Als Thomas Gottschalk noch zwanzig Millionen Zuschauer zog

Freitag, 3. Januar 2014

Rudi Carrell lästert über Cherno Jobatey, Jürgen von der Lippes liefert Yuppie-Jux, Günter Jauch geht auf die Schleimspur: Die Serie „Deutschland, dein Fernsehen“ glossiert, was vor 15 Jahren über unsere Bildschirme flimmerte. Ähnlichkeiten mit heutigen Sendungen sind rein zufällig. In Folge 12 vom 2.September 1999 ging es um Schlaumaster und Laumaster. Showrig, showrig: Nirgends zeigte sich der Niedergang deutscher Unterhaltungskultur so klar wie bei unseren TV-Entertainern.

„Fernsehen ist ebensowenig schädlich, wie Wein schädlich ist”, erkannte der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, „krankhaft ist lediglich die Unfähigkeit, mit dem lustversprechenden Angebot umgehen zu können.” Bei TV-Shows fällt das deutschen Zuschauern zunehmend leichter: Sie schalten ab, mosernd, müde und massenweise. Unablässiges Recycling längst ausgelutschter Konzepte bei völligem Mangel an originellen Ideen, statt geistiger Anreize nur noch Appelle an niedrigste Instinkte, anstelle amüsanter Spiele komplizierter Aktionismus, statt Spannung nur Gedöns, statt Einfälle Einfalt, statt intelligenter Bonmots plumpe Pöbel-Pointen - die verheerenden Resultate systemgewordener Unfähigkeit treiben selbst die treuesten Anhänger aus dem elektronischen Unterhaltungstempel.

Früher brillierten Showmaster von Eleganz und Esprit, heute sind ein paar Schlaumaster und viele Laumaster am Werk. Der Niedergang hat viele Namen und eine Ausnahme: Thomas Gottschalk. Sein „Wetten, dass..?” schafft immer noch bis zu zwanzig Millionen und damit dreimal mehr Zuschauer als die Kollegen. Denn der schlagfertige Sympathissimus der Bildschirm-Branche hütet mehr Mutterwitz unter den nicht mehr ganz zeitgemäßen Zotteln als alle seine Konkurrenten zusammen - und die richtige Einstellung: „Mein Körper hat vier Dimensionen: Höhe, Breite, Tiefe und Einschaltquote.”

Kein anderer deutscher Unterhalter füllt eine TV-Doppelstunde so locker und souverän wie der einstige Messdiener vom Main, kein anderer auch trommelt so selbstverständlich Weltstars wie Madonna oder Michael Jackson zusammen. Kein anderer schließlich wagt wenigstens zuweilen auch mal einen Witz für die Regionen oberhalb des Kragens, z.B.: „Bei der modernen Kunst ist es so, dass man schöne Frauen auf den meisten Bildern nicht mehr als solche erkennt.”

An Popularität kommt dem Meister der Master eine so schrille wie schräge Piepsstimme am nächsten, die vor kurzem noch kaum jemand kannte: Verona Feldbusch spielt die dümmste und ist doch eine der schlauesten deutschen Fernsehfrauen. Das zeigen ihr Weg und ihre Werbeeinnahmen. Start als Bikini-Beauty („Miss Germany”), Durchbruch in schlagender Verbindung mit Pop-Pascha Dieter Bohlen, TV-Premiere in der Schmuddel-Show „Peep”, trotz schwarzer Haare williges Opfer von Blondinen-Witzen. Ingolf Lück spottete in „Die Wochenshow”: „Verona Feldbusch soll nach Hollywood, in der Neuverfilmung von ,Flipper‘ den Delphin synchronisieren!” Harald Schmidt: „Verona Feldbusch ist wie Michael Jackson: neue Nase, ab und zu ein Kiekser, und beide haben mal mit einem Affen zusammengelebt!” Gaby Köster in „7 Tage, 7 Köpfe”: „Wie nennt man es, wenn Verona Feldbusch joggt? Dumm gelaufen!” Statt zu zicken und zu zagen, zog sich die taffe Towerfrau (1,78 Meter, davon 1,15 Bein) den Schmu-Schuh an, kultivierte das Zerrbild und zoomte sich damit ins Zentrum der Zuschauer-Gunst: Ihre Grammatik-Unfälle wurden Kult („Hier werden Sie geholfen”), das Geplapper geriet zur Geschäftsidee, die Mickymaus-Stimme zum Markenzeichen, jetzt steht das „Gesamtkunstwerk Verona” auf der Gagen-Liste unter den Top Ten. Das dankt sie auch ihren simplen Weisheiten, die vor allem weibliches Publikum entzücken, z. B. „Hotel ist praktisch, man steht auf, geht raus, kommt wieder, und alles ist gemacht.”

