Andrea Kiewels schlüpfrige Nikolaus-Witze

Samstag, 7. Dezember 2013

In „TELE-RETRO“ zeigen „Teletäglich“-Kolumnen, welche Themen das Fernsehen vor 15 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom 6. Dezember 98.

In einem Beitrag der RTL-Sendung „Spiegel TV" am Sonntag über deutsche Aussteiger auf der spanischen Insel Gomera sagten

ein junger Mann: „Trommeln - eigentlich so nach Jahren ist für mich die Essenz eigentlich nicht das Trommeln selber, sondern die Zwischenräume."

Ein anderer junger Mann: „Ein Tag hier kann sein wie ein Jahr und ein Jahr wie zwei Tage."

Ein Nackter: „Hier braucht man viel Schatten."

Ein anderer Nackter: „Das Geld, was ich der Tasche einstecken habe, das ist meines, und mehr ist nicht."

Viel Glück!

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In „Tagesthemen" am Montag sagte ARD-Kommentatorin von Haaren zur Fusion der Deutschen Bank: „Deutschlands Wirtschaft ist auf dem besten Wege, amerikanisch zu werden. Das Geld geht rüber, die Sitten kommen zu uns. Rüde Sitten ... Meine Hoffnung auf Wirtschaft ist das nicht. Meine Hoffnung ruht daher in Euroland. Da ist der Kampf noch nicht entschieden, wer die Oberhand behalten soll: Das Geld über die Politik, oder die Politik über das Geld."

Ex-SPD-Finanzminister Alex Möller: „Das Geld ist ganz bestimmt kein Übel, sonst könnten wir es ja nicht so leicht loswerden.“

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In „Tagesthemen" am Mittwoch sagte ARD-Kommentator Lautenbach: „Dass der neue Bundesverkehrsminister den CDU-Mann Ludwig trotz aller Kritik an der Spitze der Bahn belässt, ist nobel. So wird jeder Anschein von Parteibuchwirtschaft vermieden."

Anders als bei der ARD.

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Am Donnerstag berichtete„ARD-„Kontraste“ über den jugendlichen Münchner Vielfachstraftäter „Mehmet", der nach seiner Abschiebung in Istanbul als TV-Moderator auftritt. Kostproben:

ARD-Moderator Engert: „Der Kriminelle als Star, der Täter als Showartikel, hinter dem die Opfer mit ihren Leiden in der Anonymität verschwinden - das gefällt uns, denn wir sind ja die Spaßgesellschaft."

ARD-Reporterin Küper: „Anerkennung und vor allem schnell verdientes Geld, davon hatte Mehmet schon immer geträumt, auch in München."

Eine türkische Journalistin:„“Ein Straftäter bleibt ein Straftäter."

Engert: „Die Münchner Behörden … hätten nur den Eltern wegen offenkundigen Versagens das Erziehungsrecht entziehen müssen. Stattdessen stellten sie dem Jungen für 100 000 Mark im Jahr einen Privatlehrer und einen Sozialpädagogen an die Seite."

Wilhelm Busch: „Oft vereinigt ein Gemüte/Dämlichkeit mit Herzensgüte."

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In „Nacht-Journal" am Mittwoch sagten die RTL-Reporter Mendelin/Möller über Autoritätsprobleme beim VfB Stuttgart: „Da haben wir es mal wieder. Mannschaft spielt schlecht, Trainer trägt angeblich die Schuld und sein Stuhl muss dran glauben."

Die meisten Fouls im Sport treffen die Grammatik.

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In „Deutschland heute morgen" (SAT.l) am Freitag sagten

ein ungenannter SAT.l-Sprecher: „Putzen Sie schon mal Ihre Schuhe, denn der Nikolaus kommt in zwei Tagen. Unser SAT.l-Frühstücksteam dagegen ist jetzt schon für Sie da. Andrea Kiewel und Kurt Lotz freuen sich auch schon auf dem Mann mit dem roten Mantel, werden aber in den nächsten dreieinhalb Stunden erst mal locker durchs Programm führen."

Co-Moderator Lotz: „Zu mir kommt der rote Mann… Mantelmannträger nur ins Haus, wenn er sich rasiert. So geht's schon mal los. (zu Kiewel:) Hübsches T- Shirt, heute morgen!"

Kiewel zu Lotz: „Hübsches Hemd!"

Lotz: „Aber nicht so viel drin..."

Deutschland heute morgen"…

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Zitat der Woche

„Ich stelle fest, und zwar nach kürzester Zeit, dass auch die neue Regierung absolut kabarettfähig ist“.

ARD-Kabarettist Richard Rogler in „Berliner Begegnungen" (3sat)

Anmerkungen

Marion von Haaren moderierte 1995-1997 das ARD-Wirtschaftsmagazins „plusminus“ und kommentierte in den „Tagesthemen“. Nach einem Intermezzo als Korrespondentin im ARD-Studio Bonn wurde sie 1997 Chefredakteurin Fernsehen und Leiterin des Programmbereichs Politik beim WDR, 2002 Leiterin des ARD-Auslandstudios in Paris und 2007 stellvertretende Leiterin des ARD-Studios in Brüssel.

Die Deutsche Bank übernahm 1998 für 16,5 Milliarden DM die US-Investmentbank „Bankers Trust“ in New York mit über 12.000 Mitarbeitern. Sie wurde später vollständig in eine gemeinsame Organisation integriert und übernahm auch in den USA den Namen „Deutsche Bank“. In ihrem Kommentar zu dieser Übernahme bewies ARD-Kommentatorin von Haaren einen klaren Blick. Der Kampf zwischen Geld und Politik ist in der Eurozone bis heute nicht entschieden.

Jürgen Engert wurde beim SFB 1983 Leiter der Hauptabteilung Politik und 1987 Chefredakteur Fernsehen. Außerdem moderierte er von 1984 bis 1998 das Polit-Magazin „Kontraste“ in der ARD. An der Gründung des ARD-Hauptstadtstudios war Engert als Gründungsdirektor beteiligt. Er blieb dessen Leiter bis zu seiner Pensionierung 2001.

 

 



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