Heilmittel für die größten Wunden des Jahrhunderts

Dienstag, 1. Oktober 2013

Die katholische Christenheit feiert heute das Gedenken der hl. Theresia von Lisieux.

Sie lebt unbekannt in einem Kloster in der Provinz und stirbt unbekannt. Erst nach ihrem Tod wird ihre Bedeutung als Mystikerin offenbar. Nach vielen Wundern und Gebetserhörungen spricht Papst Pius XI. sie im Jahr 1925 heilig. Er nennt sie den „Stern meines Pontifikats“. Papst Johannes Paul II. erhebt sie 1997 zur Kirchenlehrerin und sagt, dass in ihr „Gott uns die geistigen Heilmittel für die größten Wunden unseres Jahrhunderts offenbaren will“.

Als prägendes Erlebnis erfährt Marie-Françoise-Thérèse Martin am ersten Weihnachtstag 1886 „die Gnade, der Kindheit zu entwachsen“: Statt der Freude über Geschenke spürt sie plötzlich „die Liebe in mein Herz einziehen, das Bedürfnis, mich selbst zu vergessen, um Freude zu machen, und von da an war ich glücklich!“ Es ist eine Erlösung aus der Gefangenschaft der Selbstbezogenheit: „Von den Skrupeln und der übermäßigen Empfindlichkeit befreit, begann sich mein Geist zu entwickeln.“

Die Tochter eines Uhrmachers und einer Spitzenklöpplerin zeigt schon als Kind tiefen religiösen Ernst. Mit vier Jahren verliert sie die Mutter, mit 15 pilgert sie nach Rom, mit 16 geht sie ins Kloster, „um Seelen zu retten“. Ihr Ordensname wird „Theresia vom Kinde Jesus“. Die Liebe Gottes zu den Menschen ist für sie eine Aufforderung zu radikaler Nächstenliebe. Ihr Buch „Geschichte einer Seele“ legt einen „kleinen Weg“ zur Vollkommenheit dar: in reiner Liebe und ohne jeden Vorbehalt sich der Liebe Jesu hinzugeben. Ihr Bild vom „Fahrstuhl“ macht deutlich, dass Gottes Allmacht auch dem schwächsten Menschen Heiligkeit schenken kann, wenn er sich ihr anvertraut. Als sie mit 23 unrettbar an Tuberkulose erkrankt, sagt sie: „Ich sterbe nicht, ich trete in das Leben ein.“ Am 30.September 1896 schließt sie für immer die Augen.

Theresia ist Patronin der Karmelitinnen und der nach ihr benannten Ordensgenossenschaften und religiösen Vereine, der Karmelitermissionen, des Petruswerkes der Glaubensverbreitung und der Weltmission. Sie ist die zweite Patronin Frankreichs.

Darstellung: als Karmelitin mit braunem Habit, weißem Mantel und schwarzem Schleier.

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