Was Karl Dall im ZDF berichtete und wie Markus Lanz ihn relativierte

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Sendungen von Mittwoch, 4.Dezember 2013

In „Markus Lanz“ spricht ZDF-Moderator Markus Lanz mit TV-Entertainer Karl Dall, dem eine notorische Stalkerin zwei Monate nach einem Interview plötzlich vorwarf, er habe sie vergewaltigt. Auszüge:

Lanz: „Warum willst du dich dazu öffentlich äußern?“

Dall: „Ich wollte nicht, dass es an die Öffentlichkeit kommt. Das muss eine Indiskretion einer Staatsanwaltschaft, höchstwahrscheinlich Hamburg, gewesen sein. Ich bin aber jetzt ganz froh, weil diese Indiskretion einiges zutage gefördert hat. Es haben sich Kollegen bei mir gemeldet, die auch Probleme hatten, in dieser Form. Ich bin in eine Falle getappt. Es ist sehr hart für mich, das durchzustehen. Ich traue mich im Moment kaum noch raus.“

Lanz: „Das ist sehr nachvollziehbar, und auch an der Stelle einmal deutlich gesagt: Für beide Seiten wahrscheinlich sehr, sehr schwer im Moment, mit dieser Öffentlichkeit, die in einem solchen Fall überflüssiger Weise dazukommt, umzugehen.“

Dall: „Man muss davon ausgehen, dass diese Person sehr geschickt war und das anscheinend auch nicht das erste Mal gemacht hat, mit Kollegen. Das ist ja auch öffentlich. Danach passierte, dass ich terrorisiert wurde, also hauptsächlich meine Tochter in Kanada, per Telefon, und per Mail, und mit verstellten Stimmen und so weiter. Die Frau verlangte von meiner Tochter, dass sie mit meiner Frau spricht, dass ich meine Frau verlasse, um in die Schweiz zu ziehen. Sie hätte die Liebe ihres Lebens gefunden, und ich wäre auch total verknallt in sie … Und dann hat man mich in St. Gallen festgenommen. Ich dachte erst, es ist ‚Versteckte Kamera‘.“

Lanz: „Ich freue mich, dass du deinen Humor noch hast, Karl, aber es ist ein sehr ernsthafter Vorgang.“

Dall: „Ich habe es erst gar nicht begriffen, dass man in Handschellen, ein fast 73-jähriger Mensch … Dann musste ich mich total entkleiden, wurde nach Drogen untersucht. Meine Frau wusste zwei, drei Tage gar nicht, wo ich war.“

Lanz: „War dir sofort klar, um was es geht?“

Dall: „Ja, natürlich, was denn sonst? Ich hatte ja die Androhung. Sie hatte meiner Tochter gesagt, sie hätte das schon am Tag danach angezeigt. Aber dann war es 60 Tage später. Ich nehme an, weil sie ohne Job dastand…“

Lanz: „Wobei, und da würde ich gern einmal einhaken an dem Punkt, ganz wichtig, das einmal festzuhalten, weil viele Menschen das in der Beobachtung von außen so werten und sagen, naja, also wenn jemand einen nach zwei Monaten wegen Vergewaltigung anzeigt, dann ist das wenig glaubwürdig. Das ist mitnichten so! Es gibt ganz viele Opfer von Vergewaltigung, die diese Tage erst nach zwei, die, vier, fünf Monaten anzeigen, weil sie sich vorher nicht trauen.“

Dall: „Ich bin kein Gewalttäter, und ich werde kämpfen. Diese Frau ist 30 Jahre jünger als ich, die ist so alt wie meine Tochter…“

Lanz: „Wir sollten das nicht ins Lächerliche ziehen. Das war deine Version der Geschichte, Sie wird mit Sicherheit eine andere Version präsentieren.“

Hoffentlich hütet sich Dall in Zukunft auch vor selbstgefälligen Berufsrelativierern wie Markus Lanz, die das Haar sogar in der klarsten Suppe suchen.

*

In „TV Total“ sagen (Auszüge)

ProSieben-Moderator Stefan Raab: „Das Jugendmagazin ‚Bravo‘ hat in einer Ausgabe hippe Sticker als Beilage ins Heft gelegt, und viele Eltern waren nicht begeistert, was auf diesen Stickern stand. Bei RTL gab es einen Bericht darüber, und die Sticker, die Sie nicht sehen sollten, wurden gepixelt. Schauen Sie sich diesen Bericht an.“

RTL-Reporterin in Ausschnitt aus „RTL Exklusiv Weekend“: „Es geht um diese Aufkleber, eine Heftbeilage der ‚Bravo‘ und ganz die Sprache der Jugend. Die Chefredakteurin Nadine Nordmann wird nicht müde, das in unserem Interview zig Mal zu wiederholen. Sie ist stolz auf ihre Eltern provozierenden Sticker.““

„Bravo“-Chefredakteurin Nordmann: „Ich sehe es an den stabilisierten und sogar gestiegenen Auflagenzahlen, dass es ankommt…“

Raab: „Jetzt möchten Sie natürlich wissen, was steht auf den gepixelten Aufklebern? Schauen wir mal, hier: ‚Bitch‘ zum Beispiel. ‚Twerk twerk‘, ist das was Böses? Arschwackeln? Das ist doch nicht so schlimm. Hier, gut, da kann man drüber reden: ‚Ficken?‘ finde ich jetzt auch ein bisschen … Das muss man sich mal vorstellen: Der Fick-, Bums- und Asi-Sender Nr.1 RTL pixelt das Wort ‚Ficken‘, und ‚Bitch‘! Das ist ja total crazy. ‚Ficken‘ ist ja auch noch mit Fragenzeichen höflich gemeint: Ficken? Ist ja nicht einfach Ficken! Sondern eine Frage, eine höflich formulierte Frage. Früher hätte man gefragt: Willst du mit mir gehen? Heute fragt man: Ficken?“

O tempora.

*

TV-Sprüche

„Silvie van der Vaart heißt jetzt wieder Meis. Silvie Meis. Man fragt sich natürlich: Wo ist der nächste Kolben?“

„Jenny Elvers: Kollaps! Sie kennen den Grund: Nussplätzchen gegessen. Diese verdammten Nussplätzchen! Komm, mach mal noch ein Glas Nussplätzchen, und am nächsten so eine Birne! Sie ist jetzt bei den Anonymen Nussknackern…“

Harald Schmidt in „Die Harald Schmidt Show“ (Sky)

„Ich möchte mich bei allen Mitgliedern der SPD bedanken, dass sie uns diese schwere Entscheidung abnehmen: Große Koalition oder nicht!“

Frank-Markus Barwasser als Erwin Pelzig in „Pelzig hält sich“ (ZDF)

„Der Chinese hat diese unglaubliche Weisheit, weil er von klein auf diese Glückskekse isst.“

„Wenn ich zum Chinesen gehe, diese Buddha-Statue grinst immer – wahrscheinlich weiß der, was im Essen drin ist…“

„Wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären, die hätten den Apfel nicht gegessen – die hätten die Schlange gefuttert!“

Stefan Waghubinger in „Langsam werde‘ ich ungemütlich“ (3sat)

 



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