Woher kommt der Hass zwischen Arabern und Juden?

Samstag, 23. November 2013

Es begann mit Eifersucht. Urvater Abraham hatte einen Sohn mit seiner Magd, einem mit seiner Frau. Es gab Zwist, Tränen, Kriege – bis heute

 

Abends in der Tagesschau, diese entfesselte Gewalt: Schüsse, wimmernde, sterbende Menschen. Der ewige Streit zwischen Juden und Moslems Palästinas – dahinter steckt viele mehr, als uns die Tagesschau erzählt. Hass seit Urzeiten wird vererbt von Generation zu Generation dabei waren sie einst Brüder. Wie kam die Feindschaft zwischen die Brüder? Alles begann mit einem Mann der Vater werden wollte: Abraham. Aber seine Frau Sarah konnte ihm keine Kinder schenken. So begab er sich aufs Lager der Magd. Die Magd Hagar gebar ihm einen Sohn, Ismael. Zehn Jahre später wurde die Ehefrau Sarah doch noch schwanger, bekam Sohn Isaac. Es gab Zwist, Eifersüchteleien zwischen der Ehefrau und der ersten Leihmutter der Geschichte. Irgendwann schickte der Mann die Magd samt Sohn in die Wüste. Der Mann war Urvater Abraham. Sein Erstgeborener, Ismael, der Sohn der Magd, wurde der Stammvater der Araber. Isaac, der eheliche Sohn, wurde Stammvater der Juden.

Worüber haben sich die Halbbrüder entzürnt? Gar nicht. Erst in jüngster Vergangenheit streiten sich ihre Nachkommen um Grund und Boden. Gott hatte Abraham gesagt: „Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphrat." (Genesis 15, 18). Damit können nur wir gemeint sein, sagen die Nachkommen von Isaak, dem ehelichen Sohn. Doch die Nachfahren von Ismael entgegnen: Wir haben dasselbe Recht.

Seit wann nennen sich die Nachkommen Isaaks Juden, und die von Ismael Araber? Die ersten eigentlichen Juden, der Hebräer, kommen um 1500 v. Chr. in Briefen ägyptischer und babylonischer Herrscher als "Chapiru" vor. Die ersten Araber werden erst 853 v. Chr. urkundlich erwähnt - damals kämpfen sie am Euphrat gegen die Assyrer. Diese Dokumente zeigen, dass die Juden früher als die Araber aus der gemeinsamen Urheimat auswandern und im heutigen Palästina leben.

Ist auch Allah schuld? Nein. Im Gegenteil. Beide sind sich ähnlich. Sie haben jeweils nur einen Gott. Die wichtigsten Lehrbücher (Thora und Koran), die strengen religiösen Gesetze (Halacha und Scharia) und die Speisevorschriften stimmen in den meisten Punkten überein, z. B. kein Schwein und nur Fleisch von geschächteten Tieren (an der Halsschlagader ausgeblutet).

Warum ist Jerusalem die Hauptstadt des Hasses? Für die Juden ist Jerusalem die zentrale Stadt: ihres Glaubens - hier gründet David ihr Reich, hier baut Salomo den Tempel. Für die Araber ist Jerusalem die drittheiligste Stadt nach Mekka und Medina und außerdem eine von vier Städten des Paradieses [mit Mekka. Medina und Damaskus).

Wer kam zuerst nach Jerusalem? Weder Araber noch Juden. Es war der Stamm der Jebusiter. Vor 3000 Jahren eroberte Judenkönig David die Stadt. Nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer 70 n. Chr. liegt die Stadt in Trümmern und bleibt lange unbewohnt. Die Reste stehen noch, sind die weltberühmte Klagemauer, vor der strenggläubige Juden noch heute mit vielen Verbeugungen beten. Im Jahr 620 begründet Mohammed den Islam, 18 Jahre später erobern seine Anhänger in einem Dschihad (Heiliger Krieg) Jerusalem, und der Kalif Abd-el Malik erbaut den Felsendom - drittwichtigstes islamisches Heiligtum nach den Moscheen von Mekka und Medina.

Was haben die Kreuzritter damit zu tun? Von Jerusalem geht eine mystische Magie aus, Heere aus allen Himmelsrichtungen belagerten, eroberten die Stadt, z. B. Römer, Türken. Im Mittelalter marschierten Kreuzritter ein, heilige Krieger mit dem Christenkreuz. Augenzeugen berichteten, dass sie alles, was lebte, niedermetzelten. Und in den Gassen stand das Blut angeblich knöchelhoch. Und sogar die Mauern weinten. In unserem Jahrhundert; Der große Held „Lawrence von Arabien" (verfilmt mit Peter O'Toole) kommt ins Spiel. Der Engländer einigt die arabischen Stämme, schmeißt die verhassten türkischen Besatzer raus. Im Gegenzug verspricht die Weltmacht England den Arabern ein Großarabisches Reich inkl. Palästina und Jerusalem. Doch nach dem Sieg von Lawrence brechen die Engländer ihr Versprechen. Mehr noch, sie wechseln die Front, plötzlich dürfen vermehrt Juden wieder einwandern. Die Araber fühlen sich betrogen.

Wann begann der aktuelle Streit mit den Arabern? 1928 gründeten radikale  Mohammedaner die Moslem-Bruderschaft, die bis heute politisch und mit Anschlägen jüdische Ansprüche kämpft. Die Juden schlagen mit Terror-Anschlägen zurück. Einer der Bombenwerfer ist Menachem Beginn (später Israels Premierminister). 1947 zieht sich England aus dem Hexenkessel zurück. 1948 rufen die Juden ihren Staat aus. Damals  lebten  dort  650 000 Juden, heute sind es 5 Mio.

Wann werden sie endlich wieder Brüder? Tausend Fragezeichen. Im letzten halben Jahrhundert gab es den fünf verlustreiche Kriege, z. B. Suez-Krieg (1956), den Jom-Kippur-Krieg (Jom Kippur = jüdisches  Versöhnungfest,  1973). Und das Gemetzel im Libanon Israels Premier Rabin, der für die Aussöhnung war, wurde im letzten Jahr von einem radikalen Juden erschossen. Heute: Israels Netanjahu (47) und Arafat (68), streiten um einen Teil Palästinas, der ein eigener moslemischer Staat werden soll. Größte Geste: Sie reichten sich die Hände. Letzte Einzelheiten in der Tagesschau.

 

 

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