Warum die SPD-Basis redet und die CDU-Basis schweigt

Sonntag, 6. Oktober 2013

Das Wort vom Sonntag

Heute feiert die katholische Christenheit das Fest „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“. Mit der Gebetskette meditieren Gläubige seit dem 15.Jahrhundert über wichtige Stationen im Leben Jesu. In der frühen Neuzeit wird der Rosenkranz zum Dankgebet für die Befreiung Europas von der Gefahr der Islamisierung durch die Osmanen. Und auch heute ist es weit mehr als nur ein alter Brauch. Der Hamburger Pfarrer Johannes Pricker: „Der Rosenkranz ist ein Atemgebet. Er sagt den ganzen Tag: Hallo, ich bin da – dein Gott!“

*

Martin Buber in "Die Frage der Fragen": "Vor dem Ende sprach Rabbi Sussja: In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: Warum bist du nicht Mose gewesen? Man wird mich fragen: Warum bist du nicht Susja gewesen?"

*

Lesefrüchte. Hölderlin, Hyperion: "Ja! ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamäleonsfarbe der Menschen getaucht ist." - "Das ist der Gewinn, den uns Erfahrung gibt, dass wir nichts Treffliches uns denken, ohne sein ungestaltes Gegenteil." - "Wie ein heulender Nordwind, fährt die Gegenwart über die Blüten unsers Geistes und versengt sie im Entstehen." - "Gewisse Tiere heulen, wenn sie Musik hören. Meine bessergezognen Leute hingegen lachten, wenn sie von Geistesschönheit die Rede war und von Jugend des Herzens." -

"Beim Himmel! der weiß nicht, was er sündigt, der den Staat zur Sittenschule macht." - "Der Tod ist ein Bote des Lebens." - "Wir sprechen von unsrem Herzen, unsern Planen, als wären sie unser, und es ist doch eine fremde Gewalt, die uns herumwirft und ins Grab legt, wie es ihr gefällt, und von der wir nicht wissen, von wannen sie kommt, noch wohin sie geht." - "Neide die Leidensfreien nicht, die Götzen von Holz, denen nichts mangelt, weil ihre Seele so arm ist, die nichts fragen nach Regen und Sonnenschein, weil sie nichts haben, was der Pflege bedürfte. Ja! ja! es ist recht sehr leicht, glücklich, ruhig zu sein mit seichtem Herzen und eingeschränktem Geiste." - "Des Herzens Woge schäumt nicht so schön empor, und würde Geist, wenn nicht der alte stumme Fels, das Schicksal, ihr entgegenstände."

*

Das Gebet führt aus dem Schatten in die Sonne.

*

Die SPD hat knapp 26 Prozent und denkt über eine Große Koalition nach. Alle wollen mitreden, und es reden auch alle mit, von der Parteispitze bis zur Basis, und auch noch im kleinsten Unterbezirk. Man hört und sieht sie auf allen Kanälen, liest von ihnen in den Zeitungen, vorzugsweise Ablehnendes und auch immer noch Wahlkämpferisches. Und wenn die Verhandlungen beendet sind, wollen und sollen auch alle entscheiden. Die Union hat knapp 42 Prozent und denkt ebenfalls über eine Große Koalition nach. Es gibt eine Bundeskanzlerin und zwei Verhandlungsdelegationen. Punkt. Was ist nun besser, die basisdemokratische Erregung oder das gelassene Zusammenstehen in aller Ruhe? Sprüche 14,30: „Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben.“

*

Gellert, "Das Schicksal":

  "O Mensch! Was strebst du doch, den Ratschluß zu ergründen,

  Nach welchem Gott die Welt regiert?

  Mit endlicher Vernunft willst du die Absicht finden,

  Die der Unendliche bei seiner Schickung führt?

  Du siehst bei Dingen, die geschehen,

  Nie das Vergangne recht, und auch die Folge nicht,

  Und hoffest doch, den Grund zu sehen,

  Warum das, was geschah, geschicht?

  Die Vorsicht ist gerecht in allen Schlüssen.

  Dies siehst du freilich nicht in allen Fällen ein;

  Doch wolltest du den Grund von jeder Schickung wissen;

  So müßtest du, was Gott ist, sein.

  Begnüge dich, die Absicht zu verehren,

  Die du zu zu sehn zu blöd am Geiste bist."

Dieser Artikel ist in folgenden Kategorien


Schreiben Sie einen Kommentar


:


:


:


:


*:
Bitte achten Sie auf weitere Anweisungen im nächsten Schritt