Wie „Spiegel TV“ nach einem Flugzeugabsturz über Weihnachten spottete

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Zynisches von Stefan Aust, Angstmache bei der ARD: In „TELE-RETRO“ zeigen „Von Tag zu Tag“-Kolumnen welche Themen das Fernsehen vor 25 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom 18. Dezember 1988.

In einem Bericht des „RTL plus"-Magazins „News & Stories" am Sonntag zum Unglück von Remscheid sagte Moderator Aust: „Bis zum Jahresende soll nun der Tiefflugverkehr eingestellt werden - wohl um dem Weihnachtslied ,Vom Himmel hoch da komm' ich her' nicht eine neue, gänzlich unfestliche Bedeutung zukommen zu lassen."

Russell Lynes: „“Zynismus ist beim intellektuell Minderbemittelten Ersatz für Intelligenz."

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Am Dienstag berichtete die ARD-Sendung „Monitor" über den Störfall in Biblis. Moderator Bednarz: „Vor genau einem Jahr ist die Bundesrepublik nur um Sekunden an einer Katastrophe vorbeigeschliddert, die weit schlimmer als Tschernobyl hätte sein können... Abgrund einer atomaren Katastrophe ..." Die ARD-Reporter Fröhder/Spilker: „Die Region ging knapp an einer Katastrophe vorbei..." Die SPD-Bundestagsabgeordnete Wieczorek-Zeul an die Adresse des Bundesumweltministers: „Sie kennen die Fotos von Nagasaki und Hiroshima..."

Horror à la ARD.

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In der letzten Ausgabe der SFB-Sendereihe „Berliner Platz" am Mittwoch diskutierten der Berliner CDU-Generalsekretär Landowski und der Hamburger GAL-Politiker Ebermann mit Moderator Boehncke über die Spaltung der Grünen. Auszug:

Ebermann: „Wenn man sich so andere Parteien anguckt… Ich kenne die Bilder ,Standing ovations für Barschel‘ und ,Keiner kennt Barschel, und das liegt bei der CDU genau drei Tage auseinander..."

Landowski: „Das ist ja eine wirklich banale Form der politischen Auseinandersetzung..."

Boehncke: „Eine Nachfrage denn doch. Herr Ebermann hat ja gerade gesagt, bei Ihnen liegen ,Halleluja' und ,Kreuziget ihn' am Beispiel Barschel nur drei Tage auseinander..."

Landowski: „Bei mir nicht."

Boehncke: „Sondern wie viele Tage?"

Am Schluss der Sendung überreichten Vertreter der Grünen Boehncke einen Blumenstrauß zum Abschied und„“als Zeichen unserer persönlichen Sympathie".

Wohlverdient.

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In der „Tagesschau" vom Freitag berichtete ARD-Reporter Schmidt-Deguelle über Untersuchungen des Störfalls von Biblis: „Die Vertreter der Koalitionsfraktionen, vor allem der CDU, erweckten bei vielen Beobachtern den Eindruck, als ob es mehr um den Schutz des hessischen Umweltministeriums gehe als um lückenlose Aufklärung."

Erweckt den Eindruck, als ob es mehr um Propaganda gegen eine CDU-Landesregierung gehe als um Information.

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In der Bremer Talkshow „III nach neun" am Freitag zeigte der marxistische Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka Werke, die derzeit in der Hansestadt ausgestellt werden.

Hrdlicka zu einer Darstellung, in der der Papstes den Erlöser verhöhnt: „Vieles, was die katholische Kirche macht, ist eine Verspottung Christi".

Hrdlicka zur Darstellung des letzten Abendmahls als homosexuelle Orgie: „Ich bin nicht der erste, der die homophile Eigenschaft von Männerbünden ins Feld führt."

Sechsmal werden wir noch wach...

Anmerkungen

„Spiegel TV“-Moderator Stefan Aust bezog sich damals auf ein schweres Unglück: Bei einem Flugzeugabsturz in Remscheid am 8. Dezember 1988 stürzte ein Erdkampfflugzeug der United States Air Force vom Typ Fairchild-Republic A-10 in ein Wohngebiet. Dabei kamen Piloten Captain Michael P. Foster und sechs weitere Personen ums Leben. 50 Menschen wurden verletzt.

Der SPD-naheTV-Journalist Klaus Bednarz trat als Moderator der ARD-„Tagesthemen“ (1983) und des ARD-Magazins „Monitor“ (1983-2001) nachhaltig für die politischen Ziele der SPD ein, der er als 68er nahestand. Seit seiner Pensionierung dreht er für die ARD Reportagen aus aller Welt.

Der SPD-nahe TV-Journalist Justus Boehncke leitete Ende der 80er Jahre die extrem linkslastige SFB-Sendereihe „Berliner Platz“ und wurde anschließend Spiel- und Unterhaltungschef des Senders.

Der ARD-Reporter Klaus-Peter Schmidt-Deguelle wurde 1984 Leiter der „ARD-aktuell“-Redaktion des Hessischen Rundfunks in Frankfurt. 1993 wurde er Nachrichten-Chef des Privatsenders „Vox“. 1994-199 war er Staatssekretär und Regierungssprecher bei Hessens SPD-Ministerpräsident Hans Eichel. Nach dessen Wahlniederlager wurde Schmidt-Deguelle selbstständiger Medien- und PR-Berater in Berlin.

Der Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka, einst aktives Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), wurde in Deutschland vor allem durch seinen Entwurf eines „Gegendenkmals“ zu einem damals umstrittenen Hamburger Kriegerdenkmal. Er kassierte dafür eine Millionengage, stellte das Kunstwerk aber nie fertig.



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