Schlimmerer Kollegenspott zielt nur noch auf Show-Senior Dieter Thomas Heck - ihn trifft ein Hohn, der manchmal an Hass grenzt. Stefan Jürgens in „RTL Samstag Nacht”: „Heck soll Nachfolger des kürzlich verstorbenen Wim Thoelke werden. Nach Angaben des ZDF steht das genaue Sterbedatum allerdings noch nicht fest.” Der um die Hüften runder gewordene Schnellsprecher wirkt im Vergleich zu manchem Jüngeren dagegen unverbraucht wie ein Nachwuchstalent, doch haben drei Jahrzehnte Showbiz ihre Spuren hinterlassen: Der Sohn eines Flensburger Limonadenhändlers schenkt zuweilen ziemlich dünnes Entertainment aus, zudem schadet er sich durch wahre Nibelungentreue zu alt gewordenen Schlagerfreunden. Trotzdem kann noch manches Show-Schiff mit dem Heck voran auf Fahrt gehen.

Auch Michael Schanze sah schon bessere, jedoch nie richtig gute Tage, denn dazu ist der fränkische Komponistensohn nicht witzig genug, düpiert seine Gäste im Gegenteil immer wieder mit debilen Späßen. Einen Bräutigam fragte er: „Wie viel Prozent der deutschen Damen bevorzugen Sex auf dem Küchentisch? Hast du schon mal? Komm, wir machen eine eigene Sendung daraus, die nennen wir dann ,Essen und Trinken‘.” Eine Vertriebstechnikerin, die Rohrnetze überwachte, machte er an: „Du bist Rohrüberwacherin? Nur keine Hemmungen! Ach das wird nix mehr, es schauen zu viele Kinder zu...” Es ist dieser ölige Witz von Staubsaugervertretern aus den fünfziger Jahren, der den alternden Sonnyboy zum Auslaufmodell macht.

Langeweile, dein Name ist Ingo Dubinski. Der frühere Straßenbahnfahrer übernahm nicht nur den Ossi-Bonus von Wolfgang „Lippi” Lippert, dem Grabbel-Zoni mit der Kassenbrille, sondern als eine Art „Netter aus Dingsda” auch den trabbiherzigen Humor: „Jetzt fehlt bloß noch, dass jemand ,Zugabe‘ ruft”, scherzt er gern in den Begrüßungsbeifall, „dann müsste noch einer rauskommen.” Vokuhila-Frisur, Papageien-Sakkos wie vom Flohmarkt, possierlicher Bieder-Charme eines Schalterbeamten beim Betriebsfest in der Kreissparkasse. Dazu dröge Discount-Philosophie: „Wenn man ganz oben steht, und weiß, wie es ganz unten aussieht, dann verliert man nie den Kontakt zum wahren Leben.” Als konstante Fehlbesetzung dreht Deutschlands liebster Laumaster die „Goldene Eins” auf fünf vor zwölf.

Zopf-Kopf. Verstehen Sie Spaß? Cherno Jobatey tut jedenfalls so, aber so angestrengt, dass sein Lachen wie Keuchhusten klingt. Der Sohn eines gambischen Schiffskochs möchte gern der Topschalk aller Turnschuhträger sein, hat aber nur den Ranschmeißer-Charme eines angeschickerten Vorstadtfriseurs. Dazu kommen Eitelkeiten wie „Ich bin eigentlich politischer Journalist”. Und Entgleisungen: „Wir waren in einem Klo, haben da eine Kamera eingebaut. Das war ziemlich gemein, aber immer ist es am wichtigsten, was da hinten bei rauskommt.” So setzte er das einstige Flaggschiff der ARD-Unterhaltung als Totenschiff in die Quotenklippen: Nur ein Viertel des Publikums harrt noch an Bord aus.

Rudi Carrell lästerte: „Cherno Jobatey spricht, als ob er die Schnürsenkel zu fest zugezogen hat - und den Knoten an seinem Kopf auch.” Tatsächlich: Kein Showmaster redet mehr und sagt weniger als der zopfige Zappel-Yuppie, dessen Vorname in Vaters Heimatsprache immerhin „weiser Mann” bedeutet. Am meisten nervt die plumpe Anbiederei, mit der er seine Zuschauer duzt: „Ihr seid dran!” Dazu zeigt der flippige Faxenlacher fast nur noch drittklassige Verlade-Filme.

