Trittins Vergangenheit und antikommunistische Gegenwart

Montag, 23. September 2013

VON WOCHE ZU WOCHE: 15.-21.September 2013

SONNTAG

Der SPD-Fraktionsvize in Hamburg-Altona schlägt vor, in dem für Autonomen-Krawalle berüchtigten Stadtteil „Schanze“ den Verkauf von Haschisch zu legalisieren. Das freut die Nutzer rechtsfreier Räume. Stanislaw Jerzy Lec: „Ihr Kapital festigt sich. Sie werden von Nullen umwuchert.“

MONTAG

Die Berliner Aktionstage „Zu Fuß zur Schule“ machen Eltern klar, wie falsch es sei, Kinder mit dem Auto zum Unterricht zu fahren. Das Ordnungsamt Charlottenburg gibt Tipps: „Kinder lernen so ihre Umwelt kennen.“ Eine Sprecherin des „Verkehrsclubs Deutschland“ empfiehlt im Radio, bereits Erstklässler „nach ein bis zwei Wochen Übung“ allein zur Schule zu schicken. Zählt staatliche Anti-Auto-Ideologie mehr als elterliche Sicherheitsbedenken? Arnold Gehlen: „Fortschritt ist der Übergang von Situationen, deren Nachteile man kennt, zu Situationen, deren Nachteile man noch nicht kennt.“

DIENSTAG

In Berlin war der Protest gegen das Betreuungsgeld der besonders laut, Oppositionspolitiker sagten tausendfachen Missbrauch der als „Herdprämie“ diffamierten Sozialleistung voraus. Jetzt zeigt sich: In den ersten sechs Wochen gingen gerade mal 534 Anträge ein. Deutsches Sprichwort: „Das leere Haus ist voll von Lärm.“  

MITTWOCH

Die FAZ listet auf, was der „Grüne“-Spitzenkandidat Jürgen Trittin in seiner Zeit beim „Kommunistischen Bund“ in Göttingen gut fand: 1977 verteidigt er einen „Buback“-Nachruf, dessen Autor seine „klammheimliche Freude“ über den RAF-Mord am damaligen Generalbundesanwalts ausdrückte, als „freie Meinungsäußerung“. 1993 beschreibt er in „Gefahr aus der Mitte“ die Wiedervereinigung als Frucht eines „bundesdeutschen Vereinigungsnationalismus“: Kohl wolle im Bund mit dem „Großkapital“ die „Kriegslüsternheit“ der Bürger wecken. Fünf Jahre später macht Schröder ihn zum Bundesminister. Im Bundestagswahlkampf 2013 bescheinigt Trittin der Partei „Die Linke“, nicht koalitionsfähig zu sein, weil die Ex-Kommunisten Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehne. Walther Victor (1895-1971): „Die Vergangenheit ist ein guter Lehrmeister.“

DONNERSTAG

Kiels SPD-Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke hat einem Augenarzt und Immobilienbesitzer 3,7 Millionen Euro Gewerbesteuer erlassen und deshalb jetzt Ärger mit der Opposition. Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt sagt sie: „Meine Amtszeit dauert sechs Jahre.“ Aus den „Fliegenden Blättern“: „Arroganz ist die Perücke geistiger Kahlheit.“

FREITAG

Die Pädophilieaffäre holt auch den Parlamentarischen Geschäftsführer der „Grünen“ im Bundestag, Volker Beck, ein. 1988 erschien unter seinem Namen in einem Sammelband ein Aufsatz, der die „Entkriminalisierung der Pädosexualität“ forderte. Gegen Kritik verteidigte sich Beck jahrelang mit der Behauptung, der Sinn des Textes sei damals durch eine „freie Redigierung“ des Herausgebers verfälscht worden. Jetzt aber taucht ein Typoskript Becks auf. Ein Vergleich mit dem Aufsatz von damals zeigt, dass die Texte praktisch identisch sind. Nur die Überschrift und ein Zwischentitel weichen deutlich voneinander ab. Jetzt bittet Beck um Entschuldigung für einen „falschen Gedanken“. Matthäus 7,16: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“

SAMSTAG

In Hamburg machen 126 Jugendliche beim Planspiel „Jugend im Parlament“ mit: Fünf Tage lang diskutieren sie wie Bürgerschaftsabgeordnete im Plenarsaal, hören Experten an, stimmen ab. Dann übereichen sie ein Papier. Wichtigste Forderung: Einer Ausweitung der Videoüberwachung besonders gefährlicher Bereiche. Jean Cocteau: „Wer der Jugend vorangehen will, muß gerade Wege gehen.“



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