Elisabeth von Thüringen - Die Heilige der Rosen

Montag, 18. November 2013

„Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“, singen in deutschen Kirchen Christen beider Konfessionen. Das Lied entsteht 1981 in der DDR und erinnert an Mitteldeutschlands populärste Heilige: Elisabeth von Thüringen ist das Idealbild einer Nächstenliebe, die sich bis zur Selbstaufopferung verzehrt. Ihr Gedenktag am 19. November zählt zu den wichtigsten Vorboten der Adventszeit: Weihnachten ist auch ein Fest der Mildtätigkeit.

Die ungarische Königstochter kommt 1207 in Sáros Patak, heute Slowakei, zur Welt und wird schon als Vierjährige mit dem elfjährigen Ludwig IV. von Thüringen verlobt. Auf der Wartburg erzogen, heiratet mit 14 Jahren und schenkt ihrem Mann drei Kinder. Im Hungerjahr 1226 rettet sie viele Arme vor dem Tod. Oft gibt sie heimlich mehr, als der Landgraf billigt. Als der sie mit einem Korb sieht und zur Rede stellt, verwandelt ein Wunder die Brote in Rosen.

Ein Jahr später kommt Ludwig auf einem Kreuzzug um. Verwandte plündern die junge Witwe bis aufs Hemd aus. Sie lebt in bitterster Not, bis sich eine Tante erbarmt. Elisabeth tritt in einen Büßerorden ein, gründet in Marburg ein Hospital und sorgt dort in selbstloser Liebe für Kranke, bis sie am 17.11.1231 Marburg mit 24 Jahren an Entkräftung stirbt.

Elisabeths Reliquien gelten als wirksame Hilfe in Geburtsnöten: Becher, Gürtel und Löffel reisen oft zu Frauen an Fürstenhöfen, die Nachwuchs erhoffen. Feuer in der Elisabethnacht künden Krieg und Unheil an. Papst Benedikt XVI. sagt über die Heilige: „Sie wusste die Fähigkeiten einer vorbildlichen Ehefrau und Mutter mit der Übung der evangelischen Tugenden zu vereinen. Auch Personen aus der Politik haben sich von ihr inspirieren lassen.“

Elisabeth von Thüringen ist Patronin der Ordensgenossenschaft der hl. Elisabeth, der Elisabeth-Vereine, der Caritas und der Wohlfahrtsorganisationen, der Bäcker, Bettler, Witwen, Waisen und der unschuldig Verfolgten.

Attribute: Korb mit Broten, Rosen oder Weinkrug, Schüssel mit Fischen oder Früchten und Löffel, Rosen in der Schürze, Büßerkleidung: aschgrauer Rock, Strick als Gürtel, weißer Schleier.

 

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