Maischberger: Klimaforscher prophezeit Anstieg der Meere um 70 Meter

Donnerstag, 12. Oktober 2017

„Maischberger: Xavier und die Wetterextreme: Kippt unser Klima?“ ARD, Mitwoch, 11.Oktober 2017, 22.45 Uhr.

Der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat in der ARD-Talkshow „Maischberger“ am Mittwoch erneut eine gigantische Umweltkatastrophe für den Fall prophezeit, dass das Pariser Klimaschutzabkommen nicht sofort von allen Staaten der Welt unterzeichnet und schleunigst umgesetzt wird.

Schon früher hatte der Wissenschaftler, der auch die Bundeskanzlerin berät, immer wieder Schockmeldungen publiziert wie die, dass „in den nächsten Jahrzehnten die Sahara nach Europa vordringt“. Jetzt holte er die ganz große Klimakeule raus: „Wenn wir fünf Grad Erderwärmung bekommen würden, hätte wir am Schluss einen Meeresspiegel-Anstieg in der Größenordnung von 60, 70 Meter.“

Widerspruch kam nur von dem Schweizer Journalisten Alex Reichmuth, der seit langem vor dem Klimaabkommen warnt, insbesondere wegen der geforderten sofortigen Abkehr von fossilen Brennstoffen: „Die Umsetzung hätte katastrophale Folgen für die Menschheit.“

Jetzt fragte Reichmuth den Klima-Papst“, für welches Jahr seine Prophezeiung gelte. Schellnhuber hob die Hände: „Im Jahr 3000, wie auch immer.“   

„Also Sie machen Prognosen auf 1000 Jahre“, fragte der Journalist weiter. Schellnhuber: „Ja natürlich! Das ist genau Klimaforschung! Ich kann auch genau berechnen, wie ich zum Mond komme!“

Als Schellnhuber dann auch noch den Papst zitierte („Bewahrung der Schöpfung“), wurde es Reichmuth endgültig zu viel: „Die Vorstellung, dass der Mensch das Klima steuert, dass er sagen kann, wir wollen jetzt plus 1,5 Grad, wir wollen weniger Hurricanes, das ist doch eine absolute Hybris!“

Der frühere ARD-Meteorologe Jörg blieb bei diesem Disput lieber auf dem Teppich der Gegenwart: Die Prognose des Professor sei „nicht etwas, was Sturzbetroffenheit auslöst“, weil sich der Mensch ja nicht sage: „Heute fahre ich nicht ins Kino nach Schweinfurt, weil möglicherweise bin ich schuld, wenn der Meeresspiegel in tausend Jahren 70 Meter höher ist.“

Trotzdem sagte Kachelmann zum Schluss: „Ich erwarte von der Politik, und ich glaube, alle Hamburger erwarten das, dass Sie rechtzeitig eine Lösung haben, dass Hamburg nicht zwei Meter absäuft.“

Zuvor hatte der Meteorologe noch versucht, wenigstens das Tornado-Thema ein bisschen tiefer zu hängen: „Jetzt hat es zwei Mal Berlin erwischt, und da sind alle Journalisten, dort sind ganz viele Menschen mit Kameras, und die sind sehr aufgeregt…“

Schellnhuber wollte sich die Endzeit-Posaune aber nicht gleich stopfen lassen: „Klarer Trend in Richtung stärkere Niederschläge!“ warnte er. „Wärmste Jahre! Die Meere erwärmen sich bis zur Tiefsee!“

Journalist Reichmuth zweifelte trotzdem: „Kein Trend zu stärkeren tropischen Stürmen, sagt der Weltklimarat!“ Die Grüne-Politikerin Bärbel Höhn drückt prompt aufs Moral-Pedal: „Wir müssen den nachfolgenden Generationen eine Erde hinterlassen, wo sie auch leben können!“

„Immer wenn die ‚nachfolgenden Generationen‘ ins Spiel kommen, bekomme ich ein flaues Gefühl“, konterte der Journalist. „Da habe ich immer das Gefühl, da will mich jemand betrügen, indem er irgendwie Emotionen reinbringen will.“

Und über die Klimaforschung ganz allgemein sagte er: „Es geht um eine Art Bekehrung. Die Heizung ein bisschen tiefer stellen, ein bisschen mehr Fahrrad fahren, und dann werden wir erlöst von unseren Sünden.“  

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, setzte sich als einzige für die Arbeitnehmer im Braunkohletagebauch und ihre Familien ein: „Die dürfen jetzt nicht hinten runterfallen!“ Der Grünen-Politikerin, die so schnell wie möglich alle Kohlekraftwerke stilllegen will, hielt sie vor: „Sie haben auch nicht abgeschaltet, als Sie zehn Jahre in  NRW Ministerin waren!“

Den Wahnwitz des Abends zeigte ein ARD-Einspieler: Wissenschaftler der schwedischen Universität Lund empfehlen den Verzicht auf Autos, auf Flugreisen, auf Fleisch und „ein Kind weniger pro Familie zu zeugen, denn jedes Kind weniger entlastet das Klima.“

Da wollte auch Kachelmann nicht mehr mit: „Ich finde die Forderungen in ihrer Radikalität zwar berührend“, sagte er, „aber nichts, was ich für mich persönlich adaptieren möchte.“

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