetzt in 484 Sprachen übersetzt, zuletzt u.a. Sprachen in Kenia, im Südsudan, in Eritrea, Südafrika und Tschetschenien. Das Neue Testament gibt es sogar in 1257 Sprachen. Forscher gehen davon aus, dass heute in der Welt mehr als 6500 Sprachen existieren. Viel zu tun.

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Lesefrüchte. Peter Bamm, „Welten des Glaubens“: „Die Bibel ist sowohl die Heilige Schrift als auch eine historische Quelle. Insofern die Bibel eine historische Quelle ist, sind die Historiker berechtigt, sie zum Gegenstand ihrer Untersuchungen zu machen. Insofern die Bibel die Offenbarungen Gottes enthält, sind sie es nicht.“ - „Die Bibel verkündet, daß der Mensch zwischen der Schöpfung und dem jüngsten Gericht steht. Der Glaube an diese Verkündigung ist fast zweitausend Jahre lang der Trost der Welt gewesen. Die Wissenschaft verkündet, daß der Mensch zwischen dem Affen und der Atombombe steht. Der Glaube an diese Verkündigung ist die Verzweiflung unserer Zeit.“ - „Es gibt nur wenige Gedanken auf der Welt, die nicht schon in der griechischen Philosophie gedacht worden sind. Die griechische Naturwissenschaft enthält alle Grundprinzipien der modernen Naturwissenschaft.“ - „In Athen wußte man alles, also glaubte man an nichts.“ - „Mit Lasterhaftigkeit ist gewöhnlich ein gewisses Maß von Toleranz verbunden.“ Über Damaskus: „Der Berg im Hintergrund, der Jebel Kasyun, wurde von den Muslim verehrt, weil dies nach der Überlieferung der Ort gewesen sei, wo Abraham die Erleuchtung empfangen habe, daß es nur den einen, allmächtigen Gott gebe. König David hat die Stadt einmal erobert. Hier wurden dem Parmenio, dem Feldherrn Alexanders des Großen, der Harem und die Schätze des bei Issos besiegten Perserkönigs Dareios übergeben. Im 7. Jahrhundert nach Christi Geburt war Damaskus unter der Dynastie der Omayyaden die erste glänzende Metropole des in das byzantinische Reich eingebrochenen Islam. Der Kalif Khalid Ibn Welid errichtete an Stelle einer von Kaiser Theodosius I. erbauten und von Kaiser Justinian erneuerten Kirche die berühmte Moschee, in der das Haupt Johannes des Täufers noch immer als Reliquie verehrt wird.“ – Über das Minarett Mâdinet ‘Isâ, das Minarett Jesu: „...die Stelle, an der Jesus am Ende der Zeiten die Erde wieder betreten wird.“ Tyrannei und Terrorismus machen ein Land zum Schlachtfeld, das mehr als alle anderen zum Miteinander der Religionen geschaffen ist.  

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Jeanne Francoise Frémyot de Chantal, 1572 als Tochter eines burgundischen Parlamentspräsidenten geboren, verliert ihren Ehemann nach zehn Jahren durch einen Jagdunfall. Nachdem die Kinder erwachsen und versorgt waren, verwirklicht sie mit Franz von Sales in dessen Geburtsort Annecy einen schon lange gehegten Plan: Sie gründen den „Orden der Heimsuchung Mariä", die Salesianerinnen, die sich schon bald durch ganz Frankreich ausbreiten. Die Ordensgemeinschaft will Frauen und Mädchen die Möglichkeit bieten, ein heiligmäßiges Leben zu führen, auch ohne die strengen Regeln der anderen Orden, die von vielen nicht erfüllt werden können. Heute feiert die Kirche ihren Gedenktag. Zitat: „Beim Gebet müssen wir ein leeres Gefäß sein, das sich Gott anbietet.“

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Morgen ist der Gedenktag der Päpste Pontianus und Hippolyt,. Die beiden Kirchenmänner bekämpfen einander erbittert, bis der christenfeindliche Kaiser Maximinus Thrax sie im Jahr 235 nach Sizilien verbannt. Dort versöhnen sich Papst und Gegenpapst - und gehen beide als Märtyrer an den Strapazen der Zwangsarbeit in einem Steinbruch zugrunde.

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Maximilian Maria Kolbe, dessen Gedenktag am Mittwoch folgt, schreibt: "Mitunter ist es wirklich schwierig im Leben, man meint, es gebe keinen Ausweg mehr. Weil wir nicht alles wissen können, sehen wir den Zusammenhang nicht zwischen unserem eigentlichen Glück und den widrigen Umständen, die uns quälen. Was sollen wir also tun? Gott vertrauen. Durch solches Vertrauen - auch ohne letzte Einsicht in die Dinge - erweisen wir gleichzeitig Gott eine große Ehre, denn wir erkennen seine Weisheit, Güte und Macht an." Kolbe hat seine Worte gelebt, zuletzt durch sein Opfer in Auschwitz, mit dem er das Leben eines Familienvaters rettete. "Wenn Gott es für richtig und gut findet, daß es so sei wie auf dem Ölberg, daß unsere Bitte keinen Erfolg haben soll und wir den Kelch bis zur Neige trinken müssen, dann wollen wir nicht vergessen, daß Jesus nicht nur gelitten hat, sondern danach in Herrlichkeit auferstanden ist. So müssen auch wir durch Leiden zur Auferstehung kommen." Und: "Das Leben entflieht schnell. Nicht eine Sekunde kehrt zurück. Bemühen wir uns, möglichst viele Zeichen der Liebe zu geben."

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Am Freitag feiert die Kirche den Gedenktag des hl.Stephan. Durch die Christianisierung Ungarns von Passau aus schiebt er die Grenze zwischen dem lateinischen und dem griechischen Glauben auf den Karpatenkamm; ohne ihn würde die Orthodoxie bis kurz vor Wien reichen. Das mittelalterliche Nibelungenlied dichtet nach ihm die Figur des edlen Hunnenkönigs Etzel. Zitat: „Sei starkmütig, damit dich das Glück nicht erhebe und das Unglück nicht niederbeuge.“

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Augustinus: "Gottes Sehnsucht ist der Mensch."

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„Was, wenn es den Himmel gar nicht gibt?“ – „Und was, wenn es die Erde gar nicht gibt?“

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Friedrich Hebbel 1853 in "Reisebriefe": „Dagegen hat der Kalender, der in der ganzen übrigen Welt stabil zu sein pflegt, in Hamburg an Eigentümlichkeit gewonnen, wenigstens die Ausgabe desselben, deren man sich auf den Comptoiren bedient. Denken Sie sich mein Erstaunen, als ich, ihn zufällig in die Hand nehmend, mitten unter den Heiligen diverse Hamburger Kaufleute erblickte, als ich neben Cyrillus und Laurentius, Cyprian und Sylvester wohlbekannte Börsennamen, wie Schröder, Amsingk u.s.w. eingetragen fand! Das ist ganz neu und geht denn doch etwas weit!"


 

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