Verbotsrepublik Deutschland, Verbotshauptstadt Berlin

Montag, 30. Dezember 2013

Sendungen von Sonntag, 29.Dezember 2013

In „Spiegel TV“ (RTL) berichten „Spiegel“-Autor Alexander Neubacher und „Spiegel TV“-Redakteur Bernd Jakobs über „Die gemaßregelte Republik. Ein Land, in dem man vor lauter Verboten die Freiheit aus den Augen verliert“. Auszüge:

Neubacher: „Ich bin den 70er Jahren aufgewachsen. Es war eine wilde, gefährliche Zeit. Wir sprangen in Pfützen und tranken aus Gartenschläuchen. Im Sommer fuhren wir nach Italien. 20 Stunden in einem Rutsch. Mein Vater saß am Steuer, aß Autofahrerschokolade und rauchte filterlose Zigaretten. Wir Kinder hinten beim Gepäck. Natürlich nicht angeschnallt. Es gab ja keine Gurte. Ein Wunder, dass wir überlebt haben! Heute ist keine Welt geordnet. Wir beim Spiegel arbeiten in modernen Büros, in denen nicht geraucht werden darf. Man darf keine Pflanzen mitbringen, und keine Schreibtischlampe: Öko-Vorschrift! Die Bürokraten wissen, was gut für uns ist: Zuhause, in der Freizeit, beim Einkaufen im Straßenverkehr…“

Beispiel Karneval: In Berlin wurde der Karnevalsumzug abgesagt, die Festwagen auf einen Schrottplatz in Brandenburg gebracht. Grund: Lärmschutzauflage. Das Umweltamt erlaubt nur 70 Dezibel. Karnevalsprinz Eddie I.: „Ein guter Staubsauger hat 70 Dezibel. Alle Fahrzeuge mussten eingepegelt werden. Wir könnte die Fahrzeuge aber teilweise nicht einpegeln, weil das Notstromaggregat lauter war als 70 Dezibel.“ Neubacher: „Flüsterkarneval?“ Petra Rohland, Pressesprecherin Senatsverwaltung für Umwelt: „Diese 70 bis 75 Dezibel sind vorgeschrieben im Landesmissionsschutzgesetz. Wenn man das jetzt nicht als eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung einordnet, dann muss sich jeder an dieses Lärmbeschränkung halten, und do auch der Karneval.“ Neubacher: „Aber hier ist doch ständig Krawall und Remmidemmi! Kreuzberger Gemüseschlacht, Hateparade, Fuckparade, Schlampenmarsch, Hoolifest und natürlich der Karneval der Kulturen der Welt. Wieso geht das da, und wieso geht das beim Karneval nicht?“ Rohland: „Der Karneval der Kulturen der Welt ist eine große Veranstaltung, die, glaube ich, viel besser nach Berlin passt als diese Karnevalsumzüge. Der Karneval der Kulturen der Welt ist ein Karneval, wo es um Multikulti geht. Das ist in Berlin etwas, das die Leute mögen. Da kommen die auch hin. Da gibt es immer mehr Wagen. Dieser Karneval wächst, wird angenommen, und deswegen ist es für eine Veranstaltung, die eine solche besondere Bedeutung für Berlin hat. Wie gesagt: Beim Karneval selbst sehen wir das nicht so.““

Neubacher: „Pech für Prinz Eddi. Das hätte er natürlich wissen müssen, dass in Berlin die Umweltbehörde darüber entscheidet, was zu Berlin passt und was nicht.“

Vor 123 Jahren fragte der Direktor des Berliner Lessing-Theaters, Oskar Blumenthal, nach dem Grund für das Verbot des Theaterstücks »Sodoms Ende« von Hermann Sudermann. Am 23. 10. 1890 antwortete Berliner Polizeipräsidenten Bernhard Freiherr von Richthofen mit dem Satz: „Die ganze Richtung passt uns nicht!“ Der Ausspruch wurde zum geflügelten Wort mit der Bedeutung „Das lehnen wir grundsätzlich ab“. Er gilt seither als Beispiel besonderer Borniertheit und Arroganz und vor allem der Unfähigkeit zur Differenzierung und rationaler Argumentation. So ändern sich die Zeiten. Was sich nicht ändert, ist die Qualität amtlicher Auskünfte besonders bei der Umweltbehörde etwa zum Wachstum, der dem Multikultikarneval eine besondere Bedeutung verleihe. In Zahlen:

2002: 4200 Teilnehmer, 900 Künstler, 1,3 Millionen Zuschauer

2003: 4200 Teilnehmer, 800 Künstler, 1,5 Millionen Zuschauer

2004: 4200 Teilnehmer, 800 Künstler, 1,8 Millionen Zuschauer

2005: 4500 Teilnehmer, 940 Künstler, 1,3 Millionen Zuschauer

2006: 4300 Teilnehmer, 950 Künstler, 1,3 Millionen Zuschauer

2007: 4500 Teilnehmer, 950 Künstler, 1,1 Millionen Zuschauer

2008: 4500 Teilnehmer, 990 Künstler, 1,55 Millionen Zuschauer

2009: 4700 Teilnehmer, 900 Künstler, 1,45 Millionen Zuschauer

2010: 4800 Teilnehmer, 830 Künstler, 1,35 Millionen Zuschauer

2011: 4700 Teilnehmer, 800 Künstler, 1,35 Millionen Zuschauer

2012: 4800 Teilnehmer, 800 Künstler, 1,27 Millionen Zuschauer

2013: 4400 Teilnehmer, 740 Künstler, 1,33 Millionen Zuschauer

Wachstum der Teilnehmerzahl in elf Jahren: 3 Prozent

Wachstum der Zahl der Künstler: minus 17 Prozent

Wachstum der Zuschauerzahl: 0,5 Prozent.

Berlin bleibt Berlin. Aber die Umweltbehörde bleibt die Umweltbehörde.

*

TV-Zitate

„Wenn man in Polen einen Unfall hat und beim Arzt ist, sagt man: Ich trinke den Wodka, und Sie amputieren!“

„Wenn man in der Türkei ist und ein türkisches Mädchen küssen will, unbedingt vorher fragen: Wie viele Brüder hast du, und wie viele davon leben in Deutschland?“

„Wenn man in Afrika zum Essen eingeladen ist, fragt man: Könnte ich den Topf jetzt verlassen?“

Abdelkarim Zemhoute in „StandupMigranten – Comedy mit allem und scharf“ (eins plus): Migrantenstadl!

„Die CSU ist eigentlich keine Partei, sondern eine Sekte: Die ‚Zeugen Seehofers‘!“

Dave Davis in „StandupMigranten – Comedy mit allem und scharf“ (eins plus): Glaubenssache!

„Essen Sie Wurst! Uli Hoeness wird den Umsatz brauchen.“

„Uli Hoeness hat im Grunde Glück gehabt, weil ihn der Bischof von Limburg noch getoppt hat!“

Dieter Nuhr in „Nuhr 2013“ (ARD): Nuhr so weiter!



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