Käse-Königin. Bei Linda de Mol, der Hochzeitsfee aus Hilversum, stimmt überhaupt nichts mehr: Die Barbie-Blonde mit dem Bäckerblume-Grinsen ist süß wie eine Plastiktorte, sexy wie Seifenreklame, natürlich wie ein Androide und selbstlos wie ein Anlageberater. Schon mit 12 in einer Kindershow, gelang ihr die Karriere erst als Kunstgeschöpf ihres gerissenen Bruders John de Mol, der Europa mit Fließband-Shows zupflastert: Er befahl eine Ohren-Operation, eine hellblonde Mähne (Wasserstoffsuperoxyd, Haarteil) sowie Dreivierteljacken, die ihre Hüftrollen kaschieren (69 Kilo bei 1,69 Meter Größe).

Außerdem wurde die Ex-Jurastudentin durch einen Schnellsiedekurs in Deutsch gehetzt. Herausgekommen ist eine abgebrühte Butter-Brumme, die Gefühle so routiniert verkauft wie ihre Landsleute Gouda: „Traumhochzeit”, „Surprise, Surprise”, „Kinder für Kinder”, „Hausfieber”, das reizte den Krawall-Kritiker Oliver Kalkofe zu Knüppel-Kommentaren: „Pointenfreie Zone, Sketche weniger lustig als fünf übereinanderliegende Käsescheibletten ... Bei diesem Mega-Kitsch-Gejaule mit dem gebleichten Holland-Schneewittchen hätte selbst Walt Disney persönlich am Zeichentisch gekotzt... Moderations-Barbie aus dem niederländischen Showmaster-Gewächshaus. Deshalb wird sie nie von der Seite aufgenommen, weil man da den großen Steckschlüssel zum Aufziehen sehen könnte.”

Ganz so schlimm ist's nicht, aber nach verblüffenden Anfangserfolgen ließen die Quoten doch kräftig nach: Die ferngesteuerte Rührfix-Fee beherrscht nur die simple Abfragetechnik einer frisch examinierten Studienassessorin, rettet sich allzu oft in dümmliche Durchhalteparolen („Ihr müsst positiv denken!”), produziert laufend Stilblüten („Die Spannung ist echt zum Schneiden dick”), streift immer wieder Grenzen des Zynismus („Gut geantwortet, aber davon habt ihr leider nichts”) und tröstet mit plumpen Allgemeinplätzen: "Glück im Spiel lässt sich nicht erzwingen.” Dabei kriecht die Kamera schluchzenden Verlierern bis in den Tränenkanal. Hier werden Emotionen schamlos ausgebeutet.

Schön-Fön. Noch schlimmer ergeht es Kandidaten in der „Glücksspirale” des einstigen NVA-Soldaten Kai Pflaume, der 1989 über Ungarn in den Westen floh und seither seinen Schwiegersohn-Charme zur Tarnung skandalöser TV-Tollheiten vermietet: Seine Kandidaten müssen Ekel und Phobien überwinden. Einen ließ der Show-Smartie sogar öffentlich Wasser lassen, wobei der Pinkler freilich nicht im Bild, das Plätschern aber voll im Mikrophon war.

Pflaumes Zweitsendung „Rache ist süß” setzt auf boshafte Einfälle Vergeltungssüchtiger. Hat der gelernte Börsenkaufmann mit der Dressman-Statur (1,88 Meter) und dem Jungmillionär-Outfit schlechte Berater? Angesäuerte Kollegen sprühen mit verbaler Gülle. Gaby Köster in „7 Tage, 7 Köpfe”: „Kai Pflaume, diese lebende Milchschnitte, widerlich!” Rudi Carrell: „Ein junges, gutaussehendes, charmantes Arschloch!” Harald Schmidt: „Vibratoren stören elektrische Geräte. Ich merke das immer abends beim Fernsehen. Wenn plötzlich Streifen auf dem Bildschirm sind, weiß ich: Aha, die Nachbarin guckt auch Kai Pflaume!”

Der Spott des Nachttalkers trifft demnächst wohl den Wiener Herzbold Christian Clerici, der nach einem Studium der Erdöltechnik beim ORF als Schlagerjockey flachbohrte, ehe er bei der ARD auf ergiebigere Quellen stieß. Der Italo-Ösi mit dem dackelbraunen Baggerblick und dem faustdicken Mausbubenlächeln outete sich selbst als „Draufgänger”, sondert aber nur Banalitäten ab, z. B. auf die Interview-Frage „Was ist Ihre größte Hoffnung?”: „Weniger Aggression auf dieser Welt.”

