Schilys Abrechnung mit Islamisten und Christen

Montag, 18. November 2013

In „TELE-RETRO“ zeigen „Teletäglich“-Kolumnen welche Themen das Fernsehen vor 15 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom 15.November 98.

In „Sabine Christiansen" am Sonntag sagte Bundesinnenminister Schily zum Thema „Doppelte Staatsbürgerschaft": „Es gibt fanatische fundamentalistische Islamisten — aber da gibt es leider auch einige, die dem Katechismus und Fundamentalismus anheimgefallen sind, wie die Inquisition, und die Kirche hat lange gebraucht, zu erkennen, dass die Inquisition ein Verbrechen war, also seien Sie vorsichtig mit der christlichen Geschichte, seien Sie vorsichtig mit der christlichen Geschichte!"

Lass den Teufel in die Kirche, und schon steigt er auf die Kanzel (deutsches Sprichwort).

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In „Boulevard Bio" am Dienstag sprach ARD-Moderator Biolek mit „Grüne"-Fraktionschef Schlauch über „Männerängste". Auszug:

Biolek: „Sie sind einer der wenigen Spitzenpolitiker der neuen Regierung, der nicht geschieden ist, ist mir aufgefallen."

Schlauch: „Ja, weil ich eben nie verheiratet war."

Wer fragt, der lernt (deutsches Sprichwort).

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In „Kennzeichen D" am Mittwoch sagte ZDF-Moderator Buhl: „Schröder appelliert an eine große gesellschaftliche Koalition, das Klagelied der Arbeitgeberverbände aber hält an und soll wohl übertönen, dass es auch die Arbeitgeber sind, die von sinkenden Lohnnebenkosten profitieren. Auch dass Lohn- und Ausbildungszuschüsse Arbeitskräfte billiger machen. Die Regierungspläne tragen sozialdemokratische Handschrift..."

Die Partei, die Partei, die hat immer recht...

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In „Kontraste" am Donnerstag sagten zu Plänen einer SPD-PDS-Koalition in Thüringen

ARD-Reporterin Hovestädt: „Bedenkenträger sind in der Minderheit..."

SPD-Innenminister Dewes über Kritiker seiner Koalitionspläne: „Es gibt sicher einige, von denen ich sage, sie sind 1989 stehengeblieben..."

Ein SPD-Mitglied: „Vergangenheit ist wichtig, aber noch wichtiger ist für mich die Frage: Was willst du jetzt?"

Ein SPD-Wähler: „Es war ja im Sozialismus nicht alles schlecht."

SPD-Fraktionsvize Christine Klaus: „Wir werden nicht gewählt, um hier unsere moralischen Bedenken miteinander zu pflegen."

Brecht: „Erst kommt das Fressen..."

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In „Loriots 75. Geburtstag" am Donnerstag sagte der frühere

ARD-Vorsitzende Nowottny über einen Zeichentrickfilm des Karikaturisten, in dem er als TV-Reporter vorkam: „Ich fühlte mich ungeheuer gebauchpinselt, das heißt ich freute mich unbändig, und die Knollennase war so eindrucksvoll, dass meine Frau gesagt hat: ‚Endlich mal hat jemand deine Nase so dargestellt, wie sie wirklich ist.' Ich habe den Eindruck, sie hat etwas übertrieben, aber es war ein Charakteristikum..."

Stanislaw Jerzy Lec:Wer sich aufbläht, muss von Natur aus flach sein."

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Aus dem Angebot deutscher Talkshows der Woche:

Montag, „Sonja" (SAT.l): „Scharfe Schwestern - Liebe auf dem Krankenbett."

Dienstag, „Hans Meiser" (RTL): „Streng dich an - ich will mehr Spaß im Bett!"

Donnerstag, „Hans Meiser": „Du bist so prüde - ich halt's nicht mehr aus!"

Freitag, „Ilona Christen" (RTL): „Warum wirst du immer schlampiger?"

Gute Frage.

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In „Morgenmagazin" am Freitag fiel ARD-Moderator Schreiber nach einer Umfrage zum Thema „Freitag der 13." folgende Überleitung ein: „Wer glaubt denn noch, dass man am Freitag keine Wäsche waschen darf, weil es sonst zu Überschwemmungen kommt, oder dass dreizehn Gäste am Tisch einfach nur Unglück bringen? Alles Mumpitz, sagen wir, vergessen Sie's, glauben Sie's nicht - übrigens: Die Zeitungen heute glauben auch nicht so alles, was Lafontaine zum Beispiel gestern gesagt hat zu den Gerüchten, er würde im Jahr 2000 auf den Posten des EU-Präsidenten nach Brüssel wechseln wollen."

Lichtenberg:Ich habe Leute gekannt, die haben heimlich getrunken und sind öffentlich besoffen gewesen."



Anmerkungen

Olaf Buhl moderierte die ZDF-Politmagazine „Studio 1“ und (1995-2001) „Kennzeichen D“. Heute ist er ZDF-Chefreporter.

Dagmar Hovestädt war 1989-1999 Reporterin und Redakteurin beim Sender Freies Berlin, ab 1993 für das ARD-Politmagazin „Kontraste“. Danach berichtete sie für ARD, ZDF aus den USA. Seit April 2011 leitet sie die Pressestelle der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Peter Schreiber wurde 1983 Hörfunk-Korrespondent in New York und danach TV-Korrespondent in Moskau und Brüssel. 1998 wurde er Redakteur beim WDR, unter anderem für das ARD-Morgenmagazin und die Tagesschau (ARD). Seit 2008 ist er Korrespondent im ARD-Studio Nairobi.


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