Roglers Abrechnung mit den Grünen und der Prostitution

Montag, 11. November 2013

Sendungen von Sonntag, 10.November 2013

In „Schimanski: Loverboy“ zeigt ein ARD-Krimi, wie minderjährige Mädchen von Zuhältern unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und dann auf den Strich geschickt werden.

In „Günter Jauch“ im Anschluss daran sagt ARD-Talkmaster Jauch (Auszüge): „Das haben Sie gerade bei ‚Schimanski‘ gesehen: Da werden junge Mädchen durch Liebesgesäusel gefügig gemacht und am Ende zur Prostitution gezwungen … Bei uns ist jetzt u.a. eine Politikerin zu Gast, die in ihrer Stadt gegen die Rotlichtszene kämpft, der Geschäftsführer von Europas größtem Bordell und eine Prostituierte, die sagt, dass sie ihre Dienste gern und absolut freiwillig anbieten.“

Prompt kommen in der Diskussion die Befürworter der Prostitution mindestens ebenso zu Wort wie die Gegner. Franz Werfel: „Das liberale Zeitalter hat die Gleichheit vor der Verwesung mit der Gleichheit vor Gott verwechselt.“ Im Jahr 2005 sagte der damalige Kardinal Ratzinger: „Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten lässt.“

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Kommentar der Woche

In „Stratmanns – Jupps Kneipentheater im Pott“ sagt WDR-Kabarettist Richard Rogler (Auszüge): „Wir sind ganz vorne in der Prostitution. Denn schon 2001 haben die SPD und die Grünen das liberalste Prostitutionsgesetz der Welt bei uns eingeführt. Prostitution ist seitdem komplett legal und wird überhaupt nicht kontrolliert. Wodurch wir weltweit mit der größte Umschlagplatz für Zwangsprostitution und Menschenhandel geworden sind. Und die Grünen stehen da immer noch hinter. Zum Beispiel Volker Beck, kennen Sie den? Der hat sich schon früher mit Dani Cohn-Bendit um den Posten des Pädophiliebeauftragten gestritten. Der hat gesagt, Prostitution müsse legal sein, weil sie ein Job wie jeder andere wäre. Und wörtlich hat er gesagt: ‚Wenn Leute etwa anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen Nebenwirkungen gibt, störe ich mich nicht daran.‘ Ökologische Nebenwirkungen, das heißt: In den Puffs darf passieren, was will – Hauptsache, die Puffs sind wärmegedämmt! Das ist das Entscheidende! Und da gibt es auch klimaneutral hergestellte Kondome aus Naturkautschuk. Und die jungen Rumäninnen kommen aus fairem Handel. Die Prostitution soll nicht reguliert werden, sagen die Grünen, die sonst alles regulieren. Wenn du in einer Kneipe eine Zigarette rauchst, kommt gleich die grüne Sittenpolizei und hält den Feuerlöscher auf dich drauf. Aber unkontrollierte Puffs dürfen hier seit zehn Jahren aus dem Boden schießen. Das ist zwar auch fleischliche Begierde, aber da hört man komischerweise nichts vom Veggie Day. Aber vielleicht ändern die Grünen ihre Haltung zur Prostitution ja noch, wenn rauskommt, dass in den meisten deutschen Bordellen nicht nur die Frauen leiden und ausgebeutet werden, sondern seltene Fledermäuse, oder eine seltene Krötenart verschwunden ist. Denn schützenswert ist ein Lebewesen für die ja erst, wenn es vom Aussterben bedroht ist. Als einzige Partei hat von den Grünen jetzt auch niemand einen Aufruf von Alice Schwarzer zur Abschaffung der legalen Prostitution unterschrieben, weil die Grünen immer noch denken, dass die Prostituierten in der Legalität Arbeitsverträge und Rentenversicherung kriegen. Klar! Die Hells Angels, die in Deutschland die größten Puffs betreiben, erklären den Rumäninnen wahrscheinlich als erstes, dass sie bei der Gewerkschaft ver.di eintreten können. Ich habe gar nichts dagegen, dass die Grünen in Deutschland Gesetze machen, aber die sollen vorher mal das Gehirn ein bisschen einschalten. Die wollen an der Legalisierung von Prostitution weiter festhalten, weil ja die Nachfrage das Angebot bestimmt. Klar, das war schon immer das Ziel grüner Politik: Es gibt eine Nachfrage nach Frauenkörpern, also müssen die geliefert werden … Es gibt natürlich auch Dinge, nach denen die Nachfrage eher gering wird, und die verschwinden dann auch. Zum Beispiel die Grünen selbst. Und das regeln die Grünen in diesem Fall ausnahmsweise nicht selber, sondern der Wähler.“

