Mega-Zoff bei Maischberger: Bosbach bricht Talkshow ab

Donnerstag, 13. Juli 2017

Maischberger. „Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?“ ARD, Mittwoch, 12.Juli 2017, 13.15 Uhr.

Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat die ARD-Talkshow „Maischberger“ am Mittwoch nach wenig mehr als einer Stunde unter Protest verlassen.

Nach ständigen Provokationen durch die Ex-Grüne Jutta Ditfurth nahm Bosbach das Mikro ab und erklärte: „Ich habe drei Mal gesagt, was ich mitmache und was ich nicht mitmache!“

Besonders kritisierte Bosbach dabei die ständigen Angriffe Ditfurths auf die Polizei und den Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders, der neben ihr saß.

Die Ex-Grüne, heute für die Wählervereinigung „ÖkoLinX - Antirassistische Liste“ unterwegs, war schon den ganzen Abend als tieffliegende Debattendrohne mit Primitiv-Propaganda über die Polizei hergezogen. Als die Ex-Grüne dem Polizisten auch noch „freche Lügen“ vorwarf und die Talkmasterin immer noch nicht eingriff, hatte Bosbach endgültig die Nase voll und stand auf.

Maischberger wollte ihn aufhalten und umklammerte seinen Arm: „Herr Bosbach, bitte bleiben Sie bei uns!“ Doch Ditfurth provozierte den Politiker ständig weiter: „Sie sind eine kleine Mimose! Wie kann ein erwachsener Mensch so mimosenhaft sein!“

„Frau Ditfurth ist unerträglich!“ sagte der CDU-Abgeordnete, schüttelte Maischberger ab und ging direkt vor der Kamera zum Ausgang. „Der war von Anfang an schon so“, rief Ditfurth ihm höhnisch hinterher. Maischberger reagierte sauer: „Frau Ditfurth, jetzt muss ich noch eines tun, jetzt darf ich Sie bitten, die Sendung auch zu verlassen!“ Doch damit kam die Talkmasterin nicht mal im Ansatz durch. „Nein“, sagt Ditfurth kaltlächelnd. „Warum soll ich gehen? Ich habe mit Herrn Bosbach nichts zu tun!“

„Ich würde gern die Diskussion fortführen“, begründete Maischberger den geplanten Rausschmiss. „Ich glaube, die Parität ist dann wieder gegeben!“ Doch Ditfurth blieb ungerührt sitzen: „Sie werden es schon mit mir aushalten!“

Und nun? Kam jetzt die Security? Weit gefehlt. „Das ist jetzt genau so aus dem Ruder gelaufen wie diese Demonstrationen“, sagte Maischberger, gab klein bei und stellte einfach die nächste Frage an die Ministerin. Die anderen Talkgäste rührten sich nicht. Ende eines Versuchs, Autorität zu zeigen. Damit war Maischberger für den Rest der Sendung erledigt.

Bis dahin hatte es jede Menge Streit gegeben. Die Politiker im Wahlkampfmodus, wechselseitige Schuldzuweisungen, und alle redeten durcheinander. Es ging um Polizeitaktik, Vermummung, wohlberechnende Zerstörungswut und die fehlende Distanz linker Politiker zu den Gewalttätern vom Schwarzen Block.

„Wir dulden in Deutschland seit vielen Jahren rechtsfreie Räume“, stellte Bosbach gleich zu Anfang fest. „Wir gehen viel zu schnell zur Tagesordnung über, wenn etwas passiert ist. Und deswegen fürchte ich, dass auch jetzt nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.“

Seine Forderung: „Eine wichtige Maßnahme wäre, dass es den flächendeckenden, parteiübergreifenden, gesellschaftlichen und politischen Konsens, den wir gegen jede Form von rechter Gewalt haben, auch haben gegen jede Form von linker Gewalt!“

Über die Tricks und Taktik des Schwarzen Blocks berichtete der Journalist  Hans-Ulrich Jörges („Stern“): „Das sind kleine, fast militärisch organisierte Gruppen, die sich über ein Kennwort verständigen. Die sich die Schuhsohlen schwarz anmalen, damit man Spitzel an nicht angemalten Schuhsohlen erkennt. Die auf Kommando die schwarzen Klamotten ausziehen und in den Rucksack tun. Das Kommando lautet ‚bunt‘. Die sind politisch, die sind links!“

Der „Linke“-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken, der eine der Demos angemeldet hatte, schüttelte den Kopf. Ditfurth wedelte sich mit einem rotschwarzen Fächer Kühlung zu. Die neue Familienministerin Katarina Barley behauptete: „Wer wirklich links ist, der ist nicht für Gewalt!“

Bosbach ärgerte sich darüber: „Dann war Joschka Fischer ein Rechter, als er auf Polizisten Steine geschmissen hat! Es kann nicht sein, dass Randalierer darüber entscheiden, ob in Deutschland Veranstaltungen durchgeführt werden können oder nicht!“

„Die Rote Flora ist das Lage- und Kontrollzentrum, aus dem  strategisch operiert wird“, erklärte der Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders (CDU). Ditfurth täuschte daraufhin provozierend einen Lachanfall vor, doch der Polizeibeamte ließ sich nicht beirren: „Sie müssen jetzt nicht vom Stuhl fallen! Fächern Sie sich noch ein bisschen Luft zu!“

Van Aken fühlte sich nicht genügend beachtet und: „Frau Maischberger, was macht man eigentlich in Ihrer Sendung, wenn man nicht so wie die anderen drei Jungs immer dazwischenplappert?“ Das half aber ebenso wenig wie Maischbergers Hilferuf „Ich würde gern versuchen, die Argumente gesittet auszutauschen!“

Bosbach las den Bericht eines Polizeibeamten vor, der einen Einsatzzug geführt hatte: „Mich macht die postmortale Klugscheißerei der selbsternannten Polizeiexperten wütend!“ Dazu sagte der Innenpolitiker: „Wir sind seit Tagen von Sofaexperten umgeben, die nie einen Polizeieinsatz geleitet haben!“

Ditfurth setzte prompt die Schmerzensmaske auf: „Ist schon mal mit dem Sturmgewehr auf Sie gezielt worden?“ Dann rang die Ex-Grüne in gespielter Verzweiflung die Hände: Eine Frau sei von der Polizei angefahren und verletzt worden. „500 verletzte Polizeibeamte!“ entgegnete Bosbach, und nun biss Ditfurth um sich: „Ihr Kopf ist voller Ideologie!“ sagt sie zu Bosbach, und zu Lenders: “Sie können am Stammtisch weiterpöbeln!“

Antwort des Polizisten: „Dummes Gesabbel!“ Maischberger drang nun überhaupt nicht mehr durch. Van Aken maulte: „Ich sitze hier jetzt schon eine Dreiviertelstunde, weil ich nichtunterbrechen will…“ Und so ging es immer weiter bis zum Eklat. Hirngepiercter Krawalltalk, viel geistiges Nacktbaden, Glashaussteinewerfer und schleichend wuchernde Lügengeschwüre, und Schiedsrichterin Maischberger pustete schon vor der Halbzeit vergeblich in die viel zu kleine Pfeife. Dieser Talk war absolutes Chaos.

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