Für die Knüppel-Klamotte „Herzblatt” mit den auswendig gelernten Pointen reichte so was, doch nun will sich der Flirt-Flunki freisprechen und am „Mega-Hochzeitstag”, einem Donnerstag (9. 9. 99), Heiratswillige hochtouren. Aus einer SAT.1-Ankündigung: „Clerici räumt bürokratische Hindernisse beiseite, macht für beide den größten Traum ihres Lebens wahr. Ein bewegender Moment, in dem sich Sehnsüchte, Erinnerungen und Glücksgefühle zur Gänsehaut-Mischung für Brautleute und Zuschauer vereinen.” Heinrich, mir braut vor dir.

Die frühere Gameshow-Domina Ulla Kock am Brink (Kalkofe: „Ulla Kotz nach Links”) fiel schon mit ihrer „100 000-Mark-Show” (RTL) unangenehm auf: Zuschauer fanden es ätzend, wie die Kölner Krawallconferenciere die Karambolagen ihrer Kandidaten kommentierte - ihre Herzlichkeit wirkte aufgesetzt, ihre Anteilnahme geheuchelt. Dazu schlechte Späße: „Wenn Jungs in die SPD eintreten, werden sie Genossen. Und wenn Mädchen in die SPD kommen, werden sie genossen!” Nach einem Mega-Flop mit einer Daily Show bei PRO 7 hatte sie mehr Glück als alle ihre Gäste und zockte bei der ARD die „Lotto-Show” ab. Im ZDF darf sie die „Jahrtausendnacht 2000” sowie die „Goldene Kamera 2000” moderieren. Viel Vorschuss-Vertrauen für eine Lowmasterin mit der Aura einer Kellerfunzel.

Den Traum vom großen Geld vermarktet auch Günther Jauch mit seiner RTL-Sendung „Millionär gesucht! Die SKL Show”. Der Münchner Mehrzweck-Moderator („Stern TV”, „Champions League”) mit dem mütterbetörenden Meckischnitt macht angestrengt auf seriös, wurde aber zu oft bei Fälschungen seiner Redaktions-Mitarbeiter ertappt, als dass man ihm noch fünf Mark borgen dürfte. Nach windigen Ausreden schimpfte Kabarettist Bruno Jonas: „Ein Profi-Unschuldiger.” Mal sucht Jauchs Humor die Schleimspur vorauseilender politischer Korrektheit: „Was ist ein Mann in Salzsäure? Ein gelöstes Problem!” Dann wieder spiegelt er die Albernheit ewiger Pubertät: „Und wirft der Arsch auch Falten, wir bleiben doch die Alten.” In Gottschalks Gönnerschatten robbte Deutschlands abgefeimtester Großer-Junge-Darsteller an Fernseh-Pfründe, die er seither trotz allem mit Spitzenplätzen auf sämtlichen Beliebtheitsskalen verteidigt.

Bestes Beispiel für den jammervollen Zustand der deutschen TV-Show aber ist Jürgen von der Lippes Yuppie-Jux „Geld oder Liebe”, den der bocksbärtige Brachialhumorist gewöhnlich mit von Kindern eingeschickten Witzen eröffnet: „Ein Chinese kommt mit zwei Blondinen aus der Bäckerei. Was hat er gekauft? Zwei Blödchen!” – „Was heißt auf schwedisch ,Kondom‘? Pippi Langstrumpf!” Der Showmaster selbst schmuddelt gern eine Stufe tiefer: „45 Prozent der Kanadierinnen hätten gern einen Biber als Schwiegersohn, ungeachtet seines flachen Schwanzes.” – „Ein Vibrator ist wie Soja oder Tofu: Fleischersatz!” – „Eine Banane und ein Vibrator liegen zusammen auf dem Nachttisch. Fragt die Banane: Warum zitterst du denn so, wirst du gegessen oder ich?”

Trotzdem zählt die anrüchige Anmache seit zehn Jahren zu den erfolgreichsten Unterhaltungssendungen des deutschen Fernsehens. Ist also in Wirklichkeit das Publikum schuld? Nein, auch Lippes Quoten gehen zurück. Besserung ist nicht in Sicht, Trost bietet allenfalls die Religion: „Im Himmel gibt es kein TV”, glaubte der große Quizmaster Robert Lembke, „in der Hölle bin ich mir nicht so sicher.”

