Wie die ARD Snowden mit den Propheten der Bibel vergleicht

Montag, 11. November 2013

Das Wort vom Sonntag

Der Vizepräses der EKD und frühere bayerische Ministerpräsident Günter Beckstein sagt auf der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, die Evangelische Kirche müsse frommer werden und brauche „mehr lutherische Theologie“. Besonders kritisch sieht er das umstrittene Familienpapier, das sich müht, die Einführung der Homosexuellenehe aus der Bibel zu begründen. Die Erklärung der Verteidiger, das Papier sei „in der Analyse stark, aber im theologischen Teil schwach“, erbost ihn: „Was soziologisch los ist, das brauche ich die Kirche nicht fragen, sondern die Soziologen“, erklärt der Politiker und erläutert mit einem satirischen Beispiel: „Ich möchte eine Theologie der Energiesparlampe haben, weil, sonst brauchen wir uns zur Energiesparlampe nicht äußern.“ Da ging manchem ein Licht auf. Leider nicht allen: Am Sonntag kandidiert Beckstein als EKD-Präses und verliert. Deutsches Sprichwort: „Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man die Fiedel an den Kopf.“

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Der Anstieg der Austritte aus der katholischen Kirche in Limburg und anderen Bistümern wird allgemein auf einen nach dem umstrittenen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst benannten „Tebartz-Effekt“ zurückgeführt. Doch auch in der evangelischen Kirche mehren sich seither die Austritte, um etwa 80 Prozent. Auch eine Art Ökumene: Geteiltes Leid…

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In „Das Wort zum Sonntag“ (ARD) sagt die Pastorin Annette Behnken aus Wennigsen (Auszüge): „Kritische Geister, die braucht unsere Gesellschaft. Menschen, die uns wachrütteln und laut sagen, was schief läuft. In der Bibel heißen solche Querulanten Propheten. Jesaja, Jeremia oder Amos: Die ersten Querulanten der Zeitrechnung. Unbequeme Kritiker und Mahner ihrer Zeit … Ein großer und unbequemer Anspruch, den die Propheten an uns stellen: Dass die Wahrheit gesagt werden muss. Weil sie eine befreiende Wirkung hat … Querulanten, Whistleblower und Propheten: Solche unbequemen Verkünder der Wahrheit brauchen rechtlichen Schutz … Angenommen es klingelt jetzt an ihrer Tür. Sie öffnen. Und da steht so einer, ein Querulant und Whistleblower wie Edward Snowden. Tür auf oder Tür zu? Wie wäre es, wenn wir ihn hereinbitten, das Gästebett beziehen, einen guten Kaffee kochen und sagen: Erzähl mal.“

Legal, illegal, scheißegal? Matthäus 7,15: „Sehet euch vor vor den falschen Propheten.“

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Wenn dunkle Wolken aufziehen, bleibt der Himmel darüber doch hell und klar.

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Der Sozialdezernent der Grünen in Bad Homburg, Dieter Kraft, feiert bereits vergangene Woche mit der Leitung einer Kindertagesstätte einen vorgezogenen Martinsumzug ohne St. Martin. Die Bezeichnung lautet jetzt „Sonne, Mond und Sterne-Fest“. Eltern wollen gehört haben, wie der Politiker die Entscheidung mit „Political correctness“ begründet. Das bestreitet der Sozialdezernent jedoch. Der Vorsitzende der NRW-„Linke“, Rüdiger Sagel, vermutet laut FAZ sogar, durch ein „Sonne, Mond- und Sterne-Fest“ fühlten sich mehr Kinder angesprochen als durch ein Martinsfest. Dabei geht es bei dem Fest um eine Idee, die auch grünen und linken Politikern nicht ganz fern liegen sollte: Der Heilige zerschnitt zugunsten eines frierenden Bettlers seinen Soldatenmantel. Der Sprecher des Zentralrats der Muslime, Ayman A. Mazyrek, lobt den Wert des Teilens und schildert positive Erinnerungen an das christliche Fest aus seiner Jugendzeit. Zuletzt fällt dem Sozialdezernenten noch eine Begründung ein, die dem FAZ-Berichterstatter „putzig“ vorkommt: Vor 15 Jahren schon habe es eine Suppe mit Einlage in Form von Sonnen, Monden und Sternen gegeben. Daraus sei der Name „Sonne-, Mond- und Sterne-Fest“ entstanden. Klarer Fall von Suppenkaspertheater.

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Vor zehn Jahren wurde der Südtiroler P. Josef Freinamadetz (1852-1908) von den Steyler Missionaren heiliggesprochen. Er verkündete das Evangelium seit1879 in der südchinesischen Provinz Shantung. Der „Osservatore“ zitierte ihn so: "Glaubst du heilig werden zu können ohne Betrachtung, was noch kein Heiliger konnte? Die Betrachtung ein Zeitverlust? Im Gegenteil, ohne Betrachtung ist das Leben verloren. Wähle dir außerdem einen Tag im Monat, den du für Gebet und Betrachtung freihältst. Es sind des Lebens schönste, nützlichste Tage, an denen der Heilige Geist zum Herzen zu sprechen versprochen hat." Der Wahlspruch des Missionars: „Die einzige Sprache, die jeder versteht, ist die Liebe.“

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Aus dem Hymnus „Trostlied am Abend“ von Jochen Klepper:

„Hat schwere Sorge mich bedrängt,

ward deine Treue mir verheißen.

Den Strauchelnden hast du gelenkt

und wirst ihn stets vom Abgrund reißen.

Wann immer ich den Weg nicht sah:

dein Wort wies ihn. Das Ziel war nah.

 

In jeder Nacht, die mich umfängt,

darf ich in deine Arme fallen,

und du, der nichts als Liebe denkt,

wachst über mir, wachst über allen.

Du birgst mich in der Finsternis.

Dein Wort bleibt noch im Tod gewiss.“

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Kommentare:


Wind und Worte

Snowden Held oder Verräter ?! Wenn jeder Schritt und jedes Telefonat überwacht wird, dann sollen bitte auch die an der Spitze (Regierung, Geheimdienstchefs usw.) blank ziehen und alles veröffentlichen einschließlich Konto, Telefonate, Absprachen Krankenakte und Nacktfotos (wobei letzteres vielleicht doch nicht).

Brief- und Bankgeheimnis und Schweigepflicht - Diese Dinge wurden aus gutem Grund erfunden, wenn man heutzutage meint das Überwachung wichtiger ist (und das schon immer), dann muss man auch so mutig sein und sich überlegen wie man die Überwacher überwacht.


Schwaetzer

Nach dem Beckstein jetzt einen Rückzug gemacht hat haben wir jetzt eine neue Schwaetzer(in).