Trotzki – nur flaue Sprüche

Sonntag, 15. Dezember 2013

Vor 20 Jahren scheiterte der MDR mit dem Versuch, der Satireserie „Motzki“ einen „Trotzki“ entgegenzusetzen: Die erste Folge der neuen deutsch-deutschen Comedy-Show brachte flachen Witz und flaue Sprüche.

Dabei hatte der MDR den Zwölfteiler um einen lästerlichen Leipziger Taxifahrer und seine leicht bekloppte Familie als Antwort auf die im Frühjahr ausgestrahlte ARD-Serie „Motzki“ mit viel Herzblut konzipiert: Dem TV-Prototyp des Berliner „Besserwessi“ sollte auf Sächsisch der Marsch geblasen werden.

Doch der bestechenden Idee folgte ein befremdliches Produkt: So wie „Motzki“ sich vor allem in Altmännerferkeleien suhlte, landete auch sein Pendant „Trotzki“ nur auf komödiantischem Null-Niveau. Kostproben aus der ersten Folge von gestern Abend:

„Was willst du denn in Bulgarien? Markstücke in den Sand werfen und zugucken, wie die Leute sich darum prügeln?“ - „Dort ist kürzlich eine Öl-Pipeline gebrochen! – „Das ist doch praktisch, dann brauchen wir kein Sonnenöl!“

„Das Schärfste wäre Australien.“ – „Ist da nicht das Ozonloch?“ – „Na und? Meinst du, du fällst da rein oder was?“ „Ich will in den Westerwald. Da ist die deutsche Meisterschaft im Erdbeersekt–Kampftrinken.“

Heinz Rennhack und seine Crew können nichts dafür – die erste wirklich gute deutsch-deutsche Comedy-Show muss wohl erst noch geschrieben werden. Diese hier hat bisher leider den Tiefgang eines Suppentellers und die Brillanz einer 5-Watt-Birne. Aber noch ist ja nicht aller Trotzkis Abend.



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