Themen in SAT.1: Sex und Drogen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Kokain aus Kolumbien, Gummi-Genitalien, Ausländerhass in der Ex-DDR: In „TELE-RETRO“ zeigen Ausgaben der Kolumne „Teletäglich“, welche Themen dem Fernsehen vor 25 Jahren berichtens- und bedenkenswert schienen. Heute: Die Ausgabe vom 11. Oktober 1992.

In der SAT.1-Show "Talk im Turm" am Sonntag zum Thema: "Drogen-Freigabe" sagte der kolumbianische Generalkonsul Chaux: "Die Industrienationen führen nur einen Krieg gegen Drogen, die sie nicht selbst erzeugen und ausführen. Alkohol und Tabak werden geschützt und gefördert. Das schädigt die ganze Welt."

Wer seine Schuld auf andere wälzt, will sich nicht bessern.  (deutsches Sprichwort).

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In „Nachschlag“ am Mittwoch sagte ARD-Kabarettist Buchholz: "Das Grundgesetz kannst du ja sowieso abschreiben. Zumal jetzt auch die FDP ihre liberalen Grundsatze hat fallenlassen, mit einem richtig schönen Plumps. Damit kommt man angeblich den Bedürfnissen der Wähler entgegen. Die Demokratie wird immer mehr zur Bedürfnisanstalt. FDP - ein frei-demoskopisches Plumpsklo. Wie sang einst schon Tucholsky, wissen Sie noch? ,Die neue Republik ist uns kein Schnokus, und die Verfassung hängt auf jedem Lokus'."

Karl Kraus: "Nichts wird dem deutschen Humoristen zum größeren Erlebnis als die Vorgänge der Verdauung."

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Das Thema der SAT.l-Sendung "Einspruch" am Donnerstag lautete "Die Sex-Lüge. Frauen wollen IHN doch groß." Auszüge:

Eine Sex-Autorin: "Ich denke, dass der Phallus etwas ist, was immer verborgen ist, und das ist ein Machtvorteil."

Eine Sex-Telefonistin: "Ich bin naturgeil. Ich bevorzuge Männer zwischen 18 und 22 Zentimeter."

Ein Hersteller von Gummi-Genitalien: "Am besten gehen die Größen ab 18 Zentimeter."

Moderator Meyer: "Das ist dann mit Glühbirne das Modell Stehlampe."

Konfuzius: "Der sittliche Mensch weiß, was recht ist; der  gewöhnliche, was man verkaufen kann."  

* Aus "Feine Komödien, feine Tragödien" am Donnerstag mit ARD-Kabarettist Hüsch:

"Mein Bauch wölbt sich und bläht sich. Er erhöht sich, statt sich zu erniedrigen. Ich würde einfach sagen, er nimmt den Mund zu voll."

"Es hängt doch alles zusammen: Siegfried und Achilles werden Brüder, weil der eine hat's am Rücken und der andere am Fuß."

"Ich habe einen sehr netten Zahnarzt. Beim Abschied hat er mir nachgerufen: ,Gruß zu Hause, al dente!'Ich wußte gar nicht, dass das ein Zahnarztgruß ist. Ich habe immer gedacht, das wäre ein Begriff aus der Musik: Allegro, andante, al dente, presto. Der letzte Satz ist immer presto, weil, die Musiker wollen ja auch nach Hause."

"Wissen Sie immer, was Sie schenken sollen? Mozart hin, Mozart her, ein Staubsauger macht auch Musik."

"Blöd, aber schön."

Stimmt.

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In "Kennzeichen D" am Freitag sagte ZDF-Reporter Kulik zum Thema "Ausländerhass“: „Selbstgebastelte Waffen, mit denen auf Menschen Jagd gemacht wird - obwohl doch besonders die DDR zur Friedfertigkeit erzog."

Nach dieser Aussage muss wohl die Geschichte der staatlichen Erziehungsarbeit in der ehemaligen DDR einschließlich der Schießausbildung für Halbwüchsige in großen Teilen neu geschrieben werden.   

Anmerkungen

Hanns Dieter Hüsch (1925-2005) war Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor, Schauspieler, Liedermacher, Synchronsprecher und Rundfunkmoderator. Mit über 53 Jahren auf deutschsprachigen Kabarettbühnen und 70 eigenen Programmen galt er als einer der produktivsten sowie erfolgreichsten Vertreter des literarischen Kabaretts im Deutschland des 20. Jahrhunderts.

 

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