Franz Grillparzer: „Eine frohe Hoffnung ist mehr wert als zehn trockene Wirklichkeiten.“

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TV-Sprüche

„Mein Großvater qualmte noch dicke Zigarren. Das war nicht ganz so schlimm, weil man damals noch im Krieg zu sterben pflegte...“

„Ein großer Fortschritt: Jetzt gibt es sogar abhörsichere Handys, die man abhören kann. Da klickt der Geheimdienst auf einen Button, und dann ist er Follower.“

Die meisten Leute muss man gar nicht abhören: Die stehen morgens neben einem im Bus und brüllen derartig laut in den Hörer, und die erzählen alles – über Pilzbefall an Stellen, die man sich als Mitreisender nicht vorstellen möchte!“

„Es gibt jetzt ‚Homöopathen ohne Grenzen‘, für die Dritte Welt: Wenn da geschossen wird, da fliegen die Splitter – Arnika Globuli helfen wirklich! Oder wenn Ihnen in Somalia der Selbstmordattentäter das linke Bein abgesprengt hat: Versuchen Sie es ruhig mal mit Bachblüten!“

Dieter Nuhr in „Satire-Gipfel“ (rbb)

„Durchschnittlich haben die Deutschen zweieinhalb Mal pro Woche Sex. Durchschnittlich bedeutet ja, wenn jemand weniger hat, dann muss jemand anders entsprechend mehr haben. Da fragt man sich schon: Wer vögelt da eigentlich für mich mit?“

„Wir mussten noch regelmäßig zur Beichte. Katholische Schulklasse, zweimal im Jahr geschlossen zur Beichte. Wir hatten oft gar keine Lust mehr zu sündigen, aber wir mussten, weil: Morgen ist Beichte! Wenn wir zu wenig gewusst haben, dann hat der Priester so eine lange Liste mit möglichen Sünden vorgelesen, und da haben wir wenigstens noch eine Menge gelernt!“

Stefan Waghubinger in „Langsam wird‘ ich ungemütlich“ (3sat)

 

 

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Spaß muss sein

Auch wenn Richard Rogler hier natürlich überspitzt und lustig an das Thema geht, weiß er hoffentlich, dass ein Verbot der Prostitution genau so wenig das Problem löst wie überzogene Kritik an grüner Politik.

Wen es wirklich interessiert was die Grünen zur Prostitution zu sagen haben:

http://www.gruene.de/themen/moderne-gesellschaft/prostitution-wir-wollen-die-situation-der-frauen-verbessern.html Die Grünen versuchen wirklich sich ernsthaft mit diesem Thema ausauseinander zu setzen und sinnvolle Reglungen zu finden. Würde man die Anträge der Grünen ernst nehmen und nicht immer auf das Plakative reduzieren hätten wir schon längst eine bessere Situation.
  • Prostituierte sind vor Anweisungen Dritter zu schützen, jede versuchte Einflussnahme muss verboten werden. Hierzu muss das eingeschränkte Weisungsrecht in §3, ProstG abgeschafft werden.
  • Das Mindestalter für Prostituierte ist bundeseinheitlich auf 21 Jahre festzulegen;
  • ein grundsätzlicher Kondomzwang ist einzuführen;
  • es wird eine polizeiliche Meldepflicht für Prostituierte eingeführt, in deren Rahmen eine Konzession zur Ausübung der Prostitution erteilt wird.
  • Konzessionen an Prostituierte werden nur vergeben, wenn sie erkennbar in der Lage sind, selbstbestimmt und damit im eigenen Interesse zu handeln.
  • Die Prostituierten werden zum eigenen Schutz verpflichtet, sich regelmäßig ärztlichen Untersuchungen zu unterziehen.
  • Der notwendige Sozialversicherungsschutz ist eigenständig, etwa nach dem Vorbild der Künstlersozialkassen, zu gestalten; die Finanzierung kann z.B. über Mindesttarife für Sexdienstleistungen erfolgen.
  • Hilfs-, Beratungs- und Ausstiegsangebote sind auszubauen und werden niederschwellig in der jeweiligen Heimatsprache angeboten.
  • Freier werden dazu verpflichtet, durch ein jeweils aktuelles ärztliches Zeugnis gegenüber Prostituierten eine gesundheitliche Unbedenklichkeit nachzuweisen. Freier, die Dienste von nicht konzessionierten Prostituierten in Anspruch nehmen oder sich weigern, der Prostituierten ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorzulegen, werden strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.