Die größten Irrtümer berühmter Wissenschaftler

Dienstag, 21. Januar 2014

Neandertaler als Geisteskranker, Röntgenstrahlen als Betrug, revolutionäres Bewusstsein durch freiestes Ausleben des Geschlechtstriebes: Wie sich Experten irren können.

Im Jahre 1856 entdeckte ein Lehrer bei Düsseldorf einen Schädel. Der berühmte Berliner Arzt Rudolf Virchow (1821-1902) untersuchte ihn. Er kam zu der Erkenntnis: Es handele sich um den Schädel eines erst vor wenigen Jahren gestorbenen Menschen, der an schwerer Geisteskrankheit gelitten haben musste.

In Wirklichkeit war es der 90 000 Jahre alte Schädel eines Neandertalers.

Der Irrtum des großen Mediziners zählt zu den berühmtesten Pleiten, Pannen und Peinlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte. Auch andere Experten lagen immer wieder daneben:

Über die Strahlen des Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) aus Würzburg äußerte Lord William Thompson Kelvins (1824-1907): „Diese Strahlen des Herrn Röntgen werden sich als Betrug herausstellen."

Der Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Nancy, Prosper Blonblot, trat 1903 mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, er habe N-Strahlen entdeckt. Diese Strahlen wurden angeblich von einer Reihe von Metallen abgegeben. Bereits ein Jahr später waren mehr als 50 wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema veröffentlicht. Kaiser Wilhelm II. war so angetan von den N-Strahlen, dass er Berliner Physik-Professoren zur Untersuchung aufforderte. Doch die Professoren stellten fest: Es gibt keine N-Strahlen. Und Blonblot kam später in eine Nervenklinik.

Wilhelm Reich (1897-1957) war Autor zahlreicher Bücher über Psychoanalyse. Dann erregte er Erstaunen und Befremden mit der Behauptung, das revolutionäre Bewusstsein der Arbeiterklasse könne nur durch freiestes Ausleben des Geschlechtstriebes geweckt werden. Reich formulierte seine Lehre von der Orgonenergie als biophysikalische Begründung der Libido. Später erfand Reich den Orgonenergie-Akkumulator - einen Kasten aus Holz und Metall, in dem sich Versuchspersonen mit Orgon

sättigen sollten. Es entstanden Orgon-Kliniken, Orgon-Zeitschriften und Orgon-Vereine - bis die US-Gesundheitsbehörde 1953 dem Treiben Reichs ein Ende bereitete. Seine Lehre, hieß es, sei Quacksalberei. Doch manche Reich-Jünger glauben bis heute daran.



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