Anti-Merkel-Propaganda vor dem Fußballspiel

Sonntag, 1. September 2013

VON WOCHE ZU WOCHE: 18.-24.August 2013

SONNTAG

Jusos verteilen vor Bundesliga-Stadien Postkarten, auf denen sich die Bundeskanzlerin und Bayern Münchens wegen Steuerhinterziehung angeklagter Präsident Uli Hoeneß die Hände reichen. Unterschrift: „Glückwunsch, Uli! Wir Steuern das schon.“ Joubert: „Verleumdung ist die Erleichterung der Bösartigkeit.“

MONTAG

Der Ex-Chef der Berliner Treberhilfe, die mit Spendengeldern Obdachlose unterstützt, fährt dienstlich einen Maserati für 140.000 Euro und einen BMX X 5 für 100.000 Euro, kassiert 435.000 Euro Gehalt im Jahr und wohnt in einer Luxusvilla seiner Organisation, die inzwischen den Status der Gemeinnützigkeit verlor. Jetzt steht „Maserati-Harry“ wegen Steuerhinterziehung vor Gericht. Mancher Gutmensch meint es mit sich selbst am besten.

DIENSTAG

Ein Investor möchte an der Berliner Crellestraße Wohnungen bauen. Die zuständige Stadträtin Sybill-Anka Klotz (Grüne) erteilt die Baugenehmigung. Eine Bürgerinitiative protestiert. Im Gespräch erfährt BZ-Chefkolumnist Gunnar Schupelius die Ablehnungsgründe: Die geplante Tiefgarage mit Aufzug werde den Verkehr blockieren, die Gegend sei doch schön so und solle sich nicht verändern, außerdem wohnten in der Nähe ein Fuchs und eine Nachtigall. Drei vom Bauherrn bezahlte Gutachter können den Vogel nicht aufspüren. Jetzt fordert die Stadträtin den Bauherrn auf die Lage zu „deeskalieren“. Deutsches Sprichwort: „Wahn ist eine blinde Kuh.“

MITTWOCH

Die Berliner Sprachanalystin Antje Lann Hornscheidt ist mit der Ächtung von Begriffen wie „Zigeunerschnitzel“ oder „Negerkuss“ nicht zufrieden: Das deutsche Grundbild sei weiß, es stehe für richtig, gut und sauber. Schwarz dagegen sei stets negativ besetzt, etwa in schwarzsehen, schwarzmalen oder schwarzfahren. Diese Schwarz-Weiß-Bilder blieben „problematisch“. Heiraten politisch korrekte Bräute künftig in Schwarz, trauern Hinterbliebene in Weiß? Shakespeare: „Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.“

DONNERSTAG

Niedersachsens Landwirtschafts-Staatssekretär Udo Paschedag kassiert ein höheres Gehalt, als ihm zustünde, baut in sein Büro eine Extra-Klimaanlage ein, heuert eine zusätzliche persönliche Referentin an, lässt sich einen zu teuren Dienstwagen kommen und täuscht in einem Aktenvermerk vor, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe die Luxuslimousine genehmigt. Jetzt schmeißt Weil den Öko-Protz raus. Deutsches Sprichwort: „Hoch macht schwindlig.“

FREITAG

Der „Grüne“-Politiker Hans-Christian Ströbele fordert, wegen der NSA-Affäre den amerikanischen Botschafter einzubestellen und gegebenenfalls US-Diplomaten zur Ausreise aufzufordern. Stanislaw Jerzy Lec: „Größenwahnsinn = Kinderkrankheit der Zwerge.“

SAMSTAG

Kopfschütteln über den DGB, der trotz dramatisch gesunkener Arbeitslosenzahlen zur Abwahl der Bundesregierung aufruft: Er will „eine gerechtere Politik statt einer einseitigen Sparpolitik“, also endlich wieder so richtig Staatsknete verteilen. Der Funktionär schwimmt gern im Mehr.


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