Grüne-Chef Habeck will auf Autoreifen verzichten

Dienstag, 13. März 2018

„Hart aber Fair: Ein Ozean voll Plastik – ertrinken die Meere in unserem Müll?“ ARD, 12.März 2018, 21 Uhr.

Der neue Chef der Grünen, Robert Habeck, hat in der ARD-Talkshow „Hart aber Fair“ am Montag angeregt, auf Autoreifen zu verzichten, sobald das technisch möglich sei.

Zuvor der Politiker, zurzeit noch Umweltminister in Schleswig-Holstein, auf Zahnpasta und Peelingcremes geschimpft: „Ich komme ja von einer Partei, wo immer gesagt wird ‚Verbotspartei‘, aber das braucht wirklich kein Mensch. Das können wir auch verbieten!“

„Wunderbar, aber das sind nur ein paar hundert Tonnen in Deutschland“, erwiderte darauf der Journalist Dirk Steffens „Allein was von Autoreifen abgerieben wird, sind ungefähr 100.000 Tonnen!“

Der Schreckschuss hat gesessen

„Wir können auch darüber reden, wie wir auf Autoreifen verzichten, irgendwann mal“, sagte Habeck prompt.

Talkmaster Plasberg kriegte fast eine Panik-Attacke: „Jetzt ganz vorsichtig!“ mahnte er. „Grüne und Autoreifen – ganz schwierig!“

Doch Habeck zog nicht zurück, sondern nahm einen Schluck Wasser und lächelte zufrieden: Der Schreckschuss hatte gesessen.

Zoff um die Biogurke

Schon zu Beginn der Sendung hatte der neue Star der Grünen das Problem auf den Punkt gebracht: „Das Perverse ist doch, dass das langlebigste Material ausgerechnet für Wegwerfartikel gemacht wird. Einweggeschirr, Einwegrasierer, Strohhalme…“ Dafür gab es auch den ersten Beifall.

Danach brennt der Noch-Minister aus Kiel gleich noch ein Feuerwerk im Grün-Sprech ab: „Systembruch“, „Bepreisung“, „Lenkungswirkung“, „Bequemlichkeit der Systembewahrung“. Puh! „Die Biogurke wird jetzt eingeschweißt, nur damit man sie von der Nicht-Biogurke unterscheiden kann“, wetterte er, „Dabei sind Gurken doch schon verpackt, die haben doch ‘ne Schale!“

Wer den Dreck produziert, muss ihn auch wegmachen!

Der Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens nahm den Chemiker Rüdiger Baunemann von PlasticsEurope Deutschland („Plastik ist oft besser als Papier!“) aufs Korn: „Wer den Dreck produziert, muss ihn auch wegmachen!“, sagte er erbost. „Der Herr Baunemann sitzt hier die ganze Zeit und lächelt sibyllinisch, weil ihm nix passiert!“ 

Konter des Attackierten: „Gebühr, Gebühr und noch ‘ne Steuer, ich glaube nicht, dass das beim Verbraucher gut ankommt!“

Mutprobe des Abends

Die Journalistin Kerstin Mommsen schilderte ihren Selbstversuch im Plastikfasten: „Ich kaufen nur noch das lose Zeug“. Milch, Butter, Joghurt in der nächsten Molkerei. Beim Metzger stellt sie die Tupperdose auf die Theke.

„Gibt’s da nicht auch Leute die die Augen verdrehen und sagen: Die Öko-Tusse hat doch einen an der Marmel?“ fragte Plasberg. Antwort: „Das ist mir eigentlich egal. Das ist ja auch meine Macht als Verbraucher, jetzt mal zu zeigen, dass ich eben keine Lust mehr auf das ganze Plastik habe.“

Zoff mit dem Plastikmann

Plastik-Baunemann gab sich ganz cool: „Ich bin begeistert!“ behauptete er. „Wir müssen nicht alles doppelt und dreifach einpacken! Das ist dass, was ich mir von einer mündigen Verbraucherin erhoffe!“

Doch bei Habeck kam der Pfiffikus damit nicht durch: „Sie machen einfach weiter wie bisher, produzieren immer mehr unrecyclebares Plastik!“ wetterte der Minister, „und die Verbraucher sollen dagegen anarbeiten, weil sie moralisch gefestigt sind? Das ist doch naiv!“ 

Und noch ein Wutanfall

Baunemann rieb dem Grünen dafür genüsslich eine Peinlichkeit unter die Nase: „Als ich auf Ihrem Parteitag in Hannover war, gab es Einweg-Kaffeebecher!“ lächelte er.

„Wir sind als Konsumenten der Werbung ausgesetzt!“ erwiderte Habeck hitzig. „Wir sind gestresst, wir sind geizig, wir sind verführbar! Da als Industrie zu sagen, wir seien frei und nicht manipulierbar, das stinkt doch zum Himmel!“

Dialog des Abends

„Es kommt mir so vor, als ob Sie mit aller Gewalt Gesetze machen wollen!“ sagte der Plastikmann. Das brachte Habeck endgültig auf die Palme: „Sie sagen: Menschen müssen besser werden, dann lösen wir alle Probleme. Ich sage: Politik muss besser werden!“

Schlussfolgerung des Grünen: „Wir brauchen nicht bessere Menschen, wir brauchen bessere Politik!“

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