Showmaster & Lowmaster

Kassenbester Thomas Gottschalk (49) - spielt seit 1987 „Wetten, dass..?” (ZDF), präsentiert Sonderbegabte aller Art. 18,6 Mio Zuschauer, Marktanteil 53,7 Prozent. Der letzte Bildschirm-Heros aller Generationen vom Großvater bis zum Gummibärchen-Kid.

Lachfrack Cherno Jobatey (34) - fragt seit September 1998 „Verstehen Sie Spaß?” (ARD). Seine Mitarbeiter legen vor versteckten Kameras Promis und Normalbürger rein. 4,86 Mio Zuschauer, Marktanteil 6,8 Prozent. Eitler Zopf-Kopf mit chronischem Lachzwang-Leiden.

Eintropf Ingo Dubinski (36) - übernahm 1997 „Die Goldene Eins”, Ziehungssendung der ARD-Fernsehlotterie. 2,76 Mio Zuschauer, Marktanteil 3,9 Prozent. Der Bieder-Moderator mit dem Charme eines Gummibaums liefert die mit Abstand eintönigsten Sendungen ab.

Moderations-MG Dieter Thomas Heck (60) - zieht seit 1996 im ZDF „Das große Los” für die Aktion Sorgenkind. Das klassische Unterhaltungsprogramm (3,81 Mio Zuschauer, Marktanteil 12,5 Prozent) ist einer von vielen Dauerbrennern des Show-Dinos.

Trautänzer Michael Schanze (52) - hatte seinen größten Erfolg mit der Braut-Schau „Flitterwochen” (ARD, 1988-1995), fordert am 9. 9. 99 im ZDF Heiratswillige auf: „Trau Dich”. Der Sänger verspricht „eine Hochzeit der Superlative”, da geht der Rost ab.

Charme-Charge Kai Pflaume (32) - moderiert seit 1996 die „Glücksspirale” (SAT.1). Kandidaten müssen vor Millionenpublikum allerlei Mutproben bestehen. 4,91 Mio Zuschauer, Marktanteil 14,1 Prozent. Meister im charmanten Überspielen haarsträubender Peinlichkeiten.

Quatsch-Queen Verona Feldbusch (31) - führt seit August 1998 durch „Veronas Welt” (RTL). Quietschfideler Quatsch-Talk mit Comedy-Gästen, abgefahrene Sketche, Ulk & Unfug satt. 2,49 Mio Zuschauer, Marktanteil 14,4 Prozent. Die nächste Staffel läuft ab 2. Oktober.

Schrottofee Ulla Kock am Brink (38) - ließ im August 1998 ihre „Lotto-Show“ (ARD) los, Kellner, Gabelstaplerfahrer oder Feuerwehrmänner füllen spielend die Arena. 5,24 Mio Zuschauer, Marktanteil 17,8 Prozent. Witz- und spannungslos, aber das Geld reizt.

Lady Kitsch Linda de Mol (35) - startete 1992 ihre „Traumhochzeit” (RTL). Frischgebackene Ehepaare kämpfen sich durch allerlei Spielchen. 4,51 Mio Zuschauer, Marktanteil 17 Prozent. Nächste Folge am 2.Oktober. Die blondeste Versuchung, seit es Edamer gibt.

Zoten-Zampano Jürgen von der Lippe (51) - liefert seit 1989 „Geld oder Liebe?” (ARD). Sechs Twens mit abgesenkter Hemmschwelle wetteifern pärchenweise in Raten und Taten, der Showmaster steuert Schmuddelwitze bei. 5,88 Mio Zuschauer, Marktanteil 21,6 Prozent.

Zockvogel Günther Jauch (43) - lockt seit Mai 1998 mit „Millionär gesucht! - Die SKL-Show” Zuschauer und Zocker zur Süddeutschen Klassenlotterie (RTL, 4,82 Mio. Zuschauer, Marktanteil 15,8 Prozent). Sechs Kandidaten kämpfen um eine Million Mark.

Öl-Ösi Christian Clerici (33) - schmierte seit 1998 die ARD-Kuppelshow „Herzblatt” (3,38 Mio. Zuschauer, Marktanteil 16,8 Prozent), zuckerlt am 9.9.99 bei SAT.1 „Heirate mich” und löst anschließend Kai Pflaume bei der „Glücksspirale” aus. Kennzeichen: Schmalspur-Schmäh.

 

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