NSA: Nüchterne Stimme in allgemeiner Empörungsbesoffenheit

Freitag, 1. November 2013

Sendungen von Donnerstag, 31.Oktober 2013

In „Tagesthemen“ sagen über das Treffen des „Grüne“-Abgeordneten Christian Ströbele und zweier deutscher Journalisten mit dem Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden in Moskau

ARD-Moderator Thomas Roth: „An einem geheimen Ort in Moskau … Dieses Treffen wurde lange verdeckt vorbereitet!“

ARD-Reporterin Ina Ruck: „Um Punkt vier Uhr nachmittags werde man sie vor dem Moskauer Hotel abholen, so war es verabredet. Punkt vier fuhr dann der Kleinbus mit den abgedunkelten Scheiben los zum Treffen mit dem meistgesuchten Mann der Welt. Denn wo genau sich Edward Snowden aufhält, das kann niemand sagen … Immer wieder mal werden Aufnahmen von ihm lanciert. Vor ein paar Wochen fand sich dieses Video im Netz: Eine Gruppe ehemaliger US-Geheimdienstmitarbeiter, selbst sogenannte Whistleblower, verliehen Snowden einen Preis für seine Enthüllungen. Wo das Treffen stattfand, darüber durften sie nicht reden. Auch der Ort des heutigen Treffens bleibt geheim…“

The show must go on.

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In „Markus Lanz“ sagen zum Thema NSA (Auszüge)

ZDF-Talkmaster Markus Lanz: „Wer von Ihnen in der Runde hat Probleme damit, dass sein Handy abgehört werden könnte. Frau Thalbach!“

Schauspielerin Katharina Thalbach: „Ich nicht.“

Lanz: „Ist Ihnen egal!“

Thalbach: „Ja.“

Lanz: „Warum?“

Thalbach: „Ja, was sollen die hören? Mir tun die Leid, die das alles mit anhören, was ich so telefoniere den ganzen Tag. Ich habe nichts zu verbergen. Und ich habe nicht das Gefühl, wenn ein Fremder mein Gespräch belauscht, dass er mich dann kennt, weil das so ein kleiner Teil von keiner Persönlichkeit ist. Ich plane nichts…“

Lanz: „Sie meinen jetzt: nichts Böses!“

Thalbach: „Und wenn ich nicht weiß, dass ich abgehört werde, dann ist es mir drei Mal egal.“

Lanz: „Gut, aber wen Sie sich damit rechnen müssen!“  

Thalbach: „Ich möchte mich gar nicht einlassen auf diese Sorge und diese Angst und dieses Misstrauen. Momentan bin ich nicht bereit, mich da…“

Lanz: „…großartig darauf einzulassen!“

Thalbach: „…beeinflussen zu lassen.“

Lanz: „Also: Ich suche mir selber aus, von wem ich mich ärgern lasse.“

Thalbach: „Wenn ich mir vor Ohren führe, was vor allem die Herren der Schöpfung im Zug so alles ausplaudern, sehr laut, am Handy, dann ist es gar nicht notwendig, sie abzuhören.“

Solche nüchternen Stimmen sind in der allgemeinen Empörungsbesoffenheit leider selten. Goethe: „Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten!“

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In „NigthWash“ sagt ARD-Comedian Maxi Gstettenbauer zum Sommerinterview der Bundeskanzlerin: „Und dann wurde Sie gefragt: ‚Frau Merkel, was wollen Sie eigentlich tun, um uns zu schützen?‘ Da hat sie gesagt: ‚Ich erwarte von den Amerikanern, dass sie sich auf deutschem Boden an deutsche Gesetze halten.‘ Sogar der Reporter hat kurz geguckt: Meint die das ernst? Das Ding ist: Es gibt nur ein einziges großes Internet!“

Ja, aber was soll die Bundeskanzlerin denn sagen? Dass sie erwartet, dass die Amerikaner sich in den USA an deutsche Gesetze halten? Weil Deutschland sonst aus Google und Facebook aussteigt? Oder dass die Geheimdienste der freien Welt die Arbeit einstellen? Oder soll sie über das Stöckchen springen, das unsere Weltverbesserer ihr hinhalten, und in das unsinnige Empörungsgeheul einstimmen? Robert Lembke: „Die Naivität, mit der manche Leute in diesem Land Politik machen, wird nur noch übertroffen von der Naivität, mit der manche Menschen darüber schreiben.“   

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TV-Sprüche

„Ich schwitze wie Cindy von Marzahn nach dem Aufstehen!“

„Wenn man im Osten in die Sauna geht, sind alle nackig. Wir haben das erfunden, damit man uns nicht abhören kann!“

Ingmar Stadelmann in „NightWash“ (einsfestival)

„Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man willkommen ist. Es gab auch schon mal Situationen im Leben, da war das nicht so. Zum Beispiel meine Geburt!“

„‘Satt‘ kenne ich nicht. Ich kenne nur ‚Hunger‘ oder ‚Mir ist schlecht‘!“

„Ich war neulich abends mit den Mädels unterwegs, da kommt da so ein bildungsdistanziertes Prachtexemplar und sagt: Ey, Kleine, wo gehst du? Komm mal her, gib mal’n Kuss! Da hatte ich nur noch eine Frage: Eine Millionen Spermien, ey – und du warst der schnellste?“

Aylin Lefkeli in „NightWash“ (einsfestival)

„Mein Tag fing super an: Ich bin auf Facebook gegangen und hatte eine Freundschaftsanfrage – von meiner Mutter!“

„Ich hasse es, wenn Fantasy sich nicht an die Realität hält!“

„Es soll jetzt kein neuer ‚Twilight‘-Film mehr kommen, aber ich glaube das erst, wenn es die NSA auch sagt!“

Maxi Gstettenbauer in „NightWash“ (einsfestival)


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