Kirchenfeindliche Witze auf der Jugend-Seite der Bundesregierung

Freitag, 10. Januar 2014

Kanzler Schröder „unterleibsfixiert“, Joschka Fischer „Bulimie“: In „TELE-RETRO“ zeigen „Teletäglich“-Kolumnen, welche Themen das Fernsehen vor 15 Jahren wichtig nahm und was es daraus machte. Heute: Die Ausgabe vom 10. Januar 1999.

Am Montag berichtete ARD-„Report“ über religions- und kirchenfeindliche Witze auf einer für Jugendliche programmierte Internet-Homepage der Bundesregierung. Kostprobe: "Anruf bei der Polizei: 'Hilfe, in unserem Nonnenkloster gab es eine Vergewaltigung.' - ,Ist ja schrecklich, wer wurde denn vergewaltigt?' - „Der Briefträger...'"

Da geht die Post ab.

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In „Hallervordens Spott-Light" am Dienstag sagte ARD-Kabarettist Hallervorden als CDU-Politiker: „We must zurück an die Macht, und zwar very schnelly, so that the Rote mach den Abgang and the Greens verpiss themselves. Wir dachten am Anfang, das erledigt sich ganz von online, äh, von allein ... Der Kanzler ist unterleibsfixiert - meinte er das mit neuer Mitte? Joschka Fischer wurde nicht durchs Laufen dünn, er hat Bulimie! Wir brauchen jemanden, der über jeden

Sexualverdacht erhaben ist: Die Süßmuth, die will keinen - und umgekehrt!"

Als Nonne: „Himmelherrgottsakra - der Pfarrer schluckt Viagra! Dies Zeug zu preisen, tut sich nicht schicken: Es dient einzig dem Rammeln und dem... Dies gibt der Priester seiner Herde, auf dass die Gemeinde größer werde. Drum gibt es künftig auf päpstliche Weisung bei uns statt Hostien Viagra-Speisung!"

Sprüche 15,21: „Dem Toren ist die Torheit eine Freude."

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In „Tagesthemen" am Dienstag sagte ARD-Kommentator Herres über die CDU-Pläne zur Doppelstaatsbürgerschaft: „Kreuzzug auf der Straße... Kontraproduktiv... zielt auf Stammtische... Ausdruck einer Stoiberisierung der Union... Aufheizen... antiquiertes wilhelminisches Blutrecht... während Stoiber München zu neuen Hauptstadt der Opposition zu küren trachtet."

Abwechslung a la ARD: Bis zur Wahl wurde die Regierung kritisiert - seither die Opposition.

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In der „3sat"-Sendung „100 Wörter des Jahrhunderts" am Mittwoch diskutierte eine laut Ansage „prominent besetzte Talk-Runde" über „Sprachkultur". Kostproben:

Satellitenprogramm-Direktor Konrad: „Das, was die Menschen in diesem Jahrhundert bewegt hat, da sind auch sehr viele Katastrophen dabei."

Frauenrechtlerin Schwarzer: „Ich bin mir darüber im Klaren, dass natürlich die Bewusstwerdung über die Abwesenheit des Weiblichen in der Sprache etwas ganz, ganz Zentrales ist."

ARD-Moderator Küppersbusch: „Ich habe auf der Grundschule gelernt: Hauptwörter sind Häuser, und Tuwörter sind Straßen, und wenn wir lauter Häuser herumstehen haben und keine Straßen, dann ist es aber traurig in unserer Stadt."

Autor von Stuckrad-Barre: „Ich glaube nicht, dass wir die Leute reglementieren können und sagen, wir machen jetzt mal die sch...lose Woche. Das geht nicht. Wenn die Leute alle Sch...s sagen und F...., dann - wofür steht das dann?"

Für weitere Katastrophen.

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Im SAT.l-Frühstücksfernsehen „Guten Morgen Deutschland" am Freitag sagten

ein ungenannter Sprecher zu Bildern von Selbstmord-Sekten: „Kurz vor dem Weltuntergang: Psychosekten und ihre Endzeit-

Stimmung!"

Moderatorin Kiewel: „Dazu auch ein Interview, mit Liane von Billerbeck."

Moderator Lotz: „Ja, aber keine schönen Bilder, oder?"

Kiewel: „Nicht wirklich."

Lotz: „So früh am Morgen und schon tot."

Kiewel: „Ja, aber das ist die Realität. So ist das Leben."

Ein Auftakt nach Maß.

Zitat der Woche

„Es gibt Sommerzeit, Winterzeit und Bahnzeit."

Horst Schroth in „Das Jahr mit Monica - Heimatabend '98" (3sat)

Anmerkungen

Die Sendung „Hallervordens Spott-Light“ mit Dieter Hallervorden lief von 1994-2003 als „politische Kabarett-Sendung“ in der ARD.

Volker Herres war seit 1995 Fernseh-Chefredakteur des NDR und Leiter des Programmbereichs Zeitgeschehen. 2004 wurde

Programmdirektor des NDR, 2007 Programmdirektor der ARD.

Walter Konrad, bis dahin Leiter der Hauptabteilung Programmplanung des ZDF, wurde 1987 „Koordinator 3sat“, 1996 „Direktor Europäische Satellitenprogramme“ beim ZDF und 2000 in den Ruhestand verabschiedet.

Friedrich Küppersbusch moderierte 1993-96 die ARD-Sendung „ZAK“ und 1996-1997 die Nachfolgesendung „Privatfernsehen“. Heute schreibt Küppersbusch wöchentliche Kolumnen im Nordwestradio und in der „taz“. Im Wahlkampf 2013 moderierte er auf „Einsfestival“ die Satiresendung „Tagesschaum“.

Andrea Kiewel moderierte 1993-2000 das Sat.1-Frühstücksfernsehen, seit 2000 den ZDF-Fernsehgarten und die ZDF-Spielshow „Jede Sekunde zählt“. Seit Juli 2011 zählt sie zum Team der RTL-Show „Es kann nur E1NEN geben“.

Kurt Lotz moderierte das SAT.1-Frühstücksfernsehen 1993-2003.




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