Essener Tafel: Migranten zeigen Helferin den Stinkefinger

Dienstag, 6. März 2018

„Hart aber Fair: Fremde gegen Deutsche, Arme gegen Arme:  Was zeigt der Fall der Essener Tafel?“ ARD, Montag, 5.März 2018, 21.45 Uhr.

In der ARD-Talkshow „Hart aber Fair“ am Montag hat sich eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der zuletzt heftig kritisierten Esser Tafel drüber beklagt, dass sie von Migranten mit einem „Stinkefinger“ beleidigt worden sei.

Wörtlich sagte die sichtlich erschütterte Frau in einem ARD-Einspieler: „„Wenn man kein Geflügel hat, oder kein Rindfleisch, wird man beschimpft. Ich hatte mal keine wei0en Brötchen, da zeigte man mir den Stinkefinger, und man wird in deren Sprache beschimpft!“

Ihr Chef Jörg Sartor, wegen der Entscheidung, vorerst keine weiteren Migranten aufzunehmen, sogleich unter Rassismus-Verdacht gestellt und in Nazi-Nähe gerückt, berichtete: „Wenn wir hier um neun Ihr die Tür aufmachen, dann wird die Oma, die seit sieben Uhr da steht, weggeschubst“.

In der Talkrunde bezeichnete der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer die Essener Lösung als „Notbremse auf Zeit“. Es sei zu einem Fehlverhalten insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund, von Flüchtlingen gekommen. „Ehrenamtliche haben Respekt und Anerkennung verdient, und nicht, dass sie als Neonazis bezeichnet werden!“ betonte der Politiker und erhielt dafür Beifall.

Manfred Baasner, Gründer und Chef der Wattenscheider Tafel, erkannte in der Maßnahme des Kollegen einen Hilferuf: „Die Politik verlässt sich schon viel zu lange auf uns!“ erklärte er.

Als Talkmaster Fank Plasberg Szenen aus armen und reichen Vierteln von Essen gegeneinander stellte, verweigerte Baasner die erwartete Sozialkritik und sagte stattdessen: „Ich weiß, dass junge Menschen sich nicht mehr bemühen müssen, um einen Arbeitsplatz zu kriegen. Die kommen zu uns, holen sich Lebensmittel und sagen ganz ehrlich: Arbeiten lohnt nicht! Ich gehe zur Stütze, zur Kasse, und da lebe ich besser!“

Deutschrocker Frank Zander bekam viel Beifall, als er von seinen allweihnachtlichen Berliner Gänsebratenfesten: 3000 Obdachlose, organisiert mit bunten Bändchen und Marken mit Nummern, damit jeder weiß: Auch er kommt an die Reihe.

„Wer einmal morgens dabei war, Stullen für Bedürftige zu schmieren, der weiß, dass es in Deutschland sehr viel Armut gibt!“ sagte der Sänger. Und zu dem Wirtschaftsprofessor Michael Hüther, der über „die Fortschreibung des Regelbedarfs“ und „verlässliche Zeitregime“: „Sie haben auf alles eine fundamentierte Antwort, aber es gibt so etwas, was Mitgefühl heißt!“

Linke-Chefin Katja Kipping schilderte ihr persönliches Engagement: „Zu meiner Praxis gehört, dass ich wirklich regelmäßig vor dem Jobcenter stehe, Kaffee ausschenke, auch in den kalten Monaten, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich habe mehrere Tafel-Ausgabestellen besucht, und zwar nicht wegen Fotos, sondern wir haben dort gekocht!“ Jetzt brauche das Land endlich einen Sozialpakt, dazu höhere Renten und die Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen.

Dem Talkmaster gab sie zum Schluss noch einen mit: „Man hat das Gefühl, bei Twitter hat man mehr Zeit, sich auszudrücken, als bei Ihnen!“

 

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