Deutsche fliehen vor Rechtsradikalen im Boot nach Afrika

Dienstag, 9. Januar 2018

Am 14.Februar strahlt die ARD den Film „Aufbruch ins Ungewisse“ aus. Er dreht die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit einfach mal um: Nun kommen die Opfer nicht aus Aleppo, sondern aus Düsseldorf. Das Ergebnis ist eine simpel zusammengeschusterte Moraloffensive gegen die Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik.

Ein überladenes Flüchtlingsboot sinkt, die Brandung spült Leichen an den Strand, verzweifelte Männer, Frauen und Kinder werden in Lager gesperrt…

Die schrecklichen Bilder sind für uns längst schlimmer Alltag, doch eins ist diesmal anders: Die Flüchtlinge wollen nicht nach Europa, sondern nach Afrika. Sie sprechen nicht Arabisch, sondern Deutsch. Und sie sind nicht schwarz, sondern weiß. 

Der Film „Aufbruch ins Ungewisse“, den die ARD am 14.Februar im Themenabend „Flucht aus Europa“ zeigt, dreht die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit einfach mal um: Nun kommen die Opfer nicht aus Aleppo, sondern aus Düsseldorf. Ihr Ziel ist nicht Berlin, Hamburg oder München, sondern Kapstadt. Und damit sieht plötzlich alles ganz anders aus.

„Am Anfang hat man uns noch als Pack verhöhnt!“

Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte einer deutschen Familie, die auf der Flucht übers Meer ihren kleinen Sohn verliert. Doch zum großen Teil wirkt der Film wie eine simpel zusammengeschusterte Moraloffensive gegen die Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik. So offenkundig die Absicht, so plump die Klischees:

Deutschland ist eine Diktatur. Die neuen Machthaber schwafeln von „nationalen Wurzeln“ und jubeln im AfD-Stil: „Am Anfang hat man uns noch als Pack verhöhnt!“

Dass die Meinungsfreiheit nur noch von einer „Süddeutsche Post“ verteidigt wird, ist eine besonders platte Anspielung auf die „Süddeutsche Zeitung“, die zusammen mit ARD-Sendern einen „Rechercheverbund“ betreibt.

Ertrunkene treiben an die Küste

Die ARD-Flüchtlinge müssen der Reihe nach alles nacherleben, was wirkliche Flüchtlinge durchgemacht haben: Schlepper bringen sie nicht wie versprochen nach Südafrika, sondern nach Namibia, bringen das Boot vor der Küster zum Kentern, ein Kind ertrinkt.

Wer dort im namibischen Auffanglanger registrieren wird, darf nicht mehr weiter. Schleuser karren einige trotzdem nach Südafrika, im Laderaum eines Lastwagens, in dem die Unglücklichen fast verdursten und ersticken.

Vor der Grenze müssen die Flüchtlinge an andere Schlepper noch einmal zahlen - das Zehnfache. Wer kein Geld mehr hat, wird seinen Schmuck los.

Abtreibung unter der Dusche

Eine junge Bloggerin, von Schergen der Diktatur in Deutschland vergewaltigt, treibt in ihrer Verzweiflung das Kind unter der Lagerdusch ab.

Ein Flüchtling wird von einem Wärter zusammengeschlagen. Weil der Täter lügt, wandert das Opfer anschließend in den Abschiebeknast.

Wenigstens das erschütternde Bild des kleinen syrischen Jungen, der 2015 vor der griechische Küste ertrank, bleibt dem ARD-Zuschauer diesmal erspart: Zwar ist auch der Sohn der Filmfamilie tot, doch das erfährt der Zuschauer nur aus der Erzählung eines anderen Jungen, der dem Toten die Jacke auszieht und an seine Stelle tritt.

In Afrika gibt es keine „Flüchtlingsklatscher“

Deutlichster Unterschied zwischen Realität und ARD-Fiktion: In Afrika klatscht niemand, als die Flüchtlinge ins Lager kommen.

Deutsche als Flüchtlinge? So neu ist das nicht: Die Erinnerung an die Judenverfolgung der Nazis und die Erschossenen an der DDR-Grenze ist noch lange nicht verblasst.

Was immer die Absicht des Films ist: Klar wird durch solche Parallelen vor allem, dass es mit Bootsflüchtlingen, Schleppern und Entwicklungshilfe für menschenverachtende Drittweltdiktaturen so nicht mehr weitergehen kann.

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