Arnie und Gerd

Freitag, 18. Oktober 2013

Vor zehn Jahren schaffte es Arnold Schwarzenegger vom Schauspieler zum Gouverneur von Kalifornien. Die erstaunliche Politkarriere des Österreichers gab Anlass zu einer Glosse über ihn und Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Mein Freund, der Kanzlerberater, goss sich hektisch einen Doppelten hinter die Binde. "Der Gerd ist von diesem Schwarzenegger ziemlich genervt", verriet er. "Nicht bloß, weil der Kerl Republikaner ist. Sondern weil er uns Berufspolitikern die ganze Tour vermasselt. Wenn das so weitergeht, haben wir im nächsten Wahlkampf mit Typen wie Gottschalk oder Bohlen zu tun."

"Ihr müsst Arnie eben mal so richtig miesmachen!" schlug ich vor.

"Gern, aber wie?"

"Sagt doch, dass er nur mit Hilfe der Medien..."

Er unterbrach mich gleich: "Der Gerd aber doch eigentlich auch!"

"Sagt, dass der Kerl den Konzernen riesige Steuererleichterungen..."

"Geht auch nicht, das macht der Gerd ja ebenfalls."

"Sagt, dass er trotz Mega-Defizit Steuererhöhungen ablehnt!"

"Bist du verrückt, der Gerd will die Steuern sogar senken!"

"Dass er für alles und jedes tausend Berater braucht!"

"Na ja, wir mit unseren Kommissionen ..."

"Dann sagt ihr eben, dass Arnie immer dieses festgetackerte Siegerlächeln . . ."

Er winkte ab. "Das hat der Gerd auch."

"Sagt, dass er nur in schwachsinnigen Filmen mitgespielt hat."

"Ja, und der Gerd in einer schwachsinnigen TV-Serie."

"Dann müsst ihr ausnahmsweise mal persönlich werden. Sagt, dass Arnie ein Weiberheld ist."

Er guckte wenig begeistert. "Daran wollen wir lieber nicht rühren."

"Sagt, dass  Arnie sich die Haare färbt!"

"Machst du Witze?"

Ich überlegte. "Wenn das so ist, dann dreht die Sache doch einfach um und hängt euch an Arnie und seine Sprüche dran."

Er guckte interessiert. "Und wie stellst du dir des vor?"

"Zum Beispiel das berühmte Hasta la vista, Baby!"

"Hm - wo soll der Gerd das denn anbringen?"

"Na, bei den Rentnern: Hasta la Riester, Baby!"

Daraufhin machte er zur Rache meine Hausbar leer. Aber in dieser schweren Zeit müssen wir eben alle unsere Opfer bringen.


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