Neue Grüne-Chefin: Talk-Debüt mit Stinkefinger

Freitag, 9. März 2018

„Maybrit Illner: Streit um die Tafeln – wenn die Hilfe nicht für alle reicht“. ZDF, Donnerstag, 8.März 2018, 22.15 Uhr.

Die neu gewählte Co-Vorsitzende der Grünen Annalena Baerbock (37) hat sich in ihrer ersten Talkshow beim Fernsehpublikum mit einem „Stinkefinger“ eingeführt.

Adressat war der JU-Chef Paul Ziemiak, der für die provozierende Geste allerdings gar keinen Anlass geboten hatte.

Der CDU-Nachwuchsmann hatte unter Hinweis auf entsprechende Erklärungen einer Mitarbeiterin der für den umstrittenen Ausländer-Stopp-Beschluss kritisierten Essener Tafel gesagt: „Wenn einer sich nicht anstellen kann und den Mittelfinger zeigt, dann hat er dort nicht zu suchen!“

Verlust der Impulskontrolle

Daraufhin verlor Baerbock die Impulskontrolle: „Wenn Sie jetzt den Mittelfinger zeigen“, sagte sie und hielt dem verblüfften JU-Chef denselben vor die Nase, „warum muss ich dann auch raus? Nur weil ich die gleiche Nationalität habe?“

Das hatte zwar weder mit dem Thema der Sendung noch mit Ziemiaks Statement auch nur das Geringste zu tun, doch der Anhang der Grüne-Politikerin im Publikum brach trotzdem in begeisterten Beifall aus.

„Aber das habe ich doch gar nicht gesagt!“ protestierte Ziemiak entgeistert. „Ist das jetzt Ihre Methode, mir eine Aussage in den Mund zu legen?“

Ja, das war es, auch wenn Baerbock sich dann schnell herausreden wollte: „Das war ja nur eine Frage!“

Die nächste Attacke

Ziemiak will, dass Flüchtlinge vor allem Sachleistungen erhalten, weil viele Geld in die Heimat schicken, am Monatsende dann selber nichts mehr haben und zur Tafel müssen.

„Was bleibt denn da übrig?“ fragte die SPD-Politikerin Leni Breymaier sichtlich empört.

„Schauen Sie sich doch mal die Zahlen an“, erklärte ihr der JU-Chef die Flüchtlingsüberweisungen. „Entweder Sie sagen, es stimmt nicht, was ich sage, oder Sie sagen, Sie haben eine andere Meinung, aber sagen Sie was!“

Doch Breymaier blieb bockig: „Es bleibt doch sowieso nichts übrig“, wiederholte sie.

Das Täschchen und der Obdachlose

Ziemiak ließ nicht locker: „Also es schickt keiner Geld in die Heimat?“ fragte er.

„Natürlich!“ gab Breymaier nun notgedrungen zu, wollte aber zum Ausgleich sofort mit einem ganz anderen Thema Sozialpunkte einfahren: Sie habe am Nachmittag in Stuttgart in einem Schaufenster eine Mädchenhandtäschchen für 500 Euro gesehen, „und um die Ecke steht der Kollege, der seine Obdachlosenzeitschrift verkauft“.

Populismus von links

„Das ist Populismus!“ schnaubte Ziemiak. Die rbb-Journalistin Friederike Sittler wollte auch noch schnell Beifall zocken: „‘Deutschland First‘ steht nicht in den Menschenrechten!“

Da wurde es dem CDU-Oberbürgermeister von Pirmasens Bernhard Matheis, der bei der rot-grün-gelben Landesregierung von Rheinland-Pfalz nach zähen Verhandlungen einen Zuzugstopp für Flüchtlinge erstritten hatte, endgültig zu bunt: „Ich habe das Gefühl, dass manchmal in der Bundes- und in der Landespolitik eine enorme Flughöhe erreicht ist“, sagte er, „und man die Probleme der Lehrer, der Kindergärtnerinnen, der Ehrenamtlichen nicht mehr wahrnimmt.“

Und: „Da muss man hinschauen! Und nicht ein Thema wie die Essener Tafel zum Anlass nehmen, zu versuchen, dass jeder sein ideologisches Tor schießt und sich profiliert!“

Fazit

Klangvolle Soziallyrik, strenge Volkspädagogik, reichlich Futter für Freunde der gepflegten Wortklauberei, noch mehr gutmenschliche Selbstbeweihräucherung, und wer die Wahrheit geigte, kriegte die Fidel an den Kopf. Da hilft nur „Mund abputzen und weiter!“

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