Immer wieder flaue ARD-Witze über Helmut Kohl

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Sportlerpech beim ZDF, Peinliches zum Geburtstag von Helmut Schmidt: In „TELE-RETRO“ zeigen „Teletäglich“-Kolumnen welche Themen das Fernsehen vor 20 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom Sonntag, 26. Dezember 93.

Aus der ARD-Show „Sowieso" am Sonntag: „Ich bin die Redenschreiberin vom Bundeskanzler. Mein größter Erfolg war vor ein paar Jahren. Da habe ich reingeschrieben: Auch im Osten - unser Dorf soll schöner werden! Und daraus hat der Kanzler dann die blühenden Landschaften gemacht, die er denen da drüben versprochen hat ... In diesem Jahr ist wieder mehr soziales Engagement angesagt. Drei Beispiele aus meinem Entwurf: Ich fordere die Raumpflegeversicherung für Ehepaare. Frauen mit Doppelkinn sollen alles abgeben. Und: Ich bin dafür, dass endlich gespart wird, und zwar an der Spitze. Überlegen Sie mal, was uns jeder Kanzler kostet!"

Jeder Spaß findet seine Lacher (deutsches Sprichwort).

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Als bei der Übertragung des Fußballspiels Mexiko-Deutschland am Mittwoch wegen einer Leitungsstörung das Bild ausfiel, trat ZDF-Moderator König im Mainzer Studio vor die Kamera und sagte: „Wie es mal so passieren kann ... Wir sind gewappnet: Ein Reserve-Kommentator steht bereit, beziehungsweise sitzt bereit. Es ist Eberhard Figgemeier. Das nützt Ihnen aber wenig, weil er genau so wenig ein Bild hat wie wir und Sie zuhause."

Pech kommt hinzu.

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In den „Tagesthemen" vom Mittwoch sagte ARD-Kommentator Hoffmann (SPD) zu den Überschwemmungen in West- und Südwestdeutschland: „Eigentlich ein Fall für Bundesumweltminister Töpfer, der zulässt, dass unsere Natur immer mehr zubetoniert wird."

Ein Fall für den Psychiater.

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In „Nachschlag“ am Mittwoch sagte ARD-Kabarettist Rogler „Die Forderung des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Schäuble, die Bundeswehr künftig auch bei einer inneren Bedrohung einzusetzen, hat erste Folgen gezeigt: Unter Hinweis auf das Sicherheitsrisiko Schäuble hat die SPD Innenminister Kanther aufgefordert, den Wohnsitz Schäubles von GSG-9-Einheiten umstellen zu lassen. Frohe Weihnachten!"

Schöne Bescherung.

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In „Ein Mann namens Schmidt" am Donnerstag zum 75. Geburtstag des Altbundeskanzlers sagten:

ARD-Reporter Wagner („Panorama"): „Der silbergraue Panther der SPD ..."

Ex-Minister Apel: „Man misst den heutigen Bundeskanzler und auch seinen Herausforderer von der SPD an Helmut Schmidt, und da müssen beide blass aussehen ... Da wird doch nur noch rumgewurstelt in Bonn ..."

ARD-Kabarettist Hildebrandt: „Wenn Helmut Schmidt mein Lehrer gewesen wäre - ich hätte meine Hausaufgaben gemacht, schon weil ich einen lobenden Blick erhaschen wollte."

SPD-Abgeordnete Matthäus-Maier: „Große Auftritte mit Helmut Schmidt — das ist das, was sich jeder Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis wünscht."

Goethe: „Es ist was Schreckliches um einen vorzüglichen Mann, auf den sich die Dummen was zugute tun."


Anmerkungen

Der SPD-nahe TV-Journalist Rüdiger Hoffmann war 1974-1978 Redakteur beim ARD-Politmagazin „Monitor“. 1978-1987 arbeitete er für ARD-aktuell, 1982-1985 moderierte er die ARD-„Tagesthemen“. 1987 wurde er ARD-Fernsehkorrespondent in Polen.

1989-1999 war er Programmdirektor bei Radio Bremen. Heute arbeitet er als Medienberater.

Der CDU-Politiker Manfred Kanther war 1993-1998 Bundesminister des Innern. Er arbeitet heute als Rechtsanwalt in Wiesbaden.

Joachim Wagner wurde 1979 politischer Redakteur beim damals stark linksorientierten NDR und ab Juni 1987 stellvertretender Chefredakteur der NDR-Hauptabteilung Zeitgeschehen, Leiter des Politmagazins Panorama und des Ressorts Rechtspolitik. Außerdem war er freier Mitarbeiter bei „Stern“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Zeit“. Ab 1980 arbeitete er als Moderator und Autor beim NDR. Im November 1992 wurde er Leiter des ARD-Studios in London, im Januar 2002 Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio Berlin. Von Juli 2006 bis Ende 2008 war Wagner dort stellvertretender Chefredakteur im Bereich Fernsehen und moderierte im Wechsel mit Ulrich Deppendorf den ARD-„Bericht aus Berlin“.

Der SPD-Politiker Hans Apel (1932-2011) war 1974-78 Bundesfinanz- und danach bis 1982 Verteidigungsminister.

Ingrid Matthäus-Maier (SPD, früher FDP) war 1979-1982 Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, 1988-1999 Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und 2006-2008 Vorsitzende der KfW-Bankengruppe.

 



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