Als Bundeskanzler Adenauer vom BND abgehört wurde

Sonntag, 27. Oktober 2013

VON WOCHE ZU WOCHE: 20.-26.Oktober 2013

SONNTAG

Der ganz normale Justizwahnsinn unserer Zeit. In Berlin listet BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius Beispiele auf. Ein Täter entreißt einem 13-jährigen an einem Bus das Handy. Eine Kamera zeigt den Täter. Die Polizei fordert die Bilder an, doch der zuständige Richter stimmt der Verwendung erst zu, als alle anderen Mittel der Fahndung ausgeschöpft sind. Das dauert acht Monate. Zweiter Fall: Nach einem Familienstreit unter Libanesen melden Zeugen den Polizisten Waffen im Kofferraum eines Autos. Eine Richterin verbietet der Polizei, das Fahrzeug zu öffnen. Michel de Montaigne: „Die Gesetze werden oft von Dummköpfen geschaffen.“

MONTAG

Die „Grünen“ wollen Hamburgs Wohlstand „neu berechnen“: Nicht mehr die Wirtschaftskraft, sondern die „gute Wirtschaftskraft“ sei entscheidend, und dazu gehörten „ökologische und soziale Faktoren“ wie etwa die Umweltkosten. Nachtigall, ick hör dir trapsen. Jürgen Eysenck, „Wege und Abwege der Psychologie“: „Man kann in der Tat mit der Statistik alles beweisen.“

DIENSTAG

Der Bundestag wählt sich statt der bisherigen fünf nunmehr sieben Bundestags- und Bundestagsvizepräsidenten. Max Weber: „Entweder man lebt für die Politik oder man lebt von der Politik.“

MITTWOCH

In Hamburg verurteilt ein Gericht einen Erzieher, der Kinder schändete, zu fünf Jahren und zwei Monaten Haft. Auf ein anschließendes Berufsverbot verzichten die Richter, weil er Ersttäter sei. Deutsches Sprichwort: „Mitleid mit den Wölfen ist Grausamkeit gegen die Schafe.“

DONNERSTAG

UN-Experten stufen Hollands schwarzen Nikolausbegleiter „Sinterklaas“ als „rassistisch“ ein. Eine Sozialhistorikerin aus Jamaika erklärt dazu: „Die Arbeitsgruppe kann nicht verstehen, warum Niederländer nicht einsehen, dass dies eine Rückkehr zur Sklaverei ist.“  Nächste Station auf diesem Weg der Political correctness ist die Umbenennung des Schwarzen Erdteils in „Andersfarbiger Kontinent“. Euripides: „Süß ist jeder Wahn, wenn er auch irrig ist.“

FREITAG

Hamburgs evangelische Landesbischöfin Kirsten Fehrs erklärt zum Einsatz ihrer Kirche gegen Senat und Polizei: „Glaube ist immer auch politisch.“ Luther: „In der ganzen Kirchenlehre muss man sorgfältig darauf achten, welcher Teil recht eigentlich zum geistlichen Leben gehöre, welcher zum bürgerlichen und welcher zum politischen. Diese beiden Stücke müssen weit vom Evangelium getrennt werden."

SAMSTAG

Weiter große Aufregung über die NSA, jetzt sollen die Amerikaner sogar auf dem Handy der Bundeskanzlerin mitgehört haben. Dabei muss heute jeder moderne Staat seine Interessen nicht nur gegenüber den Verbündeten, sondern sogar gegenüber den eigenen Leuten schützen. Claus Jacobi überliefert  in seinen Erinnerungen einen Dialog zwischen Konrad Adenauer und Reinhard Gehlen, in dem der Kanzler den BND-Chef fragte, ob er ihn etwa abhöre. Gehlen bestätigte das. Adenauer daraufhin: „Sie haben also kein Vertrauen zu mir?“ Gehlen antworte: „Doch, Herr Bundeskanzler, aber es ist ein waches Vertrauen.“ Jacobi: „Adenauer war über diese Antwort sehr amüsiert.“   


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