Die sicherste Explosion eines AKW in der Geschichte

Sonntag, 1. Dezember 2013

Monolog des Monats

In „Dieter Nuhr live! Nuhr unter uns“ (RTL) sagt Kabarettist Dieter Nuhr (Auszüge)

über Weltuntergangspropheten: „Ich war damals in Panik, weil ich dachte, die Welt geht unter, aber das war auch irgendwie normal, weil die Welt ja ständig unterging. Es ging los mit dem steigenden Meeresspiegel, dann fingen sie an mit dem Waldsterben: Erst stirbt der Wald, dann der Mensch! Ich dachte noch, Gottseidank in der richtigen Reihenfolge. Dann stand der Dritte Weltkrieg vor der Tür, Pershing, Aufrüstung … Dann kamen die ganzen Krankheiten auf, Aids kam auf, Rinderwahnsinn. Später kamen die ganzen Grippe-Arten, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Hühnergrippe. Heute regt mich das alles nicht mehr so auf. Von mir aus können die auch noch mit der Dackelgrippe kommen. Ich versuche, sexuelle Kontakte mit Tieren zu vermeiden. Mehr kann man nicht tun.“

Über die deutsche Frustgesellschaft: „Ich schaffe es nicht mehr, ständig diese Depressionsroutine aufrecht zu erhalten. Immer mit dem Mainstream mitzuschwimmen, alles Scheiße und so. Wenn bei uns einer sagt: Ich finde es gar nicht schlecht hier, dann denken die Leute doch, der hat sie nicht mehr alle, was ist los mit ihm, zu viel Volksmusik gehört? Aber wenn sich einer den ganzen Tag im dunklen Zimmer einschließt und sagt, es ist alles so schreckliche, dann denken die Leute: Oh, ein Philosoph! Diese Grundhaltung dem Leben gegenüber ist, glaube ich, damals mit dem 68ern entstanden…“

Über Grenzen: „Die einzige Grenze, die heute noch existiert, ist die Grenze des guten Geschmacks. Die sollte man einhalten. Es gibt Dinge, die sind nicht verboten, aber die sind objektiv widerlich, abstoßend, ekelerregend: Socken in Sandalen! Man trägt auch keinen Gürtel zur Weste, es sei denn, man ist Selbstmordattentäter. Zur Beerdigung geht man auch heute noch in Schwarz, und nicht in einem T-Shirt mit der Aufschrift ‚Ich bin nicht tot, ich bin zu Gast hier‘. Man macht an den Sarg auch keine Schnur mit Dosen, und ein Schild drauf: ‚Just buried‘!“

Über Atomkraftgegner: „Es waren am Ende ja alle dagegen. Selbst die Linke. Als es die DDR noch gab, war die Linke bei uns im Westen gegen Atomkraft. Aber im Osten fanden sie die ganz prima. Weil ja im Westen die Atomkraft privat war, also profitorientiert, also gefährlich. Während die Kernkraft im Osten ja dem Staat unterstand, also Volkseigentum war, also sicher. Und das hat sich dann ja auch gezeigt: Tschernobyl ist bei einem Sicherheitstest explodiert. Das war die sicherste Explosion eines Kernkraftwerks in der Geschichte der Menschheit!“

Jonathan Swift: „Die Satire ist eine Verbindung von Salz und Quecksilber; und es kommt ganz auf die verschiedenartige Aufbereitung und Mischung der Teile an, ob daraus eine vortreffliche Arznei oder ein starkes Gift entsteht.“



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