Wie Putins Fernsehen Westerwelle beleidigt

Dienstag, 10. Dezember 2013

Sendungen von Montag, 9.Dezember 2013

In „Tagesthemen“ sagen (Auszüge)

ARD-Moderator Thomas Roth: „Während in Kiew sogar regierungsnahe private Fernsehsender überraschend offen und realistisch über die Demonstrationen berichtet haben, sehen die vom Staat kontrollierten russischen Medien das Geschehen ziemlich anders.“

ARD-Reporter Stefan Stuchlik: „Was das russische Staatsfernsehen zur Ukraine berichtet, ist Propagandafernsehen bester sowjetischer Tradition aus einer Zeit, als die Mauer in Berlin noch stand. Es gäbe wirklich viel Kritisches zu berichten über die ukrainische Opposition, über die unterschiedlichen Interessen ihrer Führer, über ihre Verflechtung in der Wirtschaft, aber das russische Fernsehen zielt lieber auf das Bauchgefühl. Hier ist der Helm eines Polizisten, den ein Demonstrant durchschlagen haben soll. Der Führer der kommunistischen Partei in Russland zieht historische Parallelen, aber was für welche!“

KP-Chef Jewgeni Sjuganow in einem Ausschnitt aus dem russischen Fernsehen: „Die Situation in der Ukraine entwickelt sich nicht in Richtung der 90er Jahre, sondern in Richtung der 30er Jahre, als in Europa der Faschismus die Macht ergriff.“

Stuchlik zu einem russischen TV-Bericht über dem Besuch Außenminister Guido Westerwelle in Kiew: „Und am Ende der Sendung greift Moderator Dmitri Kisseljow ganz unten in die Kiste. Hier sei der deutsche Außenminister, heißt es. Er sei für eine europäische Ukraine. Aber er sei ja auch schwul, und möglicherweise hätte ihn die heißen Körper der Klitschko-Brüder beeindruckt.“

Solche Sprüche kann man auch in ARD-Satiresendungen oder der ZDF-„heute Show“ hören. De Vauvenargues: „Bosheit ersetzt Geist.“

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TV-Sprüche

„In China fällt kein Sack Reis mehr um. Die Chinesen pflanzen gar keinen Reis mehr an. Die arbeiten in ihren Fabriken ohne Umweltstandards, stellen die Sachen her, die wir billig kaufen, weil wir nicht blöd sind. Aber der Chinese ist auch nicht blöd, der macht das so lange in seinen Fabriken ohne Umweltstandard, bis bei uns das Klima so warm ist, dass wir hier für ihn den Reis anbauen können!“

„Der Pinguin kann nicht fliegen, weil, in so einer kalten Gegend, da braucht er die Flügel zum Warmhalten!“

„Wenn der Meeresspiegel steigt, hat man es in Holland zwar kürzer zum Meer, aber bei uns werden die Tulpen teurer. Dan ist dort alles unter Wasser, aber ein paar Windmühlen schauen sicher noch raus – die sind halt dann offshore!“

„Wenn der Meeresspiegel zu hoch ist, dann soll Greenpeace halt die ganzen Blauwale rausfischen!“

„Ich habe nichts gegen die Natur, aber wenn die mit uns hier leben will, dann muss sie sich eben auch anpassen!“

Stefan Waghubinger in „Pufpaffs Happy Hour“ (3sat)

 



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