Flaue Witze von Hape Kerkeling

Mittwoch, 11. Dezember 2013

ARD-Proganda gegen afrikanische Freiheitskämpfer, sanfte SPD-Töne über die „Hafenstraße“-Chaoten: In TELE-RETRO zeigen „Teletäglich“-Kolumnen, welche Themen das Fernsehen vor 25 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom 11. Dezember 1988.

Im ARD-„Weltspiegel“ vom Sonntag sagte Reporter Roth über UNITA-Führer Savimbi, der in Angola gegen eine marxistische Diktatur kämpft: „Er lässt sich gern feiern ... Hinter den Kulissen, wird erschreckend deutlich, was dieser 13 Jahre alte Bürgerkrieg die Menschen hier kostet... Dieser Krieg, so ist zu befürchten, wird erst dann aufhören, wenn die Unterstützung der UNITA aus dem Ausland zu Ende geht…“

Arnold Zweig:Jeder aber lügt, der bewusst im Hörer falsche Vorstellungen und Annahmen erregt, mit dem Willen, daraus Nutzen zu ziehen oder einen Zweck damit zu erreichen."

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Aus der ARD-Humorsendung „Hapes Happening" vom Montag:

„Wie lange sind Sie denn schon Kaufhaus-Stimme?"

„15 Jahre für nur 8,50 DM die Stunde.“     •

„Wer wäre denn ihr Traum-Mann gewesen?“

„007 bitte-bitte 007!"

„Und wie finden Sie meine Show?".

„08/15 bitte - bitte 08/15!"

„Und wo geht's jetzt hin? -„00 bitte! 00!"

Karl Kraus: „Nichts wird dem deutschen Humoristen zum größeren Erlebnis als die Vorgänge der Verdauung."

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In einem Bericht der ARD-„Tagesthemen" über Aussiedler am Dienstag sagten

ein Unternehmer: „Sie sind sehr arbeitswillig, belastbar und sehr einsatzbereit."

Ein Personalchef: „Wir haben überwiegend positive Erfahrungen, weil diese Menschen sich auszeichnen durch sehr hohe Leistungsmotivation, große Lernbereitschaft und hohe Beständigkeit."

Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit Franke: „Die Aussiedler kommen mit ihrer großen Kinderzahl gerade recht. Bei unserer demographischen Entwicklung helfen sie uns, auch die Probleme der Zukunft zu lösen."

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In der „NDR-Talkshow" vom Freitag sprachen die Moderatoren Schreiber und Tiedje mit dem Exminister und neuen Vizepräsidenten des Fußballclubs St. Pauli, Apel. Auszug:

Tiedje: „Bei Ihnen ist ja auch die Hafenstraße immer so mit einer Truppe von 150 Leuten, versammelt um eine Totenkopffahne. Fühlen Sie sich da eigentlich wohl?"

Apel: „Also, ich bin da ja seit Jahrzehnten, und die Hafenstraße sagt ,Hallo Hans!' zu mir."

Schreiber: „Und wie sagen Sie zu den Hafenstraße-Bewohnern?"

Apel: „Auch ,hallo!' Bei uns ist das so, da kommt alles zusammen, das ist eine Familie."

Biedermann und die Brandstifter.

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Am Freitag zeigte die ARD eine Vorschau auf ihre Samstag-Sendung “Ronabend" mit ARD-Showmaster Ron Williams. Kostproben:

Williams piekt mit einem Essstäbchen in eine Birne - plötzlich ertönt die von einem Kabarettisten imitierte Stimme Kanzler Kohls: „Au!"

Williams: „Aus dem mache ich jetzt Williams-Birne."

Kanzler-Stimme: „Vergessen Sie das Signum meiner Partei nicht. Wenn schon, dann Williams-Christ-Birne."

Fallobst.

Anmerkungen

Im angolanischen Bürgerkrieg wurde die marxistische Regierung von der Sowjetunion und Kuba mit Waffenlieferungen und Soldaten unterstützt. Die Freiheitskämpfer um Jonas Savimbi (1934-2002) erhielten Hilfe aus Südafrika. Nach Savimbis Tod und dem Sieg der Marxisten wurde Angola eine autoritäre Präsidialdemokratie im russischen Stil. Machthaber José Eduardo dos Santos und sein korruptes Regime herrschen bereits seit 34 Jahren und können sich dabei auf Milliarden aus der Ölförderung stützen.

Die TV-Sendung „Hapes Happening“ mit Comedian Hape Kerkeling lief 1988 in der ARD.

Der CDU-Politiker Heinrich Franke (1928-2004) war 1984-93 Präsident der Bundesanstalt für Arbeit.

Der SPD-Politiker Hans Apel (1932-2011) war 1974-78 Bundesfinanz- und danach bis 1982 Verteidigungsminister.

Der ehemalige „Spiegel“-Redakteur Hermann Schreiber moderierte 1979-1993 141 Sendungen der „NDR-Talkshow“.

Der spätere „Bild“-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje moderierte die „NDR-Talkshow“ 1988/89.

Ron Williams moderierte 1981-84 die ARD-Serie „Spaß am Dienstag - mit Zini“ und 1986 die Samstagnachtsendung „Ron-Abend“.



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